BVB-Handballerinnen schnappen sich für die nächste Saison noch eine Weltmeisterin

dzBVB-Handball-Frauen

Gleich zwei Sommer-Neuzugänge haben die BVB-Handball-Frauen zu verkünden. Dafür müssen aber auch zwei aktuelle Spielerinnen Platz machen und werden den Verein am Saisonende verlassen.

Dortmund

, 06.02.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Handball-Damen des BVB werden in der kommenden Saison noch ein bisschen mehr Oranje. Während das Team um Trainer André Fuhr in der Bundesliga und im Pokal von Sieg zu Sieg eilt und immer noch verlustpunktfrei seine Kreise an der Tabellenspitze zieht, hat der Verein bereits die Planungen für die kommende Saison vorangetrieben.

Der Holland-Block, der aktuell aus sechs niederländischen Spielerinnen besteht, bekommt gleich doppelten Zuwachs. Zur neuen Saison werden Delaila Amega (TuS Metzingen) und Tessa van Zijl (HSG Blomberg-Lippe) das schwarzgelbe Trikot tragen, beide unterschrieben einen Zwei-Jahres-Vertrag.

BVB-Handballerinnen schnappen sich für die nächste Saison noch eine Weltmeisterin

Der stellvertretende Abteilungsvorstand Andreas Bartels (l.) und BVB-Trainer André Fuhr (r.) präsentierten mit Tessa van Zijl und Delaila Amega die ersten Neuzugänge für die kommende Saison. © BVB

Mit Rückraum-Spielerin Amega bekommt der BVB nicht nur eine neue Niederländerin, nein, dadurch erhöht sich die Anzahl der Weltmeister in Dortmund auf fünf - Amega gehörte gemeinsam mit Kelly Dulfer, Inger Smits, Merel Freriks und Torhüterin Rinka Duijndam zum siegreichen WM-Team aus dem Nachbarland.

Und auch für Trainer André Fuhr ist die 22-Jährige kein neues Gesicht. In der vergangenen Saison coachte er die zukünftige Dortmunderin noch bei der TuS Metzingen, für die die Rechtshänderin, die im Rückraum variabel einsetzbar ist, seit 2016 aufläuft.

Andreas Bartels: „Wir müssen natürlich genau rechnen“

Und auch Tessa van Zijl, die zum erweiterten Kreis der niederländischen Nationalmannschaft gehört, kennt sich bereits bestens mit dem BVB-Trainer aus. Die Linkshänderin spielt seit 2016 für die HSG Blomberg-Lippe, durchlief also zwei Jahre die Fuhr-Schule. „Natürlich hat es die Dinge vereinfacht, André kennt den Charakter und die Spielstärke der beiden, das hat natürlich bei den Verhandlungen nicht geschadet“, gibt der stellvertretende BVB-Abteilungsvorstand Andreas Bartels zu.

Van Zijl, die in dieser Saison bereits 65 Feldtore für die Blomberger erzielt hat, ist vertraglich eigentlich noch bis 2022 an die HSG gebunden, hatte laut Bartels aber die Möglichkeit, aus dem Vertrag auszusteigen – was die 23-Jährige dann auch getan hat. Bei den Vertragsverhandlungen habe sicherlich auch die Tabellensituation der Borussinnen geholfen.

Ob die zwei weiteren qualitativ starken Spielerinnen nicht langsam an den Budgetgrenzen der BVB-Handballer kratzen? „Wir“, erklärt Andreas Bartels, „müssen natürlich genau hingucken und rechnen. Wir wissen, was wir wollen und das passt jetzt für den Moment mal ins Budget.“

BVB-Handball-Damen wollen sich in der Breite verstärken

Natürlich seien die beiden Neuverpflichtungen auch schon im Hinblick auf den ziemlich sicher größer werdenden Aufwand in der kommenden Saison getätigt worden. Sollte der BVB sein Ziel erreichen und am Ende der Spielzeit auf den internationalen Plätzen stehen – was beim Blick auf die Tabelle doch sehr wahrscheinlich ist – werden in der kommenden Saison automatisch auch mehr Spiele auf dem Plan stehen. „Da brauchst du einfach einen breiteren und qualitativ höherwertigeren Kader“, so Bartels.

