BVB-Frauen lassen Bietigheim keine Chance - und werfen schon einen Blick auf die Meisterschale

BVB-Handball-Frauen

Die BVB-Handball-Frauen haben das Bundesliga-Spitzenspiel gegen die SG BBM Bietigheim ganz sicher und souverän gewonnen. Vor der Partie gab es einen zusätzlichen Motivationsschub.

Dortmund

, 30.10.2020, 21:52 Uhr / Lesedauer: 3 min
Verdienter Jubel nach dem Abpfiff: Der BVB besiegte Bietigheim 28:22.

Verdienter Jubel nach dem Abpfiff: Der BVB besiegte Bietigheim 28:22. © imago images/wolf-sportfoto

Was eine Machtdemonstration der Borussia! Beim 28:22 (16:10)-Sieg der BVB-Handball-Frauen auswärts beim ärgsten Konkurrenten Bietigheim lassen die Dortmunderinnen der SG keine Chance und stehen jetzt ungeschlagen an der Tabellenspitze. Nach 60 bärenstarken Minuten in Bietigheim stellt sich die Frage: Wer soll diesen BVB in der Bundesliga eigentlich noch schlagen?

Einen zusätzlichen Motivationsschub bekamen die Borussinnen am Freitagabend noch kurz vor dem Anpfiff. Vor der Partie wurde das erste Mal die neue Meisterschale präsentiert – die, wenn es nach dem BVB geht, am Ende der Saison in Dortmund stehen soll.

Mit dem Ziel – im wahrsten Sinne des Wortes – vor Augen starteten die Borussinnen stark: André Fuhr hatte seine Spielerinnen perfekt eingestellt. Schon nach fünf Minuten traf Kelly Vollebregt per Tempogegenstoß zum 3:1. Bietigheim wirkte verhalten, in der Abwehr nicht aggressiv genug, vorne unkonzentriert im Abschluss. Das nutzten die Borussen mit einer starken Isabell Roch im Tor natürlich aus: Weitere fünf Minuten später war es Linksaußen Jennifer Gutiérrez Bermejo, die aus eigentlich unmöglichem Winkel das 7:1 für Schwarzgelb machte (10.).

André Fuhr gönnt seiner Startsieben Pausen

Nach einer Auszeit von SG-Trainer Markus Gaugisch fingen sich die Gastgeberinnen wieder ein bisschen – auch weil der BVB jetzt einige Chancen vergab. Trotzdem, behielten die Gäste ganz klar die Oberhand, als Gutiérrez nach 21 Minuten ihren Wurf zum 13:5 verwandelte, fing André Fuhr bereits an, seiner Startsieben Pausen zu gönnen: Tina Abdulla bekam Einsatzminuten auf Rechtsaußen, in der Abwehr stellte André Fuhr Clara Monti Danielsson gegen Bietigheims Xenia Smits, die die schwarzgelben zuvor mit ihren kraftvollen Überziehern ein paar Mal vor Probeme gestellt hatte. Auch Jennifer Rode durfte schon in der ersten Halbzeit ran, Inger Smits und Alina Grijseels konnten durchschnaufen.

Für Bietigheims Kreisläuferin Luisa Schulze gab es gegen die BVB-Deckung mit Kelly Dulfer (r.) kaum ein Durchkommen.

Für Bietigheims Kreisläuferin Luisa Schulze gab es gegen die BVB-Deckung mit Kelly Dulfer (r.) kaum ein Durchkommen. © imago images/Pressefoto Baumann

Auf Bietigheimer Seite blieb Nationalmannschaft-Kapitänin Kim Naidzinavicius blass, Kreisläuferin Luisa Schulze ackerte viel, hätte aber zwischendurch mal eine Pause gebraucht. Last-Minute-Neuzugang Danick Snelder durfte wegen eines fehlenden negativen Corona-Tests noch nicht mitspielen. Bis zur Halbzeit zogen die Borussinnen auf 16:10 davon, auch die 500 Zuschauer in der Ludwigsburger MHPArena, die die Behörden nach einem spontanen Verbot am Donnerstagnachmittag doch noch zugelassen hatten, halfen den Gastgeberinnen nicht.

Auch nach dem Wiederanpfiff änderte sich nichts an den Kräfteverhältnissen – und der Körpersprache: Kelly Dulfer verwarf gleich zwei Mal hintereinander (33.), die Abpraller sicherten sich aber erst Kelly Vollebregt, dann Merel Freriks, Vollebregt verwandelte daraufhin auch zum 18:11 (34.). Der BVB wollte es am Freitagabend einfach mehr als die SG. So konnte André Fuhr es sich erlauben, schon kurz nach der Pause Nachwuchstalent Dana Bleckmann im Rückraum zu bringen.

Bietigheim spielt zum Schluss mit offenerer Deckung

Nachdem Inger Smits die Gäste mit 20:12 in Führung gebracht hatte, nahm Markus Gaugisch bereits seine dritte und letzte Auszeit (37.), und brachte Routinierin Anna Loerper, die mit entschlossenem Zug zum Tor sofort zum 13:20 traf – es sollte aber trotzdem nicht reichen für die SG. Selbst als Inger Smits für zwei Minuten vom Feld musste, gewannen die Borussinnen ihr Unterzahlspiel mit 1:0. In der Abwehr hatten die Schwarzgelben immer das richtige Timing, hatten genau im Gefühl, wann sie Xenia Smits, Stine Jorgensen und Co. zumachen mussten. Wenn die Gastgeberinnen dann doch mal vor das Tor des BVB kamen, wie Xenia Smits in der 47. Minute, stand immer noch Isabell Roch im Weg.

Markus Gaugisch versuchte in der Schlussphase alles, spielte eine sehr offene 4:2-Deckung, die immer wieder zwei Borussinnen in Manndeckung nahm. So verkürzten die Bietigheimerinnen den Rückstand zunächst (21:26, 58.), der BVB legte durch zwei Treffer von Merel Freriks aber nach, ehe Julia Maidhof per Siebenmeter den 22:28-Endstand besorgte – und die schwarzgelben Auswechselspielerinnen zum Feiern aufs Feld stürmten.

„Das war heute eine geschlossene Mannschaftsleistung von uns“, erklärte BVB-Kapitänin Alina Grijseels nach dem Spiel, „die Anfangsphase hat uns richtig Selbstvertrauen gegeben. „Es sind einfach ein paar Sachen zusammengekommen“, gab Bietigheims Anna Loerper auf der anderen Seite zu, „der BVB hatte immer irgendwie eine Antwort.“ Das hatten die Schwarzgelben wirklich – und haben damit am Freitagabend gezeigt, wer aktuell die stärkste Frauen-Handballmannschaft in Deutschland ist.

BVB: Duijndam, Roch, ten Holte; Dulfer (1), Smits (4), Grijseels (7/3), Monti Danielsson, van Zijl, Abdulla (1), Stockschläder, Gutiérrez Bermejo (4/1), Freriks (6), Vollebregt (4), Rode, Bleckmann (1)
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