Akanji ist für den BVB in Freiburg ein Sicherheitsrisiko - Reus und Brandt enttäuschen

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Der BVB enttäuscht auch gegen den SC Freiburg und rutscht in die Krise. Beim 2:2 ist Manuel Akanji ein Sicherheitsrisiko, Marco Reus und Julian Brandt spielen wirkungslos. Die Einzelkritik.

Dortmund

, 05.10.2019, 18:08 Uhr / Lesedauer: 3 min

Roman Bürki: Musste vor der Pause kein einziges Mal entscheidend eingreifen, dafür allerdings dreimal mit bangen Blicken verfolgen, wie der Ball hauchdünn an seinem Tor vorbeizischte. Zweimal Waldschmidt (17. und 40. Minute) und einmal Günter (25.) hatten gute Möglichkeiten für den Sport-Club - und der Schweizer hätte an alter Wirkungsstätte nicht viel zu halten gehabt. Das galt auch für Waldschmidts Kracher aus der zweiten Reihe nach 50 Minuten. Beim vierten Versuch von Waldschmidt war der Ball dann drin - und es stand verdientermaßen 1:1 (54.). Beim zweiten Gegentreffer kurz vor dem Abpfiff konnte auch der 28-Jährige das Unheil nicht mehr abwenden. Note: 4,0

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Lukasz Piszczek: Der Pole begann hinten rechts - und musste früh vom Feld, weil der Oberschenkel zwickte. Nach 14 Minuten war Schluss. Er bleibt ohne Note.


Manuel Akanji: Stand einmal schlecht, als er Waldschmidt nach einem langen Ball hinter die Viererkette aus den Augen verlor und so die erste gute Freiburger Torchance ermöglichte (17.). Vor dem 1:1 verweigerte er - wieder gegen Waldschmidt - den Zweikampf (54.), drei Minuten später schenkte er leichtfertig eine Ecke her. In dieser Form ist der Schweizer ein Sicherheitsrisiko für die Dortmunder Defensive, wie das 2:2 noch einmal eindrucksvoll unter Beweis stellte. Note: 5,5

Akanji ist für den BVB in Freiburg ein Sicherheitsrisiko - Reus und Brandt enttäuschen

© Deltatre

Mats Hummels: Sein Außenrist-Pass auf Götze erzwang die Ecke, die zum 1:0 durch Witsel führte (20.). Einmal zu passiv gegen Haberer vor Günters Großchance zum Ausgleich (25.). Ansonsten gewohnt stark im Spielaufbau. Kurz vor der Pause musste er die Textilbremse gegen Waldschmidt ziehen und Hakimis vorausgegangenen Ballverlust ausbügeln - Gelbe Karte. Im zweiten Durchgang spielte er seine Erfahrung aus. Bekam einen fiesen Tritt aufs Sprunggelenk, biss sich aber durch. An ihm lag’s nicht, dass der BVB erneut Punkte liegen ließ. Note: 3,0


Raphael Guerreiro: Trat in Durchgang eins kaum offensiv in Erscheinung. In der Defensive verhinderte er Schmids Flanke, die zu Günters Chance (25.) führte, nicht konsequent genug. Er kann viel mehr. Note: 4,0


Thomas Delaney: Arbeitete im Mittelfeld, wie er eigentlich immer arbeitete. Engagiert, robust, solide. Der Däne brachte die richtige Schärfe mit, um gegen griffige Freiburger dagegen zu halten. Verteilte die Bälle sicher, ohne offensive Akzente zu setzen, wenn es möglich war. Klärte resolut, wenn es nötig war. Für Torgefahr sind andere zuständig beim BVB. Note: 3,0

Axel Witsel: Passquote vor der Pause? 98 Prozent. Zweikampfquote vor der Halbzeit? 67 Prozent. Dazu ein Tor. Witsel war in Durchgang eins der beste Dortmunder - nicht nur wegen seiner perfekten Volleyabnahme zum 1:0 (20.). Unterstrich einmal mehr, wie wertvoll er für die Struktur im BVB-Spiel ist. Witsel war einer der wenigen Lichtblicke in Schwarzgelb. Note: 2,5


Thorgan Hazard: Lieferte per Ecke die Vorlage zu Witsels Führungstreffer (20.). Kurz vor der Halbzeit nahm er sein Herz in die Hand und hielt mit links aus der Distanz einfach mal drauf, Schwolow parierte stark (45.). Ansonsten bemüht, aber ohne große Wirkung nach vorne. Nach einer guten Stunde machte er Platz für Sancho. Note: 4,0


Marco Reus: Der Kapitän leistete sich in den ersten zehn Minuten zwei unnötige Ballverluste - und ermöglichte den Freiburgern mit einem leichtsinnigen Außenristpass (38.) eine vielversprechende Kontergelegenheit. Offensiv kam er vor der Halbzeit zu zwei Halbchancen. Einmal blockte Günter (10.), einmal flog sein Kopfball nach einer Guerreiro-Ecke übers Tor (45.+1). Er nahm den Kampf an, aber es lief einmal mehr nicht rund - und vielleicht kommt die Abwechslung bei der Nationalmannschaft gerade zu einem guten Zeitpunkt für Reus. Note: 5,0


Achraf Hakimi: Nach seinen zwei Toren in Prag fiel Hakimi, der nach Piszczeks Verletzung den Platz hinten rechts in der Viererkette einnahm, im Schwarzwald-Stadion nur mit zwei gefährlichen Ballverlusten gegen den hartnäckigen Günter auf (40. und 44.). Es war ein schwacher Aufritt Hakimis, ein Tor erzwang er mit einer guten Aktion trotzdem. Mit Glück fand sein Ball nach 67 Minuten über Kübler den Weg ins Netz. Alles andere war äußerst dürftig. Note: 4,5


Mario Götze: Nach einer sehr frustrierenden Dienstreise nach Prag durfte Götze im Breisgau wieder von Beginn an ran. Es wurde ein ziemlich frustrierendes Spiel für den ehemaligen Nationalspieler. Er war fleißig, lief viel, blieb aber ohne Wirkung - und war im Sturmzentrum abgemeldet. Note: 5,0

Julian Brandt: Kam nach einer knappen Viertelstunde für den angeschlagenen Piszczek - und musste da spielen, wo er eigentlich nicht spielen möchte: auf dem Flügel. Es klappte nicht viel beim Neuzugang, der nur einmal gefährlich in Erscheinung trat, als er kurz nach seiner Einwechslung aus spitzem Winkel keinen kontrollierten Abschluss zustande brachte (16.). Nach 87 Minuten ging er wieder vom Feld - und Schmelzer kam zu seinem ersten Saison-Einsatz. Note: 5,0


Jadon Sancho (62. für Hazard) und Marcel Schmelzer (87. für Brandt) wurden spät eingewechselt und bleiben ohne Note.

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