Ettaqi führt BVB-Frauen zum 31:24-Arbeitssieg

Handball: Bundesliga

Glanz haben Borussia Dortmunds Handball-Frauen am Samstag beim 31:24 (15:10) gegen die HSG Bad Wildungen nicht versprüht. Es war eher ein Arbeitssieg, der kaum länger im Gedächtnis haften bleiben dürfte. Für eine Spielerin aber war es ein besonderer Abend.

DORTMUND

, 18.01.2016, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Aussagen über das große Potenzial von Rafika Ettaqi waren bislang oftmals theoretischer Natur. Die gebürtige Marokkanerin war eine der Spielerinnen, die in der vergangenen Saison mit schwerwiegenden Verletzungen lange ausfielen. Ebenso langwierig wie der Genesungsprozess bei ihrer lädierten Schulter gestaltete sich dann die Phase, in der sie zwar wieder fit war, auf dem Feld aber unübersehbar noch gehemmt wirkte.

Sieben Treffer

„Jetzt“, meinte Trainerin Ildiko Barna nach dem Sieg gegen Wildungen glücklich, „zeigt sie, was sie kann.“ Ettaqi warf sieben Tore, ihrer Sprung- und Wurfgewalt stand die Wildunger Abwehr weitgehend machtlos gegenüber. Und sollte sich die ehemalige BVB-Spielerin Tessa Bremmer, jetzt Trainerin der „Vipers“, darüber gefreut haben, dass ihre Maßnahme, Nadja Nadgornaja manndecken zu lassen, über eine gewisse Strecke funktionierte, so verpuffte die Wirkung dieser Taktik, weil Ettaqi in die Bresche sprang und eindrucksvoll Verantwortung übernahm.

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Bildergalerie

Handball, Bundesliga: BVB - HSG Bad Wildungen Vipers 31:24 (15:10)

Bilder der Bundesliga-Partie zwischen Borussia Dortmund und HSG Bad Wildungen Vipers.
17.01.2016
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Bilder der Partie BVB gegen Bad Wildungen.© Foto: Ludewig
Bilder der Partie BVB gegen Bad Wildungen.© Foto: Ludewig
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Rafika Ettaqi BVB-Frauen 1. Liga 16.01.2016Foto: Peter Ludewig© Foto: Ludewig
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Bilder der Partie BVB gegen Bad Wildungen.© Foto: Ludewig
Bilder der Partie BVB gegen Bad Wildungen.© Foto: Ludewig
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„Ja“, gab Ettaqi zu, „es hat gedauert, bis der Kopf wieder frei war, bis ich nicht mehr nachgedacht habe.“ Jetzt fühle sie sich gut, und das ist ein gutes Signal für die gesamte Mannschaft.

Nüchterner Alltag

Nach dem emotionalen Hochgefühl durch den Einzug ins Final Four um den DHB-Pokal war am Samstag nüchterner Alltag angesagt. „Es war wenig spektakulär, oft sehr zäh“, gab Barna zu. Gute 20 Minuten dauerte es, bis der BVB Zugang zu diesem Spiel fand, es waren viele Einzelaktionen, die das Spiel in die richtige Bahn lenkten. „Sie haben es uns lange sehr schwer gemacht“, meinte auch Kreisläuferin Anne Müller. „Lücken gab es wenige.“  

Das Spiel plätscherte dahin, ernsthaft gefährlich aber wurde es für den BVB über die gesamten 60 Minuten nicht. Und das war der zweite Grund für Barna an diesem Abend, „dennoch zufrieden zu sein.“ Zu wissen, dass der Aufsteiger Spiele mit Geduld gewinnen kann, ohne seine absolute Leistungsgrenze erreichen zu müssen, ist ein beruhigendes Gefühl und sollte weiter Selbstvertrauen geben.

"Wir sind zusammengewachsen"

Zwei Spieltage vor dem Ende der Hinrunde präsentiert sich Dortmund in der Tat gereift. „Wir sind zusammengewachsen“, sagt auch Kreisläuferin Müller. „Wir kennen jetzt die Abläufe, Automatismen greifen.“ Dass Barna für beinahe jede Position Alternativen hat, ist ein Qualitätsmerkmal. Gegen Wildungen schonte sie Torfrau Clara Woltering, Mandy Burrekers hielt 14 Bälle und machte ein gutes Spiel. Im Rückraum variierte Barna auf allen drei Positionen ohne größeren Substanzverlust. Auch deshalb setzte sich der BVB nach dem 15:10 zur Pause gegen Ende noch deutlich ab.

Mit vier lösbaren Aufgaben in den nächsten vier Wochen besteht die Chance, sich im oberen Drittel festzusetzen. „Genau das“, sagt Barna, „ist unser Ziel.“

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