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Streit um Trennung von Norman Rentsch beim BVB geht weiter: Es steht Aussage gegen Aussage

dzBVB-Handballfrauen

Der Abgang von Cheftrainer Norman Rentsch bei den Handballerinnen des BVB sorgt weiter für große Unruhe. Jetzt wehrt sich Abteilungsleiter Andreas Heiermann.

Dortmund

, 20.09.2018 / Lesedauer: 3 min

Keine Frage, es sind turbulente Tage für die Handballabteilung von Borussia Dortmund. Das Hickhack um die plötzliche Kündigung des Cheftrainers Norman Rentsch drängt die sportliche Vorbereitung auf das Bundesliga-Heimspiel am Samstag gegen Metzingen an den Rand.

Abteilungsleiter Andreas Heiermann schaltet am Donnerstag in den Verteidigungsmodus. Gegen den möglichen Eindruck, dass beim BVB unprofessionell gearbeitet wurde, wehrt er sich vehement. Trainer Norman Rentsch hatte zuvor gekündigt und erklärt, bislang keinen unterschriebenen Vertrag des Vereins erhalten zu haben. „Es gibt seit Ende Juli einen rechtskräftigen Vertrag. Unterschrieben von den Verantwortlichen des Vereins und von Norman Rentsch“, betont Andreas Heiermann.

Streit um Trennung von Norman Rentsch beim BVB geht weiter: Es steht Aussage gegen Aussage

Offenbar wurde jedoch versäumt, diesen Kontrakt dem Trainer zuzustellen. Heiermann bedauert diesen Fehler, bestreitet jedoch, dass es außervertragliche Absprachen mit Rentsch gegeben habe. Rentsch hatte seine Kündigung vorrangig damit begründet, dass getroffene Absprachen vom BVB nicht eingehalten worden seien – und damit der Darstellung des BVB widersprochen, dass die zu große Entfernung zu seinem Wohnort das Ende der Liaison besiegelt habe.

Heiermann: „Es gab keine weiteren Absprachen“

„Ich halte grundsätzlich meine Zusagen ein. Es gab aber in diesem Fall keine weiteren Absprachen“, sagt Heiermann. Rentsch jedoch pocht darauf, dass er ohne die Zusage, freitags und montags von Dortmund zu seiner Familie ins Erzgebirge fahren zu können, niemals beim BVB unterschrieben hätte.

„Diese Absprachen gab es von Anfang an. Sie wurden in Vier-Augen-Gesprächen oder telefonisch getroffen, schriftlich kann ich das nicht belegen“, erklärt Rentsch. Letztmals habe man sich bei einem Gespräch Ende August noch einmal über diese „Heimfahrtregelung“ ausgetauscht. Ohne Konsens. Der BVB bestand darauf, dass der Cheftrainer häufiger bei der Mannschaft ist.

Rentsch: „Abteilungsleitung kannte meine Trainingssteuerung“

Rentsch hält dagegen. „Die Abteilungsleitung kannte schon, bevor ich in Dortmund angefangen habe, meine Trainingssteuerung. Montags und freitags haben wir Athletikeinheiten oder Regeneration angesetzt und ansonsten in der Woche intensiv handballspezifisch gearbeitet“, sagt Rentsch. Bis zu acht Einheiten pro Woche habe das Team absolviert. Sein Verhältnis zum Team sei „sehr gut“ gewesen.

Spielerinnen aus dem BVB-Kader bestätigen das unserer Redaktion, loben explizit das Training, zeigen sich geschockt vom Abschied des Trainers. „Ich hätte sehr gern mit dem Team weitergearbeitet, nur ging das leider nicht unter den Bedingungen“, sagt Rentsch. Seine Familie habe unter der Situation gelitten.

Gino Smits soll den Fokus wieder auf den Sport legen

„Wir haben das Problem der Distanz zu seinem Wohnort unterschätzt“, gesteht Andreas Heiermann, der sich bei den BVB-Handballerinnen für die aus dem plötzlichen Abgang Rentschs resultierende Unruhe entschuldigt hat. In Gino Smits hofft er den Mann zu haben, der vor der Partie gegen Metzingen den Fokus des Teams nun zurück auf den Sport schwenken kann. „Gino ist eine sehr gute Interimslösung mit hoher Handballkompetenz, er ist in dieser schwierigen Situation richtig für die Mannschaft“, sagt Heiermann.

Wie lange Smits den Frauen-Bundesligisten jetzt trainiert, ist noch offen. „Wir sondieren den Trainermarkt, das ist doch klar. Schließlich ist Gino Smits eigentlich bei uns, um unseren Handballnachwuchs professionell zu fördern“, erklärt der Abteilungschef. Ausgeschlossen sei ein längerfristiges Engagement Smits auf der Bundesliga-Kommandobrücke des BVB aber nicht. Genau genommen aber ist Norman Rentsch ja noch bis zum 31. Oktober Trainer des BVB. Zumindest auf dem umstrittenen Papier.

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