Abwehr-Aufsteiger Schmelzer will nicht weg aus Dortmund

Lahms Erbe

Mit einer jungen Mannschaft und offensivem Fußball begeistert der BVB ganz Deutschland. Das Idyll wird sich aber schon bald gegen die Gesetze der Branche behaupten müssen. „Wenn wir alle zusammen blieben, würden wir sicher nicht schlechter“, prognostiziert Marcel Schmelzer (22).

JEREZ

von Von Sascha Fligge

, 07.01.2011, 05:29 Uhr / Lesedauer: 2 min
Fußball Bundesliga 5. Spieltag: Borussia Dortmund - VfB Stuttgart am 24.09.2014 im Signal Iduna Park in Dortmund (Nordrhein-Westfalen). Daniel Didavi (M) von Stuttgart jubelt mit Moritz Leitner über das 1:0. Rechts Marcel Schmelzer Foto: Bernd Thissen/dpa (Wichtiger Hinweis: Aufgrund der Akkreditierungsbestimmungen der DFL ist die Publikation und Weiterverwertung im Internet und in Online-Medien während des Spiels auf insgesamt fünfzehn Bilder pro Spiel begrenzt.) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Fußball Bundesliga 5. Spieltag: Borussia Dortmund - VfB Stuttgart am 24.09.2014 im Signal Iduna Park in Dortmund (Nordrhein-Westfalen). Daniel Didavi (M) von Stuttgart jubelt mit Moritz Leitner über das 1:0. Rechts Marcel Schmelzer Foto: Bernd Thissen/dpa (Wichtiger Hinweis: Aufgrund der Akkreditierungsbestimmungen der DFL ist die Publikation und Weiterverwertung im Internet und in Online-Medien während des Spiels auf insgesamt fünfzehn Bilder pro Spiel begrenzt.) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Vor zweieinhalb Jahren spielte er noch bei den Amateuren, und nicht einmal dort galt der Magdeburger ehrlich gesagt als unverzichtbar. Erst ein Zufall kam zur Hilfe: In Jürgen Klopp (43) wurde ausgerechnet der Mann neuer BVB-Trainer, der das Talent in den Monaten zuvor für seinen alten Arbeitgeber FSV Mainz 05 hatte beobachten lassen. „Klopp war der einzige aus dem Profibereich, der mich richtig einschätzen konnte, der mich in der ersten Mannschaft haben wollte und das dann durchgezogen hat“, betont Schmelzer. Ein Anfang war gemacht… Den Platzhirschen Dede („Darauf bin ich ein bisschen stolz. Dede ist ja nicht irgendjemand“) hat er inzwischen längst verdrängt und im November beim 0:0 in Schweden sogar sein Debüt in der Nationalelf gegeben. Glaubt man Branchengerüchten, hatte Klopp damals erneut seine Finger im Spiel, denn Bundestrainer Joachim Löw soll von dem Freiburger Felix Bastians (22) auf Geheiß seines Stabes stets mehr gehalten haben als von Schmelzer – jedenfalls bis Klopp Werbung für seinen schnellen Schützling machte, der inzwischen hinter Philipp Lahm als zweitstärkster Außenverteidiger Deutschlands gilt und in der Hinrunde alle 1530 Liga-Minuten auf dem Rasen verbracht hat.

„Es freut mich, dass Klopp sich auch bei Herrn Löw für mich eingesetzt hat“, sagt der Borusse, der in dem Wolfsburger Marcel Schäfer (26) und in Hamburgs Dennis Aogo (23) „meine größten nationalen Konkurrenten“ sieht. Mit starken Rückrundenleistungen („Meine Zweikampfwerte sollten noch besser werden“) und der Meisterschale könnte Schmelzer bei Löw PR in eigener Sache betreiben. „Natürlich“, sagt er, „habe ich mir in der Winterpause mal gedacht: Wahnsinn, was wir mit Dortmund schon geleistet haben! Aber jetzt geht es vor allem darum, nicht abzurutschen!“

Der Weg ins Ziel dürfte zum Minenfeld werden. Seit Tagen feuern die Bayern schon Wortsalven der Geringschätzung Richtung Dortmund ab und versuchen, den Herbstmeister aus der inneren Balance zu bringen. „München sieht seine Chance auch darin, uns durch Sticheleien schwächen zu können“, meint Schmelzer: „Es liegt an uns, darüber zu stehen und das nicht an uns ranzulassen. Extrem klettern werden die Bayern aber auf jeden Fall!“ Was auch für ihn selbst gelten dürfte. Und zwar in Sachen Gehalt, denn Linksverteidiger von der Klasse Schmelzers, der in der Hinrunde die meisten BVB-Flanken (35) geschlagen hat, sind ein international rares Gut. Am Ende des Gesprächs macht er Zorc Hoffnung. „Ich muss nicht betonen, dass ich hier nicht weg will und dass ich beim BVB das habe, was ich brauche“, sagt Schmelzer. Die Chance ist groß, dass auch er nicht schlechter würde. Wenn er denn bei all den anderen bliebe.  

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