BVB-Frauen verlieren gegen Brest nicht nur das Champions-League-Spiel

BVB-Handball-Frauen

Die Handballerinnen von Borussia Dortmund haben im Champions-League-Spiel gegen Brest Bretagne nicht nur Lehrgeld bezahlt, sondern wahrscheinlich auch eine wichtige Spielerin verloren.

Dortmund

, 20.09.2020, 20:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die BVB-Frauen, hier Clara Monti Danielsson, hatten am Sonntag gegen Brest keine Chance auf einen Sieg.

Die BVB-Frauen, hier Clara Monti Danielsson, hatten am Sonntag gegen Brest keine Chance auf einen Sieg. © Stephan Schuetze

Den Klassenunterschied gegen eine der wohl stärksten Mannschaften der Champions-League-Gruppe mochte am Ende niemand wegdiskutieren, deutlich schwerer als die zweite Niederlage im zweiten Gruppenspiel aber trifft die BVB-Frauen der vermutete Kreuzbandriss bei Regisseurin Delaila Amega. Die 22-jährige Niederländerin war nach einem Sprungwurf unglücklich auf ihrem rechten Fuß gelandet und knickte dabei mit dem Knie weg. Nach einer ersten Untersuchung muss der BVB das Schlimmste befürchten.

„Wir müssen davon ausgehen, dass sie sich das Kreuzband gerissen hat und uns mindestens ein halbes Jahr lang fehlen wird“, zeigte sich auch der stellvertretende Abteilungsvorsitzende Andreas Bartels wie Trainerteam und Mannschaft geschockt. Mitspielerinnen beider Mannschaften kümmerten sich direkt um die Niederländerin, die nach dem Spiel zu weiteren Untersuchungen ins Krankenhaus gefahren wurde. Mit der Verletzung kennt sich Amega leider aus ihrer Zeit bei der TuS Metzingen aus, vor knapp zwei Jahren riss sie sich das Kreuzband im linken Knie.

Borussin Delaila Amega verletzte sich im Spiel gegen Brest Bretagne.

Borussin Delaila Amega verletzte sich im Spiel gegen Brest Bretagne. © Stephan Schuetze

Während der 60 Minuten erfüllten sich die Hoffnungen der Dortmunderinnen auf einen Überraschungs-Coup nicht. Brest bestätigte den starken Eindruck aus den bisherigen Pflichtspielen dieser Saison, in denen die Französinnen unbesiegt geblieben waren. „Wir hätten uns gegen diese Mannschaft nur etwas ausrechnen können, wenn bei uns alle am Limit gespielt und ein Rädchen ins andere gegriffen hätte“, so Bartels. Das klappte bei der Heimpremiere in diesem Wettbewerb nicht.

BVB-Boss Andreas Heiermann: „Eine Lehrstunde für unsere Mannschaft“

Der Abteilungsvorsitzende Andreas Heiermann sprach ohne Groll von „einer Lehrstunde für unsere Mannschaft. Das müssen wir anerkennen und abhaken.“

Die Französinnen zogen von Beginn an ein sehr variables Offensivspiel auf und zeigten sich auf allen Positionen beeindruckend gut besetzt. Vor allem der Dortmunder Innenblock hatte zu Beginn Probleme, die Anspiele an den Kreis zu unterbinden. So kam Brest zu leichten Toren und zog von 3:2 auf 9:5 davon – BVB-Trainer André Fuhr sah sich relativ früh zu einer Auszeit gezwungen.

Offensiv lief sich die Borussia immer wieder an den groß gewachsenen Abwehrspielerinnen der Gäste fest. Weil es über den Kreis und von Außen kaum Entlastung gab, lag die Verantwortung fast ausschließlich auf den Rückraumschützinnen, die sich allerdings gut bewacht sahen. Für Kelly Dulfer und Inger Smits und Co. gab es nur selten freie Würfe.

Champions-League-Spiel schon vor der Pause entschieden

Schon zur Pause war das Spiel vor 300 Zuschauern in der Helmut-Körnig-Halle bei 13:23 quasi entschieden. Der BVB warf am Ende zwar sogar öfter auf das Tor der Französinnen, lag mit 48 Prozent erfolgreicher Würfe aber deutlich unter der Marke von Brest (69). Dass Jennifer Gutiérrez nach einem Siebenmeter mitten ins Gesicht von Gäste-Torfrau Cleopatre Darleux noch vor der Halbzeit die Rote Karte sah, schwächte den BVB zusätzlich.

Nach der Pause zog Brest Tor um Tor davon. Für die gute Moral der Borussia sprach ein Zwischenspurt, bei dem sich vor allem Rechtsaußen Tina Abdulla treffsicher zeigte. Mit drei Paraden hintereinander begünstigte auch die mittlerweile im Tor stehende Yara ten Holte die kleine Aufholjagd.

Für eine Überraschung aber kam Dortmund an diesem Tag nicht in Frage, Brest war mühelos in der Lage, das Tempo wieder anzuziehen. Das 29:41 spiegelte am Ende die Leistungs-Unterschiede recht deutlich wider. Lange Zeit zum Erholen hat der BVB nicht, bereits am Mittwoch geht es in der Halle Wellinghofen gegen den Buxtehuder SV wieder um Bundesliga-Punkte – mit Sicherheit ohne Delaila Amega.

BVB: Roch, ten Holte, Amega (5), Smits (4), Abdulla (3), Grijseels (3/1), Monti Danielsson, Rode, Vollebregt, Stockschläder, Dulfer, van Zijl (je 2), Gutiérrez Bermejo, Freriks (je 1)
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