„Rückkehr zur Nationalmannschaft ist ein Traum"

DORTMUND Mit runderneuertem Kader geht Handball-Bundesligist Borussia Dortmund in die neue Saison. Gleich acht Neuzugänge stehen im 14-köpfigen Kader des BVB. In loser Reihenfolge stellen wir diese Hoffnungsträger vor. Heute: Gesine Paulus.

14.07.2008, 18:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bei Bayer Leverkusen bekam Gesine Paulus zuletzt nicht die erwünschten Spielanteile. Nun der Neuanfang beim BVB.

Bei Bayer Leverkusen bekam Gesine Paulus zuletzt nicht die erwünschten Spielanteile. Nun der Neuanfang beim BVB.

Gesine, die erste Trainingswoche liegt hinter Ihnen. Wie sind die ersten Eindrücke? Gesine Paulus: Es war sehr lustig. Wir hatten zusammen viel Spaß, ich fühle mich schon gut integriert.

Die Woche stand ja unter dem Motto „Teambuilding“... Paulus: Ja, bei acht Neuen ist das sicherlich auch notwendig. Wir haben nach den Leistungstests am Wochenende zwei Tage im Sauerland verbracht. Das war eine gute Möglichkeit, sich näher kennen zu lernen.

Sie sind mit Leverkusen Dritter geworden, waren im Jahr davor Deutscher Vizemeister. Warum der Wechsel? Paulus: Ich hatte die Rückrunde 2006/07 wegen einer schweren Verletzung (Oberschenkelhalsbruch) komplett verpasst. Danach habe ich gebraucht, um wieder Anschluss zu finden, bekam aber bei Bayer nicht mehr die Spielanteile, die ich mir wünsche. Ich will mehr spielen.

Sie wechseln von einem Bundesliga-Topteam zu einem Aufsteiger. Ein Rückschritt? Paulus: Nein. Die BVB-Anfrage kam genau zur richtigen Zeit. Ich habe mir in Westfalen einen Freundeskreis aufgebaut, wollte nicht schon wieder weit weg. Und sportlich stimmt die Perspektive. Der BVB hat mich mit seinem Konzept überzeugt, alles wirkt sehr professionell.

Vor zwei Jahren gehörten sie zum erweiterten Kreis der Nationalmannschaft... Paulus: ... und es wäre ein Traum, wieder zu diesem Kreis zu stoßen. Aber ich will einen Schritt nach dem anderen machen. Gesund bleiben, mehr spielen. Der Rest kommt dann hoffentlich von allein.

Ihr Vorbild ist der 400 m-Olympiasieger Michael Johnson. Was mögen Sie an ihm? Paulus: Ich liebe die Leichtathletik. Mit 15 hat mich der Mann von Marita Koch, die ich sehr gut kenne, mal auf die Bahn geholt und wollte aus mir eine 400 m-Läuferin machen. Ich habe mich aber dann letztlich doch für den Mannschaftssport entschieden. An Johnson mag ich seinen eleganten Stil.

Stichwort „Eleganz“: Für die Sportbild haben Sie mal ein Foto-Shooting gemacht. Wie kam es dazu? Paulus: Das waren ganz normale Fotos. Der Fotograf wollte Sportlerinnen mal anders ablichten als im Trikot, zeigen, wie sie als Privatpersonen sind. Für mich war das mal eine Abwechslung. Und die Chance, unseren Sport einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren.

Den BVB haben Sie als einen Neuanfang für sich bezeichnet. Kann man nach so kurzer Zeit schon eine Prognose abgeben, was möglich ist? Paulus: Der Klassenerhalt genießt oberste Priorität. Wir müssen als Mannschaft schnell zusammen wachsen, es ist natürlich nach einer Woche Training nicht leicht zu sagen, wie groß das Potenzial ist. Aber ich denke, der Kader ist gut zusammengestellt. Wir können eine gute Rolle spielen.  Interview: Dirk Krampe

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