Handball

Vom kleinen Dorf auf das große Handball-Parkett: Dana Bleckmann im Interview

Nominiert zu Dortmunds Sportlerin des Jahres 2020 und etabliert im Team der Handballerinnen von Borussia Dortmund: die 19 Jahre alte Dana Bleckmann im Interview.
Das wird nicht einfach: Dana Bleckmann und die BVB-Frauen haben in der kommenden Saison eine Menge Spiele vor sich. © Ludewig

Für die Handballerinnen von Borussia Dortmund stehen in nächster Zeit die Wochen der Wahrheit an. Duelle in Russland und Montenegro in der Champions League und dazwischen noch die Bundesliga. Doch zuvor spielt der BVB am Mittwoch zu Hause gegen den SV Union Halle-Neustadt (Anwurf 19.30 Uhr).

Vor dem Spiel sprach die 19-jährige Dana Bleckmann über den Spagat zwischen Champions League und Bundesliga, ihre Kindheit mit Handball und wie sehr Dortmund ihre Heimat geworden ist.

Frau Bleckmann, Ihre Heimat liegt eigentlich im niederrheinischen Aldekerk. Seit fünf Jahren sind Sie beim BVB. Wie sehr ist Dortmund Ihre Heimat geworden?

Auf jeden Fall ist Dortmund ein Teil Heimat geworden. Ich fühle mich richtig wohl in der Stadt. Aldekerk ist ein Stück weit mehr meine Heimat, weil viele meiner Freunde und meine Familie da sind. Aber viele Freunde habe ich auch hier. Ich wohne direkt am Phoenixsee, das ist echt schön und auch in Dortmund kann man einiges unternehmen.

Ihr Lebensmotto ist „Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom“. Wie kam es dazu und was ist die genaue Bedeutung für Sie?

(schmunzelt) Den Satz hat mein Vater früher öfters zu mir gesagt. Es ist mein Lebensmotto geworden, weil es zu mir passt und weil ich mich damit identifizieren kann. Ich denke mir, man sollte nicht immer mit dem Strom schwimmen und auch eine eigene Meinung haben. Das ist mir sehr wichtig.

Sie sind in einer echten Handballfamilie aufgewachsen: Wie hat sich das widergespiegelt in ihrer Kindheit?

Ich komme aus einem relativ kleinen Dorf, wo Handball gelebt wird. Ich bin früher mit meiner Mutter zum Training gegangen, sie hat mich damals schon im Maxi-Cosi mitgenommen. Meine Eltern haben beide gespielt, meine Tanten, meine Cousins und Cousinen. Dann habe ich auch mit meiner Schwester früher zusammengespielt, die zwei Jahre älter ist als ich. Handball gehörte für mich immer dazu.

Dortmund ist geschmückt mit einer Vielzahl von Top-Spielerinnen. Wie schwierig ist es gewesen, sich in diesem Team durchzusetzen?

Eigentlich harmonieren wir wirklich sehr gut als Team. Es ist nicht so, dass die älteren Spielerinnen mir das Leben schwer gemacht haben. Überhaupt nicht. Ich konnte mich wirklich gut einfinden in die Mannschaft und es macht mir echt viel Spaß.

Bis zum 10. Januar kann für Sie abgestimmt werden bei der Wahl zu Dortmunds Sportlerin des Jahres 2020: Wie viel bedeutet Ihnen so eine Anerkennung ihrer Leistungen?

Es ist auf jeden Fall eine Ehre und ich habe mich sehr drüber gefreut. Ich hatte damit nicht gerechnet nach dem letzten Jahr, weil alles etwas turbulent war mit Corona. Ich würde mich natürlich freuen, wenn für mich abgestimmt wird, aber genau so hätten es die beiden anderen Sportlerinnen verdient.

In den nächsten Tagen kommt ein echtes Mammut-Programm auf Borussia Dortmund zu: Mittwoch zu Hause gegen Union Halle-Neustadt, dann nach Montenegro, dann wieder in der Liga (gegen Neckarsulm) und im Anschluss in Moskau. Wie sieht Ihre Vorbereitung darauf aus?

Ich habe das letzte freie Wochenende noch in der Heimat genossen. Ich freue mich aber, dass es jetzt auch wieder richtig losgeht. Natürlich wird es auch eine Herausforderung und anstrengend mit den Reisen. Aber es macht auch einfach Spaß und das will man ja auch. Man muss dann auch schauen, dass man genügend regeneriert, um topfit in die Spiele zu gehen. Das kriegen wir aber hin.

In der Bundesliga marschiert das Team bislang nur so durch und wirkt unschlagbar, in der Champions League hat es noch etwas gehapert. Wie schwierig ist dieser Spagat?

Ich denke, in der Champions League ist es unser erstes Jahr, da fehlt es uns vielleicht noch etwas an Erfahrung. Da hatten wir auch ein bisschen Pech, da müssen wir den Schalter einfach umlegen. Wir versuchen weiterhin so Gas zu geben, wie wir es bisher geschafft haben. Wir geben unser Bestes in der Champions League und der Bundesliga, um unsere Ziele zu erreichen.

Wie sehen Ihre persönlichen Ziele für die weitere Karriere aus?

Auf jeden Fall habe ich noch einiges vor. Mein Ziel ist es mich in der Bundesliga zu etablieren als gestandene Spielerin und auch in der Champions League meinen Weg zu gehen und dort auch weiter zu spielen.

Kommende Woche startet die Handball-Weltmeisterschaft der Herren in Ägypten. Werden Sie da zuschauen?

Definitiv. Mein Cousin Julius Kühn spielt bei der Nationalmannschaft. Ich freue mich da jedes Mal riesig drauf, wenn WM ist und werde mir die Spiele auf jeden Fall angucken.

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