Borussia und Happe einigen sich

DORTMUND Nun könnte Ruhe einkehren: Thomas Happe, Trainer der BVB-Handballdamen, wird den Verein zum Saisonende definitiv verlassen. Für sein Ausscheiden zahlt ihm Borussia 6000 Euro Abfindung. Diese Einigung wurde am Donnerstag am Arbeitsgericht erzielt.

von Von Jörn Hartwich

, 06.03.2008, 18:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

BVB-Chef Dr. Reinhard Rauball war persönlich erschienen, um den seit Wochen schwelenden Kündigungsstreit zu beenden. Die Zahlung einer Abfindung hatte er dabei zunächst kategorisch ausgeschlossen. Begründung: Happe habe einen befristeten Trainervertrag, der zum 30. Juni auslaufe. Extra-Zahlungen seien nicht vorgesehen.

Außerdem sei die finanzielle Situation der Abteilung nach wie vor angespannt. „Wir wissen noch nicht einmal, wie wir den Etat für die nächste Saison aufstellen sollen“, sagte Rauball im Prozess. Er gehe davon aus, dass der Verein die Lizenz erhalten werde, aber Sponsorengelder sollen für den Spielbetrieb und nicht für Abfindungen genutzt werden.

Übergang zum e.V.

Hintergrund des Abfindungs-Streits ist der Übergang der Handball-Abteilung von der Kommanditgesellschaft zum eingetragenen Verein im Sommer 2006. Happes letzter Zweijahres-Vertrag wurde mit dem Verein geschlossen, tatsächlich ist Happe aber schon über fünf Jahre beim BVB. „Eine äußerst komplexe Angelegenheit“, sagte Rauball.

Auf Seiten des BVB hat man in diesem Punkt keine Zweifel. Trainer-Verträge würden schließlich immer befristet, hieß es im Prozess. Das sei allein schon aus Verschleißgründen erforderlich.

Trotzdem stimmte der BVB der vom Gericht vorgeschlagenen 6000-Euro-Abfindung am Ende zu. Damit konnte das Verfahren deutlich abgekürzt werden. Außerdem besteht kein Risiko mehr, den Prozess doch zu verlieren. Dann könnte laut Gericht nämlich leicht die dreifache Summe fällig werden.

Abmahnungen getilgt

Ein Präzedenzfall soll der Happe-Prozess allerdings nicht sein. Rauball legt großen Wert darauf, dass es für die Abfindungszahlung keine rechtliche Verpflichtung gegeben habe. Auswirkungen auf andere Trainerverträge gebe es deshalb nicht. Drei Abmahnungen, die Happe an einem Tag im Dezember erhalten hat, werden ebenfalls aus der Personalakte getilgt.

 

Stimmen:

  • Thomas Happe: „Ich kommentiere es mal aus sportlicher Sicht. Für uns als Mannschaft ist es gut, dass die Sache vom Tisch ist. Wir konzentrieren uns nun auf die Meisterschaft.
  • Dr. Reinhard Rauball: „Ich denke, wir wurden in unserer Auffassung bestätigt. Andererseits wollten wir keinen langfristigen Streit mit Thomas Happe, der sehr gute Arbeit geleistet hat.“
  • BVB-Sportkoordinator Jochen Busch: „Ich denke, es ist eine akzeptable Lösung für alle Seiten.“