Ein Trainer und ein Verein sehen sich vor Gericht wieder - es geht um viel Geld. © Jens Lukas

A-Kreisligist geht den Klageweg: Ex-Trainer soll 2.700 Euro zahlen

Ein heimischer A-Kreisligist steht mit seinem ehemaligen Trainer vor dem Amtsgericht Unna. Es geht um 2.700 Euro - und um die Echtheit einer Unterschrift.

Es lief über weite Strecken harmonisch und sportlich erfolgreich. Der A-Kreisligist war zufrieden mit der Arbeit seines Trainers und steht in der Liga auch gut dar. Doch im Sommer vergangenen Jahres trennten sich die Wege. Mittlerweile ist sogar das Gericht eingeschaltet.

Konkret geht es um eine Summe von rund 2.700 Euro, die der FC Overberge noch von seinem ehemaligen Übungsleiter einfordert. Der hatte vor einem Jahr Trikots, Shirts und Hosen im Wert von insgesamt 6124 Euro im Namen des Vereins bei einem Sportwaren-Anbieter geordert. Der Klub bezahlte die Rechnung. Das von den Spielern eingesammelte Geld aber, sei wohl nicht komplett beim Verein angekommen. So wiederum sei es aber abgemacht gewesen, heißt es.

Michael Puszcz: „Das ist das Geld unserer Mitglieder“

„Er hat bis auf 2757 Euro alles an den Verein überwiesen“, erklärte Overberges Vorsitzender Michael Puszcz im Beisein des Rechtsanwalts Andreas Habbes, er ist auch Mitglied beim FC Overberge, am Freitagmittag vor dem Amtsgericht Unna. Aber eben dieser Restbetrag stehe noch aus. Puszcz: „Das ist das Geld unserer Mitglieder, das wollen wir zurückhaben.“

Michael Puszcz ist Vorsitzender des FC Overberge und geht nun den Klageweg, um ausstehendes Geld zurück zu bekommen. © Stefan Milk © Stefan Milk

Der Vorsitzende erklärte weiter: „Er hat mir dann gesagt, es tut ihm alles schrecklich leid, aber er hat das Geld nicht mehr.“ Daraufhin sei es zu einer schriftlichen Vereinbarung gekommen, in der sich der 32-jährige Coach einverstanden erklärt habe, dass sein Trainer- und Platzwart-Gehalt von insgesamt 400 Euro monatlich mit den Schulden verrechnet werden sollte. Das Schriftstück liegt dem Gericht vor.

Gestern aber erklärte der Rechtsbeistand des Coaches vor dem Amtsgericht, dass sein Mandant nie eine solche Vereinbarung unterzeichnet habe. Die ist aber mit Grundlage des Verfahrens. Und in der Tat gleichen sich die Unterschriften des Angeklagten – sein Rechtsanwalt hatte eigens Unterschriften-Proben des Personalausweises und Führerscheins vorgelegt – und die auf dem Vertrag nicht.

Vorstandsmitglieder können nicht als Zeugen gehört werden

Die Vorstandsmitglieder aber, die dieser Vertragsunterzeichnung beigewohnt haben sollen, konnten gestern nicht als Zeugen gehört werden. Sie gehören alle dem geschäftsführenden Vorstand des FC Overberge an und sind somit laut Gerichtsbarkeit voreingenommen. Jugendleiter Michael Frieg („Ja, ich war auch dabei“) hatte leider die Gerichtsverhandlung von Beginn an als Zuschauer verfolgt und schied somit ebenfalls als Zeuge aus. Die Richterin: „Damit sind sie verbrannt.“

Das Gericht vertagte den Prozess somit vorerst, weil nun ein grafologisches Gutachten ermitteln soll, ob die Unterschriften auf dem Vertrag und dem Personalausweis von ein und derselben Person geleistet wurden. FCO-Chef Michael Puszcz schüttelte nach der Sitzung nur mit dem Kopf „Ich hätte nie gedacht, dass das ein so langwieriger Prozess wird.“

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Redaktion Lokalsport
67er Jahrgang aus dem Herzen Westfalens. Lokaljournalist durch und durch, seit über 25 Jahren mit dem geschärften Blick auf das Sportgeschehen zwischen Lippe und Ruhr.
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Thorsten Teimann