Die beiden Lehramts-Studenten Josef Naber (22, r.) und Johannes Mensing (21, unten) im Videotelefonat mit Redakteur Stephan Rape. Sie wollen das Beste aus dem Lockdown machen. Neben ihrem Youtube-Kanal wollen sie Schülerinnen und Schülern nun mit einem eigenen Nachhilfe-Angebot weiterhelfen – ganz digital natürlich. © Stephan Rape
Mathe-Mind

Zwei Studenten aus Ahaus setzen für Nachhilfe auf digitale Medien

Im Corona-Lockdown müssen viele Schüler zuhause lernen. Auch wenn es im Homeschooling hier und da hakt, wollen zwei Studenten aus Ahaus das nutzen – und setzen für Nachhilfe auf digitale Kanäle.

Hilfe fürs Mathe-Abi wollten Johannes Mensing (21) und Josef Naber (22) im vergangenen Frühjahr bieten. Mit Erklärvideos starteten die beiden Lehramtsstudenten aus Ahaus einen eigenen Youtube-Kanal. 100 Lern- und Matherätselvideos haben sie inzwischen hochgeladen. Die wurden schon 15.000 Mal abgerufen. „Für die Größe unseres Kanals ist das ein sehr gutes Ergebnis, finden wir“, sagt Josef Naber im Gespräch mit unserer Redaktion.

Doch dabei wollen es die beiden Mathestudenten nicht belassen. „Die Videos sind ja eher für die Leute geeignet, die zumindest eine Grundahnung von Mathe haben“, sagt Johannes Mensing lachend. Doch es gibt ja auch die Schüler, für die Mathe grundsätzlich ein großes Rätsel bleibt. Deswegen wollen sie jetzt digitale Nachhilfe anbieten.

Schon in den Kommentaren zu den Videos hätten viele Zuschauer nach detaillierteren Hilfen gefragt oder Anregungen zu speziellen Problemfällen gegeben. „Dadurch sind wir überhaupt auf die Idee gekommen, das Angebot so auszuweiten“, ergänzt Johannes Mensing. Sie wollen so individueller werden und näher an die Probleme der Schüler herankommen.

Nachhilfe am Tablet oder Smartphone

Dabei spielt ihnen in die Karten, dass durch die Coronakrise aktuell ohnehin die Möglichkeiten für das Lernen zuhause ausgebaut werden. „Die technische Umsetzung – etwa über Videokonferenzen – ist ja mittlerweile praktisch überall gut möglich“, sagt Josef Naber. Im schlimmsten Fall, also falls es in einem Haushalt keinen Computer oder kein Tablet gebe, wäre eine Teilnahme am Nachhilfeunterricht auch per Smartphone möglich. „Nicht ideal, würde aber funktionieren“, sagt er.

Die Vorteile liegen für die beiden Studenten auf der Hand: „Man könnte sich die Anfahrtswege sparen und die Schüler könnten in ihrem gewohnten Umfeld lernen“, erklärt auch Johannes Mensing. Insgesamt sei ihr Nachhilfeangebot langfristig angelegt: Kurz vor Klausuren habe es extrem viel Nachfrage nach den Videos gegeben, erzählt er. Doch in so kurzer Zeit könne eine grundlegende Hilfe nicht gegeben werden.

Längerfristige Nachhilfe soll dauerhaft helfen

Deswegen setzen die beiden Studenten auf eine längerfristige Bindung: etwa über drei oder sechs Monate mit wöchentlichen Einheiten. „Das wäre genug Zeit, um die Schüler individuell vorzubereiten und sie beim Unterricht zu begleiten“, sagt Josef Naber. Auch ein einmonatiges Schnupperangebot soll es geben.

Dabei setzen sie auch auf Gruppenangebote. „Warum sollen sich die Kinder und Jugendlichen allein durch die Nachhilfe quälen?“, fragt Johannes Mensing. In der Gruppe mache es mehr Spaß und auch die Motivation sei größer. Ihnen schweben Kleingruppen mit zwei bis vier Nachhilfeschülern vor. Zwischen 69 und 129 Euro pro Monat soll die Nachhilfe kosten. Je nachdem, welches Paket man bucht. Dabei wollen die beiden Studenten aber auch diejenigen nicht aus dem Blick verlieren, die sich das nicht leisten können.

Bildungsgerechtigkeit im Nachhilfeunterricht

Erste Überlegungen in diese Richtung gebe es bereits. „Pro zehn Schüler, die sich anmelden, wollen wir einen Platz zu günstigeren Konditionen anbieten“, erklärt Johannes Mensing. Es gehe eben auch um Bildungsgerechtigkeit. Wie genau diese Plätze einmal vergeben werden, steht im Moment noch nicht fest.

Auch Videos wollen sie weiter produzieren und rechnen bei drei Videos pro Woche mit rund 20 Stunden Aufwand. Viel zu tun für das Duo. Klar ist für sie aber eins: „Im Hauptberuf sind wir Studenten“, sagt Josef Naber. Lernvideos und Nachhilfe sei da eher so etwas wie ein sehr aufwendiger Studentenjob. „Aber einer, der sehr viel Spaß macht“, fügt er hinzu. Wie sich ihre Angebote weiterentwickeln, mögen sie noch nicht abschätzen. „Das werden wir sehen, wenn es soweit ist“, sagt Johannes Mensing.

Ihr komplettes Angebot haben sie auf ihrer Internetseite (www.mathe-mind.de) zusammengefasst.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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