Anlage-Spezialist Krede bewertet die BVB-Aktie

Keine Dividende in Sicht

Borussia Dortmunds Aktie hat einen kurzen, aber enormen Höhenflug hinter sich – gestern allerdings verlor das Papier satte 4,21 Prozent. Marcel Krede (40), Diplom-Betriebswirt und Leiter Vermögensberatung bei der Dortmunder Volksbank, spricht über Chancen und Risiken eines Investments.

DORTMUND

von Von Daniel Müller

, 24.01.2011, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Seit Hans-Joachim Watzke Borussia Dortmund lenkt, ist der BVB-Kurs um mehrere hundert Prozent geklettert.

Seit Hans-Joachim Watzke Borussia Dortmund lenkt, ist der BVB-Kurs um mehrere hundert Prozent geklettert.

Ich sage meinen Kunden seit Jahren: Wenn sie etwas Gutes für den BVB machen wollen, dann sollen sie ins Stadion gehen und ein Bier trinken oder in den Fan-Shop und einen Schal kaufen. Die KGaA hat noch nie eine Dividende ausgezahlt. Nach der Fast-Pleite mussten die Verantwortlichen das Geld in Sanierung und Schuldentilgung stecken. Laut Herrn Watzke (Borussias KGaA-Boss, d. Red.) wird auch in den kommenden Jahren nicht mit einer Dividende zu rechnen sein. Die Aktie ist also eher etwas für Sportinteressierte. Auch andere Fußball-Aktien, wie die von Lazio Rom, sind über die Jahre grottenschlecht gewesen.

Mit dem sportlichen geht der wirtschaftliche Erfolg in diesem konkreten Beispiel ja einher. Wenn Dortmund gegen Sevilla in der Europa League weitergekommen wäre, hätte die Kommanditgesellschaft sicher noch einige Millionen mehr verdient, und der Kurs hätte klettern können. Bei Daimler ist das Produkt ein Auto, bei Siemens ein Kraftwerk und beim BVB ist es halt das Pflichtspiel.

Das lässt sich nicht absehen. Aber würde der Klub sich direkt für die Champions League qualifizieren, könnte er alleine dadurch rund 20 Millionen Euro brutto zusätzlich einnehmen. Durch diesen Erfolg könnte man auch im Merchandising-Bereich weitere Gelder generieren. Möglicherweise ist auch bei den Sponsoring-Verträgen noch was drin. Das kann ich allerdings nicht beurteilen.

Ein Faktor ist sicher der aktuelle Spielerkader. Viele junge Profis stehen mit niedrigen Werten in der Bilanz. Doch die Marktwerte sind bei einigen enorm in die Höhe geschossen. Shinji Kagawa etwa hat 350 000 Euro gekostet, heute soll er zehn Millionen Euro wert sein. Verkäufe würden sich finanziell natürlich positiv auf die Bilanz auswirken.

...nein, die habe ich nicht. Dafür aber eine Eigenheimfinanzierung und drei Frauen zu Hause. Trotzdem drücke ich den Borussen natürlich die Daumen, dass sie die Schale nach Dortmund holen.

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