1:0 - Zaubertor entscheidet hitziges Borussen-Duell

Reus lässt den BVB jubeln

Die Erfolgsserie des BVB geht weiter! Dank des Zaubertreffers von Marco Reus gewinnt Dortmund ein hitziges Borussen-Duell mit 1:0. Für Gesprächsstoff sorgt der Untergrund.

MÖNCHENGLADBACH

, 18.02.2018 / Lesedauer: 4 min
1:0 - Zaubertor entscheidet hitziges Borussen-Duell

Ein Zaubertor: Marco Reus nimmt genau Maß. © imago

Mario Götze hatte nach 20 Minuten die Nase voll. Er orderte neues Schuhwerk mit griffigerem Stollenprofil. Das Geläuf im Gladbacher Borussia-Park wies nur leichte Spuren von Rasen auf, auf dem Flickwerk unterschiedlichster Couleur von hellgrün bis dunkelbraun rutschte ein Spieler nach dem anderen aufs Hinterteil.

Gesetze der Physik ad absurdum geführt

Der BVB setzte trotzdem auf gepflegten Fußball, mit einem Novum in dieser Serie: Erstmals startete die Edel-Offensive mit Götze, Marco Reus und Andre Schürle gemeinsam. Da ballten sich Kreativität und Können, und nach einer halben Stunde sprang Zählbares heraus: Götze verlagerte mit einem weiten Schlag auf die linke Seite, Schürrle spielte im Strafraum quer auf Reus. Und dort führte der BVB-Kapitän die Gesetze der Physik ad absurdum.


Der knallharte Rechtsschuss segelte mit bis dato ungekannter Flugkurve unter die Querlatte, 1:0 für den BVB (32.). Spiele gegen seinen Ex-Klub genießt Reus besonders: Im neunten Anlauf (sechs Siege) der sechste Treffer, außerdem stehen fünf Vorlagen zu Buche. Die Pfiffe der Gladbacher Fans für den Jubel nahm der Dortmunder Hoffnungsträger gerne in Kauf.

Gastgeber treffen das Tor einfach nicht

In der intensiv geführten Partie auf dem niederrheinischen Acker hatten die Gastgeber mehr Chancen. Lars Stindl kam trotz Dortmunder Überzahl beim Konter der Gastgeber zum Abschluss, Roman Bürki parierte (13.). Ein Symbolbild für die Harmlosigkeit des Nationalspielers: Er ist seit mehr als 1000 Minuten ohne Treffer, ein wesentlicher Grund für die Krise der "Foglen". In der Stöger-Tabelle, seit dem 16. Spieltag gezählt, ist der BVB Zweiter - und Gladbach Drittletzter.

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Bundesliga, 23. Spieltag: Borussia M'gladbach - BVB 0:1 (0:1)

18.02.2018
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Bilder der Bundesliga-Partie zwischen Borussia M'gladbach und Borussia Dortmund.© imago/mika
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Dann jubelten die Platzherren doch, aber nur verhalten, unter Vorbehalt, wie es der Videobeweis inzwischen zu einer schwer erträglichen Gewohnheit gemacht hat: Jannik Vestergaard staubte ab, nachdem der BVB eine Standardsituation schlecht verteidigt hatte, und ahnte schon, was kommt. Videobeweis, Abseits, kein Treffer (41.). "Ihr macht unseren Sport kaputt", sangen die Fans auf beiden Seiten.

Hazard dribbelt sich durch die BVB-Abwehr

Thorgan Hazard hätte dennoch zur Pause auf Remis stellen können, verzog aber nach gutem Solo aus zehn Metern haarscharf (45.). Spätestens als erst Bürki Stindls Flachschuss parierte und Sokratis den Nachschuss von Bobadilla von der Linie kratzte, hätte Gladbach den Ausgleich verdient gehabt (54.). Nach dem nächsten Angriff kickte erneut Hazard in bester Ausgangsposition weit drüber (58.).

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Der BVB bekam die Gladbacher Angriffe kaum verteidigt. Im Mittelfeld fehlte der Zugriff, die bespielbaren Räume hinter der offensiven Reihe wurden größer und größer. Stindl vergab die nächste glasklare Gelegenheit (64.), Elvedis Kopfball-Aufsetzer entzauberte Bürki (70.), während die Schwarzgelben zu passiv wurden und zusehends die Kontrolle verloren. Mehr als ein Strahl von Reus, den VfL-Keeper Yann Sommer mit einem Reflex über den Querbalken lenkte (61.), ließ sich seit dem Führungstreffer nicht notieren.

Abwehr leistet Schwerstarbeit

Gladbach haderte weiter mit den vergebenen Großchancen, Bobadilla lieferte das nächste Beispiel (75.). Bei der Anzahl der Torschüsse stand es da 21:7. Es schien, als könnte die "Fohlenelf" noch Stunden weiterspielen, ohne zu treffen. Bürki, der herausragende Sokratis und sein Nebenmann Manuel Akanji leisteten Schwerstarbeit, um die Nachlässigkeiten ihrer Vorderleute auszubügeln.


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Das Borussen-Duell war da längst ein hitziges Hin und Her. Als Reus nach einem Foul von Elvedi liegenblieb, eilte sogar Peter Stöger zum Schlichten auf den Rasen (71.). Dann reagierte der BVB-Trainer beim Personal, Christian Pulisic kam für Götze in die Partie (74.), fünf Minuten später der Ex-Gladbacher Mahmoud Dahoud für Reus (79.). Mit lauten Sprechchören verabschiedeten die BVB-Fans unter den 54.018 Zuschauern im ausverkauften Borussia-Park den Torschützen des Tages.

Dortmund setzt sich oben fest

Es blieb in der umkämpften Schlussphase beim schmeichelhaften 1:0 für die Dortmunder Borussia, trotz des schwachen Auftritts im zweiten Durchgang. Mit dem fünften Sieg im achten Bundesliga-Spiel unter Stöger (dazu drei Unentschieden) setzt sich der BVB in der Spitzengruppe der Bundesliga fest.

Am Donnerstag tritt der BVB in der Europa League bei Atalanta Bergamo zum Zwischenrunden-Rückspiel an (21.05 Uhr, Hinspiel 3:2).

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