Akanji patzt bei BVB-Pleite in Leverkusen eklatant - Can mit gutem Einstand

dzEinzelkritik

Bei der BVB-Pleite in Leverkusen patzt Manuel Akanji eklatant. Neuzugang Emre Can gelingt ein guter Einstand. Die Einzelkritik.

Leverkusen

, 08.02.2020, 21:05 Uhr / Lesedauer: 4 min

Roman Bürki: Ein undankbares Spiel für den Schweizer. Musste nicht einen Ball halten in den ersten 45 Minuten, drei Mal aber landete die Kugel hinter ihm im Netz. Zwei Treffer zählten, beim 2:2 hätte er eventuell herauskommen können. Auch nach der Pause lange Zeit ohne Beschäftigung, gegen Havertz blieb er dann lange stehen und wurde belohnt (64.). Nach Baileys Flanke griff er erstmals beherzt zu (74.). Machtlos dann, als binnen Sekunden der Ball erneut zwei Mal einschlug. Note: 3,5


Manuel Akanji: Verteidigte überraschend rechts in der Viererkette. Begann solide, stand dann aber nach dem langen Ball von Nadim Amiri sträflich falsch gegen den startenden Kevin Volland. Bei der Ballmitnahme hätte er den Leverkusener noch stören können, verpasste aber das Tackling (20.). Auch beim zweiten Leverkusener Treffer beteiligt, weil er außen Flankengeber Amiri nicht energisch störte (43.). Fing sich nach der Pause, gewann 86 Prozent seiner Zweikämpfe. Dennoch bleiben seine Fehler eklatant und folgenschwer. Note: 5,0

Akanji patzt bei BVB-Pleite in Leverkusen eklatant - Can mit gutem Einstand

© Deltatre

Mats Hummels: Bärenstark in seinem Kerngeschäft. Antizipierte gut gegen den startenden Diaby (11.), endlich brachte seine Kopfballstärke auch offensiv Ertrag. Perfekt startete er nach der Ecke von Jadon Sancho und war dann im Zentrum völlig frei. Beim 2:2 versuchte er zu retten, was nicht mehr zu retten war. Die Grätsche gegen Volland kam zu spät (43.). Auch nach der Pause sehr aufmerksam, gegen den heranrauschenden Lars Bender beim 3:4 dann schlecht postiert und chancenlos. Das trübte seine ansonsten sehr ordentliche Leistung. Note: 3,0


Dan-Axel Zagadou: Lieferte als linker Innenverteidiger ein gewohnt unaufgeregtes Spiel, Vollands Schuss beim 2:2 fälschte er noch leicht ab. (43.). Mit allen Mitspielern dann nachlässig weit aufgerückt, so dass ihm Kai Havertz im Rücken entwischen konnte. Glück für den BVB, dass der Ball an den Pfosten sprang. (64.). Note: 3,5


Raphael Guerreiro: Als Linksverteidiger sollte er vor allem Vorstöße von Karim Bellarabi auffangen, bekam es aber zumeist mit Havertz zu tun. Klasse sein Ball auf Julian Brandt, der nur etwas zu lang geriet (44.). Sah zuvor Gelb, als er den Ball nach einem Freistoßpfiff gegen den BVB lang in Richtung Leverkusener Tor schlug - damit das erste Dortmunder „Opfer“ der verschärften Regelauslegung nach der Winterpause (39.). Beim 2:2 verteidigte er am langen Pfosten gegen Jonathan Tah zu schlampig. Den Querball auf Torschütze Volland hätte er verhindern können (43.). Mit Gefühl schob er den Ball zum 3:2 ins lange Eck und machte es damit besser als kurz vorher Leverkusens Haverzt auf der anderen Seite. Drei seiner 13 Bundesliga-Treffer erzielte er gegen Bayer. Note: 3,0


