BVB: Trainer André Fuhr zeigt Größe - Spielerin Kelly Dulfer Bedauern

Handball-Bundesliga

Borussia Dortmund hat in der Causa Kelly Dulfer eine Lösung gefunden. Der Trainer zeigt Größe, die Spielerin bedauert das, was war. Der Verein geht professionell mit dem Vorfall um.

Dortmund

, 29.01.2021, 20:29 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Causa Kelly Dulfer (r.) ist geklärt. André Fuhr möchte sich auf das Sportliche fokussieren.

Die Causa Kelly Dulfer (r.) ist geklärt. André Fuhr möchte sich auf das Sportliche fokussieren. © Ludewig

Gleich am Freitagmorgen machte sich Andreas Heiermann auf den Weg zur Krafteinheit der Handballerinnen von Borussia Dortmund. Der Abteilungsleiter des BVB suchte das Gespräch mit Kelly Dulfer, die tags zuvor durch Zitate in einem Interview mit der niederländischen Rundfunkanstalt „NOS“ aufgefallen war.

In dem Bericht auf der niederländischen Seite kritisierte sie Borussia Dortmunds Cheftrainer André Fuhr. Heiermann wollte die Aussagen klären. „Ich hatte heute Morgen ein sehr gutes Gespräch mit Kelly Dulfer“, erzählte er am Nachmittag.

In diesem versicherte Dulfer, so berichtete es der BVB-Handball-Boss, dass sie missverstanden worden sei, die Aussagen falsch herübergekommen seien.

Daumen hoch vom Trainer

Am Mittag sprach dann das BVB-Führungstrio bestehend aus Heiermann, seinem Stellvertreter Andreas Bartels und Borussias Übungsleiter André Fuhr über die Geschehnisse. In der Hand des Trainers lag es auch darüber zu entscheiden, ob der Weg von Dulfer bei Borussia Dortmund bis zum Ende der Saison weitergeht, ehe sie zur SG BBM Bietigheim wechselt. Daumen runter oder Daumen hoch war hier die Frage. Fuhr gab das Zeichen für eine weitere Zusammenarbeit mit der Rückraumspielerin.

„André Fuhr hat für mich Größe bewiesen, dass er den Weg sucht mit der Spielerin klarzukommen“, zeigte sich Heiermann erfreut, aber vor allen Dingen erleichtert. „Das zeigt auch für uns, dass er der richtige Trainer ist.“ Und während Fuhr weiterhin auf Dulfer setzen kann, wird auch sie die Saison mit einem eindeutigen Ziel weiterspielen: dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft. So hatte das niederländische Medienportal „NOS“ sie auch in besagtem Bericht zitiert.

„Ich bin mir ganz, ganz sicher, dass Kelly bis zum Saisonende Vollgas gibt und alle anderen auch“, sagte Heiermann und bekräftigte nochmals: „Alle wollen Deutscher Meister werden.“

Und genau darauf stimmten die Verantwortlichen das Team beim Abschlusstraining am Freitagnachmittag ein. Es gab ein klärendes Gespräch mit der Mannschaft. Und Dulfer, so erklärte Heiermann, hat sich entschuldigt. „Sie hat es vor der ganzen Mannschaft bedauert“, sagte der Abteilungsleiter und fügte an: „Die Sache ist geklärt, wir können uns alle in die Augen gucken.“ Und der BVB hat damit eine professionelle Lösung gefunden, ohne das Thema weiter aufkochen zu lassen.

Dulfer ist wichtig für das Team

Die Verantwortlichen haben sich für den sportlichen Weg entschieden, der darauf ausgerichtet ist, die deutsche Meisterschaft zu gewinnen. Dabei ist die Weltklasse-Rückraumspielerin Dulfer ein mitentscheidender Baustein.

Und dazu gehört auch, das Heimspiel am Samstag gegen den Tabellenvorletzten 1. FSV Mainz 05 zu gewinnen (Anwurf 19.30 Uhr, live auf sportdeutschland.tv). „Ich erwarte eine hoch motivierte Mannschaft und einen klaren Sieg“, sagt Andreas Bartels zum tabellarisch ungleichen Duell. Der BVB steht auf der Spitzenposition, Mainz auf Rang 15. Bei den Dortmunderinnen ist Tina Abdulla fraglich, da sie im Abschlusstraining umgeknickt war.

Trainer Fuhr wollte sich nicht mehr zu Causa Kelly Dulfer äußern, sondern bewies die von Heiermann attestierte Größe. „Ich bin vor allem auf das Sportliche fokussiert“, sagte er und blieb damit professionell.

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