Verpflichtende Niederländisch-Kurse stehen bei den Borussen, die ab dem Sommer gleich acht Oranje-Spielerinnen unter Vertrag haben, übrigens nicht auf dem Programm. „Im Training und in der Kabine wird Deutsch gesprochen, das wird auch so bleiben“, verrät Bartels

Jetzt lesen

Durch die beiden Neuzugänge wird es auf der schwarzgelben Bank nicht zu eng werden: Der BVB-Vorstand, der momentan auch an den Vertragsverlängerungen mit den aktuellen Spielerinnen feilt, hat bereits jetzt zwei Abgänge aus dem Rückraum zu vermelden. Linkshänderin Leonie Kockel und Caroline Müller-Korn werden den Verein verlassen.

BVB-Handball-Abteilung hat weitere Neuzugänge im Auge

Die erst 20-Jährige Kockel spielt ihre erste reine Seniorensaison und kommt aus der eigenen Jugend der Schwarzgelben. Nachdem der Verein mit der Deutschen Jugendmeisterin ein „Perspektivgespräch“ geführt habe, sei Kockel laut Bartels selbst zu der Entscheidung gekommen, „dass sie andere Herausforderungen annehmen möchte und vor allem auch mehr Spielanteile braucht.“

BVB-Handballerinnen schnappen sich für die nächste Saison noch eine Weltmeisterin

Leonie Kockel wird den BVB am Ende der Saison verlassen. © Ludewig

Caroline Müller-Korn, die das schwarzgelbe Trikot seit drei Jahren trägt, hatte eigentlich noch einen Vertrag bis 2021, der sei aber einvernehmlich zum 30. Juni 2020 aufgehoben worden. Man habe mit ihr gemeinsam die Möglichkeiten besprochen. „Dann ist es am Ende so gewesen, dass die Spielerin uns um die Möglichkeit gebeten hat, den Vertrag vorzeitig aufzulösen“, so Bartels.

BVB-Handballerinnen schnappen sich für die nächste Saison noch eine Weltmeisterin

Der Vertrag von Caroline Müller-Korn (r.) wurde zum Saisonende aufgelöst. © Ludewig

„Wir haben uns dazu entschieden, qualitativ noch einmal zuzulegen, da wäre es für Caro in der neuen Saison sicher nicht einfacher geworden“, erklärt Bartels das vorzeitige Vertragsende. Über die Zukunftspläne der 26-Jährigen so wie den zukünftigen Verein von Leonie Kockel wollte Bartels noch nichts verraten.

Das Personalkarussell beim BVB hat also langsam Fahrt aufgenommen - und im Moment schillert es in leuchtendem Oranje. Der Vorstand kümmere sich gerade um Vertragsverlängerungen – und auch weitere Neuzugänge. „Wir halten die Augen weiter auf“, erklärt Bartels kurz vor dem Start in die Rückrunde gegen den VfL Oldenburg.

Rückrundenstart gegen Oldenburg
  • Nach der perfekten Hinrunde geht es für die BVB-Handball-Frauen am kommenden Wochenende in der Bundesliga weiter.
  • Der Gegner am Samstag, 8 Februar, ist um 19.30 Uhr der Tabellenneunte VfL Oldenburg.
  • Das Hinspiel gewannen die Borussinnen auswärts 39:26.
  • „Unser Ziel ist es, die nächsten zwei Spiele gegen Oldenburg und Bensheim zu gewinnen, um dann ohne Verlustpunkte in das Spiel gegen den Thüringer HC zu gehen“, sagt Andreas Bartels.
Schlagworte:
Lesen Sie jetzt