Trotz DHB-Vorschlag: BVB-Chef Andreas Heiermann hat immer noch Sorgen

BVB-Handball-Frauen

Der DHB hat einen Vorschlag für die Wertung der Abschlusstabelle der Frauen-Bundesliga vorgestellt, die BVB-Frauen würden profitieren. Der Abteilungsleiter bleibt aber angespannt.

Dortmund

, 21.04.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Andreas Heiermann ist Abteilungsleiter der Handball-Frauen von Borussia Dortmund.

Andreas Heiermann ist Abteilungsleiter der Handball-Frauen von Borussia Dortmund. © Stephan Schütze

So wirklich entspannen kann Andreas Heiermann, Abteilungsleiter der Handball-Frauen von Borussia Dortmund, derzeit noch nicht. Auch der am Freitag vom DHB veröffentliche Vorschlag, die Saison auf Basis der Quotientenregelung zu werten, sorgte beim Spitzenreiter der Frauen-Handball-Bundesliga noch nicht für das große Aufatmen.

„Ich habe noch Sorgen. Der Puls ist erst normal, wenn eine Entscheidung getroffen wurde. Ich bin verdammt glücklich, wenn der Vorschlag fixiert ist, aber bis dahin halte ich die Füße still“, sagt Heiermann.

Borussia Dortmund wäre Meister vor Bietigheim

Zum Vorschlag: Das Präsidium des DHB verkündete am Freitag in einer Mitteilung, dass es eine Vorlage in den Bundesrat des DHB bringen möchte, in der darüber beschlossen wird, wie die Saison im Falle eines Abbruches gewertet wird. Der DHB empfiehlt dabei die Wertung der Abschlusstabelle auf Basis der Quotientenregelung.

In diesem Fall würden die gesammelten Punkte der Teams durch die Anzahl der absolvierten Spiele bis zum 12. März 2020 geteilt. Das Ergebnis würde anschließend mit 100 multipliziert und auf eine Stelle nach dem Komma gerundet werden, wie der DHB am Freitag mitteilte.

Da die Saison der BVB-Frauen bereits abgebrochen wurde, sind die Borussinnen direkt betroffen. Nach dieser Regelung wären die BVB-Handball-Frauen mit einem Quotienten von 188,9 Tabellenerster vor Bietigheim (183,3). Die erste Meisterschaft der Vereinsgeschichte und der Einzug in die Champions League wären perfekt.

Heiermann macht keinen Hehl daraus, dass er nur diese Entscheidung für sportlich fair hält. „Klar würde uns diese Entscheidung entgegenkommen, aber ich erwarte das auch so und bin davon ausgegangen, weil es eine faire und saubere Regelung wäre“, sagt der BVB-Abteilungsleiter.

Große Anstrengungen

Heiermann betont im Gespräch zudem die Anstrengungen die Verein, Spielerinnen und Trainer im Laufe der Saison unternommen haben, um erfolgreichen Handball zu spielen. „Wir haben wirtschaftlich und sportlich hart dafür gearbeitet – im Training und in den Spielen“, so Heiermann, der danach noch seinen Coach André Fuhr lobte, weiter: „Der neue Trainer hat wahnsinnigen Anteil an der Saison. Ich würde ihm den Erfolg von ganzem Herzen gönnen.“ Der Verein hatte Fuhr im Juni vergangenen Jahres als neuen Trainer der BVB-Frauen vorgestellt.

Darüber hinaus unterstrich Heiermann allerdings auch, dass er sich lieber eine sportliche Entscheidung gewünscht hätte als eine am Grünen Tisch. „Wir hätten am liebsten alle Spiele gespielt. Wir hatten gute Chancen, so Deutscher Meister zu werden“, sagt Heiermann.

Abstimmung am Donnerstag

Ein wenig gedulden müssen sich die BVB-Damen allerdings noch. Der DHB-Bundesrat muss über die am Freitag vorgestellte Beschlussvorlage nämlich noch abstimmen. Das solle am kommenden Donnerstag passieren. Erst dann wird Andreas Heiermann wohl wieder einen normalen Puls haben.

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