BVB-Frauen haben schon den ersten Champions-League-Gegner geschlagen

BVB-Handball-Frauen

Die BVB-Frauen sind zurück aus dem Trainingslager in Dänemark. Im Gepäck neue Vokabeln, ein zufriedener Trainer und drei Testspielsiege. Ein Erfolg stach dabei besonders hervor.

Dortmund

, 03.08.2020, 11:48 Uhr / Lesedauer: 3 min
Die BVB-Handballerinnen haben im Trainingslager ein erstes Ausrufezeichen gesetzt.

Die BVB-Handballerinnen haben im Trainingslager ein erstes Ausrufezeichen gesetzt. © Stummbillig/BVB

Für Jennifer „JJ“ Rode und Alina Grijseels hätte das Trainingslager in Dänemark nicht besser laufen können. Neben drei Siegen in drei Testspielen mit den BVB-Frauen haben die zwei auch das teaminterne Kickerturnier für sich entschieden, im Finale fielen den beiden Inger Smits und Johanna Stockschläder zum Opfer. „JJ und ich haben das natürlich gefeiert“, sagt Alina Grijseels einen Tag nach dem Trainingslager der BVB-Handball-Frauen in Dänemark.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag sind die Schützlinge von André Fuhr gegen 1 Uhr mit ihren Kleinbussen wieder in Dortmund angekommen – nach einer Woche mit zahlreichen Trainingseinheiten, drei Testspielen gegen Topteams aus der dänischen ersten Liga und Teambuilding-Maßnahmen wie dem Kicker-Turnier.

„Ich bin mit allen sehr zufrieden“, resümiert Fuhr die Woche im Nachbarland. Neben Siegen gegen Herning-Ikast (25:24) und Viborg HK (28:27) war vor allem der 22:21-Erfolg im letzten Spiel am Samstag gegen Odense ein Ausrufezeichen. Der Tabellenzweite der dänischen Liga ist nämlich Anfang September der erste Gegner bei der Champions-League-Premiere der BVB-Handballerinnen.

„Ich bin mir sicher, dass Odense noch besser spielen kann und wird“

„Mit dem Sieg“, erklärt Rückraumspielerin Grijseels, „haben wir gezeigt, dass wir uns nicht verstecken müssen“. „Das hat schon eine gewisse Aussagekraft“, befand Andreas Bartels, stellvertretender Abteilungsvorstand, schon nach dem Sieg gegen Ikast. Aber genau wie Grijseels drückt auch André Fuhr ein wenig auf die Euphorie-Bremse. Der Sieg sei ein gutes Zeichen – zumal sich die Borussinnen nach einem 0:4-Rückstand einen Sechs-Tore-Vorsprung erarbeitet hatten – trotzdem ist sich der 49-Jährige sicher, dass Gegner Odense, für den es das allererste Testspiel war, „noch besser spielen kann und auch wird.“

Verbesserungspotenzial sieht Fuhr indes bei seinem Team noch in der Kreativität und Flexibilität. „Im Positionsangriff können wir noch gefährlicher werden und in der Defensive noch beweglicher, aktiver und aggressiver.“ Aber auch hier sei sein Team auf einem guten Weg, die neuen Spielerinnen hätten sich auf dem Feld schon gut integriert. „Wir haben in allen Spielen die Spielanteile gleichmäßig verteilt und immer durchgewechselt“, erklärt der BVB-Trainer.

André Fuhr war mit der Leistung von Delaila Amega (M.) und den anderen BVB-Neuzugängen im Trainingslager zufrieden.

André Fuhr war mit der Leistung von Delaila Amega (M.) und den anderen BVB-Neuzugängen im Trainingslager zufrieden. © BV. Borussia 09 e.V. Dortmund

Damit scheint eines der wenigen Probleme der vergangenen Saison gelöst: Die Qualitätsunterschiede innerhalb des Teams scheinen viel geringer zu sein. „In der Breite sind wir wirklich besser aufgestellt als letzte Saison, wir haben 16 Spielerinnen auf Top-Niveau – die brauchen wir für die Saison aber auch“, erklärt Alina Grijseels.

Deutsch-Lernen im Trainingslager der BVB-Handball-Frauen

Auf dem Feld scheint also alles auf dem richtigen Weg zu sein – aber wie läuft es im neuen schwarzgelben Team neben dem Feld? „Da mache ich mir wenig Sorgen“, sagt Fuhr, die Mannschaft habe eine andere Stabilität als letztes Jahr – auch in ihrer Persönlichkeit, weshalb die Neuzugänge es leichter hätten, sich einzugewöhnen.

Alina Grijseels bestätigt den Eindruck ihres Trainers. Die 24-Jährige, die sich zusammen mit Jennifer Rode zum Kicker-Champion gekrönt hat, hat sich in Dänemark ein Zimmer mit Neuzugang Tina Abdulla geteilt – die Partnerinnen hatte Fuhr zuvor mit Spielkarten ausgelost. Die Norwegerin Abdulla, die aktuell noch an einer Sehnenüberdehnung im linken Ellenbogen laboriert und nur individuell trainieren konnte, arbeitet genau wie Jennifer Gutiérrez Bermejo (Spanien) und Clara Monti Danielsson (Schweden) noch an ihren Deutsch-Kenntnissen.

Tina Abdulla (hier mit Trainer André Fuhr) kann aufgrund ihrer Verletzung im Moment nicht handballspezifisch trainieren.

Tina Abdulla (hier mit Trainer André Fuhr) kann aufgrund ihrer Verletzung im Moment nicht handballspezifisch trainieren. © BV. Borussia 09 e.V. Dortmund

„Alle bemühen sich sehr, fragen oft nach, wie etwas heißt“, so Grijseels, die zusammen mit ihren Kolleginnen nicht nur ihr Können als Übersetzerin zeigen musste, sondern bei einem Roadtrip auch ihre Kreativität neben dem Spielfeld. „Wir mussten zum Beispiel Gedichte schreiben oder kreative Fotos machen“, erklärt Grijseels, „da geht es natürlich vor allem auch um den Spaß, den man hinterher an den Ergebnissen der anderen hat“. Beim Roadtrip mussten die BVB-Frauen übrigens auch gegen das dänische Wetter – 11 Grad Celsius mit viel Wind und Regen – ankämpfen. Aber genau wie die Generalprobe gegen CL-Gegner Odense haben die Borussinnen um die Kicker-Asse Rode und Grijseels auch diese Hürde genommen.

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