Emre Can: Als echter Sechser neben Witsel suchte er zunächst seine Rolle im Spiel, fehlende Abstimmung war nach nur wenigen Einheiten mit der neuen Mannschaft verständlich. Was er am Ball kann, zeigte er bei seinem herrlichen Schlenzer aus dem Halbfeld ins lange Eck. Ein Traumtor (33.). Der Kräfteverlust nach einer Hinrunde mit wenig Spielzeit und Rhythmus wurde dann nach gut einer Stunde erkennbar. Musste dann sogar mit einem Krampf behandelt werden (76.). Pech, dass seine Rettungsgrätsche den Ball vor die Füße von Leon Bailey bugsierte. Insgesamt mit der Präsenz, die man sich von ihm erhofft. Note: 3,0

Axel Witsel: 50. Bundesliga-Einsatz für den Belgier, ohne groß Akzente zu setzen. Im Blickpunkt stand er in der 42. Minute. Nach tollem Pass von Sancho stand er am Fünfereck frei vor Lukasz Hradecky, riskierte aber die Direktabnahme. Der Ball ging ins Fangnetz, dabei hätte er sogar Zeit gehabt, die Kugel anzunehmen. Lief auch nach der Pause viele Räume zu, ein Ballmagnet wie in seiner ersten BVB-Saison aber war er auch in Leverkusen nicht. Note: 3,5


Achraf Hakimi: Spielte quasi Rechtsaußen, sein Tempo kam aber bis zur Pause gar nicht zur Geltung. War nur selten eingebunden, weil der BVB fast ausschließlich über den quirligen Sancho auf der linken Seite angriff. Ein, zwei unkonzentrierte Ballannahmen rundeten den sehr blassen Eindruck in den ersten 45 Minuten ab. Auch zu Beginn der zweiten Hälfte mit einem verlorenen Zweikampf, zum vermeintlichen 3:2 leistete er mit einem klugen Rückpass auf Sancho die Vorarbeit (52.). Gut auch sein Auge für Guerreiro, diesmal zählte der Treffer (64.) Nicht nur deshalb mit einer verbesserten zweiten Hälfte. Note: 4,5


Julian Brandt: Für Marco Reus auf der Zehn aufgeboten, bekam gegen die ehemaligen Kollegen nichts geschenkt. Knickte böse weg, als ihm Lars Bender auf den Fuß stieg (2.). Als er Platz hatte, prüfte er Hradecky mit einem Schuss nach Solo-Lauf (21.). Blieb zur Pause in der Kabine, weil es nicht mehr weiterging. Note: 3,0


Jadon Sancho: Klasse seine Ballbehandlung, stark sein Auge für die freien Räume und Mitspieler. So beim Pass auf Witsel (42.). Seine Ecke auf den Kopf von Hummels kam perfekt (22.). Krönte seine gute Leistung mit dem Treffer zum 3:2, der dann aber keine Anerkennung fand (52.). In der Offensive blieb er Dortmunds umtriebigster Akteur, auch wenn er diesmal ohne weitere Torbeteiligung blieb. Note: 2,5

Erlig Haaland: Nach dem Spiel gegen Union sein zweiter Startelf-Einsatz. Brauchte lange für seinen ersten Abschluss, Hradecky lenkte den Ball noch zur Ecke (18.). Seine Energie war auch beim Schubser gegen Sven Bender erkennbar, kam da ohne Gelb davon (36.). Lauerte auch nach der Pause immer wieder an der Abseitslinie, den langen Bällen seiner Mitspieler fehlte zunächst die Präzision. Sehr bemüht bis zum Schluss, diesmal aber ohne die große Durchschlagskraft - und erstmals ohne Treffer. Note: 4,0


Giovanni Reyna: Startete mit einem Fehlpass, dann aber bediente er Sancho mit gutem Auge (47.). Beim vermeintlichen 3:2 ahndete der Videoschiedsrichter sein Foul im Mittelfeld an Lars Bender. Seinen abgefälschten Schuss lenkte Hradecky so eben um den Pfosten (58.). Vor dem eigenen Tor sollte er allerdings nicht so lässig agieren wie in der 59. Minute - Amiri konnte mit seiner „Vorarbeit“ jedoch nichts anfangen. Mit der aggressiven Zweikampfführung hatte er danach so seine Probleme. Note: 4,0


Thorgan Hazard (86. für Akanji) und Mario Götze (87. Für Can) kamen spät ins Spiel und bleiben ohne Note.

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