BVB-Handballerin Bogna Sobiech im Interview: Wir haben das Potenzial, vorne mitzuspielen

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Nach drei Spieltagen grüßt der BVB von der Tabellenspitze. Das Erfolgsrezept? „Jeder kämpft für jeden“, sagt Bogna Sobiech. Im Interview spricht die Toptorschützin der Liga über die ersten Wochen.

Dortmund

, 25.09.2019, 16:57 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-Handballerin Bogna Sobiech im Interview: Wir haben das Potenzial, vorne mitzuspielen

Bogna Sobiech ist beim BVB bislang voll eingeschlagen. © Peter Ludewig

Drei Spiele, drei Siege, Tabellenführer: Der Saisonstart beim Handball-Bundesligisten Borussia Dortmund hätte besser nicht laufen können. Am vergangenen Sonntag setzte die Mannschaft von Trainer André Fuhr dann das erste ganz dicke Ausrufezeichen. Beim Thüringer HC, zuvor in 26 Heimspielen in Serie ungeschlagen, gewann der BVB mit 26:25.

Bogna Sobiech, vor der Saison aus Bensheim nach Dortmund gewechselt, traf vier Sekunden vor Schluss zum viel umjubelten Sieg. Zuvor hatte die 29-jährige Linksaußen bereits Nervenstärke bewiesen und per Siebenmeter den Ausgleich erzielt. Wir haben mit der polnischen Nationalspielerin über ihre ersten Wochen bei der Borussia gesprochen.

Frau Sobiech, Sie sind so ein bisschen die Spielerin der ersten Wochen beim BVB. Am Sonntag beim Sieg in Thüringen haben Sie den Siegtreffer erzielt. Ein besonderer Moment?

Wir haben direkt nach dem Spiel innerhalb der Mannschaft über den Moment nach dem Tor gesprochen. Für uns hat es sich auf dem Feld angefühlt, als hätte Thüringens letzte Aktion zehn Sekunden gedauert. Auf dem Video sieht man dann, dass gar nicht mehr so lange zu spielen war, sondern nur noch vier Sekunden. Aber gefühlt waren es die längsten vier Sekunden in meinen Leben.

Wie ordnen Sie den Sieg gegen Thüringen und den Saisonstart allgemein ein?

Gerade die ersten Spiele in einer Saison sind immer schwierig. Man weiß ja nicht so genau, wo man steht und was man von den anderen Mannschaften erwarten kann. Unser Auftaktspiel war richtig gut, wir haben gegen Oldenburg mit dreizehn Toren Vorsprung gewonnen. Danach kam Bensheim…

Das Spiel lief nicht ganz so, wie es sich der BVB vorgestellt hat.

Wir hatten ein paar Probleme, lagen mit acht Toren zurück, sind dann aber gut zurückgekommen. Wir haben gezeigt, dass wir so eine Partie mit Kampfgeist und unseren spielerischen Möglichkeiten drehen können.

Haben Sie damit gerechnet, dass es auch gegen Thüringen zu einem Sieg reichen kann?

Man muss immer an die eigene Mannschaft glauben, dann kann man jedes Spiel gewinnen. Aber man muss auch einen gewissen Respekt dem Gegner gegenüber mitbringen. Als ich beim BVB unterschrieben habe, hätte ich nicht gedacht, dass das so schnell so gut funktionieren könnte. Zumal wir ja auch sehr viele Neuzugänge haben. Aber die Mannschaft hat schnell zusammengefunden, jeder kämpft für jeden. Das zeigt, dass die Mannschaft eine gute Mentalität hat.

Mit 28 Toren sind Sie nach drei Spielen Toptorschützin der Liga. Haben Sie damit gerechnet, dass es für Sie persönlich so gut laufen wird?

Nein, habe ich nicht. Aber ich freue mich natürlich darüber. Als Außenspielerin lebt man aber letztlich auch von den Pässen aus dem Rückraum und schnellen Gegenstößen. Wir spielen gut in der Abwehr, daraus resultierend können wir vorne auch leichte Tore machen.

Sie haben zuletzt in Bensheim, davor in Hannover gespielt: Ist Dortmund für Sie endlich die Chance, sich in einem Topteam zu präsentieren?

Ja. Die Chance bietet sich einfach, weil Dortmund eine super Mannschaft zusammengestellt hat, die das Potenzial mitbringt, um einen vorderen Tabellenplatz zu erreichen. Dabei möchte ich helfen.

Was ist für den BVB als Team in dieser Saison möglich?

Wir wollen uns keinen Druck machen. Wir wissen, dass man jetzt viel von uns erwartet, aber wir müssen realistisch bleiben. Unsere Mannschaft ist relativ jung, aber trotzdem auch erfahren. Allerdings arbeiten wir auch erst seit neun Wochen zusammen. Wir arbeiten daran, besser zu werden, und dann schauen wir mal, was dabei am Ende rauskommt.

Sie haben in Bensheim die Nummer 90 getragen, beim BVB nun wieder. Was steckt dahinter?

Es ist der Geburtsjahrgang von meinem Mann (Artur Sobiech, Anm. d. Red.) und mir. Artur hat das bereits in Polen so gehandhabt. Und bis heute sind wir dabei geblieben. Immer wenn es geht, nehmen wir die Nummer 90.

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