BVB-Trainer André Fuhr: Es ist natürlich ein besonderes Spiel für mich

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Verlustpunktfrei liegen die Handball-Frauen des BVB an der Bundesliga-Tabellenspitze. Samstag steigt das Spitzenspiel gegen Blomberg, das für Trainer André Fuhr ein ganz besonderes ist.

Dortmund

, 17.01.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Für die BVB-Handball-Frauen geht es am Samstag (19.30 Uhr) in der Halle Wellinghofen um sehr viel. Gewinnen die Schützlinge von Trainer André Fuhr gegen den Tabellenvierten Blomberg, stehen einer perfekten Hinrunde mit null Verlustpunkten nur noch Mainz (12.) und das Tabellenschlusslicht Kurpfalz Bären (14.) im Weg.

Aber nicht nur das macht das Bundesligaspiel am Samstag zu einem besonderen. BVB-Trainer André Fuhr war von 2002 bis 2018 Blomberger, auf sein Konto gehen der Aufstieg in die erste Liga 2006, zwei Pokalfinal- und vier Europapokal-Teilnahmen. Außerdem war Fuhr mit der A-Jugend auch Stammgast bei den Deutschen Meisterschaften. Im Interview spricht der 48-Jährige über seine Blomberger Vergangenheit – und das Duell mit alten Bekannten am Samstag.

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Herr Fuhr, das Spiel gegen die HSG Blomberg-Lippe am Samstag wird für Sie bestimmt kein normales...

Das kann man so sagen (lacht). Ich war insgesamt 16 Jahre in Blomberg, da habe ich natürlich noch viele Kontakte. Es ist also natürlich ein besonderes Spiel für mich.

Sie waren von 2002 bis 2018 Bundesligatrainer, Jugendtrainer und auch Sportdirektor.

Genau, ich habe in Blomberg auch das Sportinternat mit aufgebaut.

Dadurch haben Sie einen großen Teil zur Philosophie der HSG Blomberg-Lippe beigetragen. Ja, unsere Aufgabe war es, junge Talente zu finden und auszubilden – natürlich immer im Rahmen der wirtschaftlichen Möglichkeiten von Blomberg. Prominente Beispiele sind Xenia Smits, die mittlerweile in Metz spielt (Smits wechselt in der kommenden Saison zu Bietigheim, Anm. der Red.) und Alicia Stolle, die für Thüringen aufläuft. Es war oft so, dass wir viele Spielerinnen aufgebaut haben und sie dann aber leider ziehen lassen mussten. Das war natürlich nicht so schön.

Sie haben sehr viele Erfolge mit den Blombergern gefeiert, warum sind Sie 2018 dann zur TuS Metzingen gewechselt?

In meinem letzten Jahr gab es schon ein paar Turbulenzen – die haben wir aber gut überstanden. Ich hätte in Blomberg bleiben können, hatte aber auch Anfragen von Vereinen mit höheren Ambitionen vorliegen, die auch in anderen Tabellenregionen unterwegs waren. Da macht man sich schon mal seine Gedanken. Letztendlich ist es dann Metzingen geworden.

Verfolgen Sie Ihr altes Blomberger Team denn besonders intensiv?

Ich verfolge Blomberg vielleicht etwas intensiver, was die Ergebnisse angeht. Ich habe sie in dieser Saison ein paar mal im Stream gesehen, aber nicht häufiger als Thüringen oder Bietigheim.

Aus dem aktuellen Kader der Blomberger Bundesliga-Mannschaft sind nur drei Spielerinnen 2018 oder später dazugekommen. Sie kennen den Gegner am Samstag also in und auswendig, oder?

Ja, das sind genau die Spielerinnen, die wir damals bei uns in der Jugend ausgebildet haben – und die dann den Sprung in den Bundesligakader geschafft haben.

Hat das die Vorbereitung auf das Spiel für Sie einfacher oder schwieriger gemacht?

Weder noch, wir haben uns genau so vorbereitet, wie vor anderen Spielen auch.

Blomberg steht mit 16:4 Punkten auf dem vierten Tabellenplatz hinter Ihrer Mannschaft, Bietigheim und Thüringen. Hätten Sie vor der Saison erwartet, dass die HSG so stark auftritt?

Nein, dass es so ein Spitzenspiel ist, wie es jetzt am Samstag sein wird, hätte sicher keiner vor der Saison gedacht.

Was macht Blomberg denn in dieser Saison so gefährlich?

Sie sind ein total eingespieltes Team, weil die meisten eben schon in der Jugend zusammengespielt haben – das macht sie so stark. Außerdem hat die Blomberger Mannschaft einen starken Charakter, alle kämpfen bis zum Schluss.

Worauf muss Ihr Team am Samstag besonders aufpassen?

Sie haben eine richtig gute Mitte-Kreis-Achse mit Silje Petersen und Celine Michielsen. Da müssen wir wirklich aufpassen – wir brauchen die Punkte unbedingt.

Wenn Sie am Samstag Blomberg schlagen sollten , haben Sie gegen alle Spitzenteams der Liga gewonnen und stehen zwei Spieltage vor Ende der Hinrunde verlustpunktfrei an der Tabellenspitze. Können Sie sich dann noch von der Rolle des Titelfavoriten freisprechen?

(lacht) Darüber können wir nach dem Spiel sprechen.

Kreisläuferin Merel Freriks hat sich im Pokalspiel gegen Bietigheim einen Außenbandanriss zugezogen. Kann Sie gegen Blomberg spielen?

Merel hat am Freitag das erste Mal wieder mit der Mannschaft trainiert, wir müssen schauen, ob es für das Spiel reicht.

Sonst fehlt nur Leonie Kockel mit Schulterproblemen?

Genau. Für Leonie kommt das Spiel noch zu früh, sie kann in den nächsten Tagen aber endlich langsam wieder mit dem Training anfangen. Sonst sind alle mit dabei.

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