Zu schmale Stadthallen-Stühle werden zum Glücksfall

Stadthalle wird nachgerüstet

Die Ahauser erinnern sich: Kurz vor der Eröffnung der Stadthalle wurden die Stühle geliefert. Doch – oh, Schreck – sie waren zu schmal. Große Lücken taten sich an den Treppenstufen auf. Was zunächst als schlichte Mangellieferung des Herstellers erschien, entpuppt sich nun als wahrer Glücksfall. Denn die Stadt rüstet nach.

AHAUS

, 22.03.2017, 19:04 Uhr / Lesedauer: 2 min
Zu schmale Stadthallen-Stühle werden zum Glücksfall

Die Treppen in der Stadthalle – hier eine Aufnahme von der Eröffnung im Januar – sollen sicherer gemacht werden. Davon hängt auch ab, was mit den Stühlen passiert.

Die Treppen zu den oberen Sitzreihen sollen nun doch noch Geländer bekommen. Aber der Reihe nach. Montagabend, Ratssaal, Kulturausschusssitzung. Es spricht die Verwaltung: Im Nachgang zur grandiosen Eröffnung und den ersten Veranstaltungen in der Stadthalle sei Kritik laut geworden: Die Aufgänge zu den oberen Reihen seien ohne Geländer ein großes Risiko – so zumindest der Eindruck der Besucher. Die Verwaltung wolle da nun nachbessern, um die Sicherheit zu erhöhen. Flexible Geländer sollen nun doch nachgerüstet werden. In Vorberatungen – vor der Eröffnung – hatte man das noch nicht für nötig befunden.

Diese Geländer haben nun aber auch Auswirkungen auf die – bisher nicht passende – Bestuhlung. Je nachdem wie breit das Geländer wird, müssen die vorhandenen Stühle angepasst werden, allerdings weniger als bisher. Insofern ist es direkt ein Glücksfall, dass die Stühle schmaler ausgefallen sind.

Keine faulen Kompromisse

Franz Benölken (CDU) ging dazwischen: Man habe ja extra wegen der Qualität genau diese Stühle gewählt. Auch habe man deswegen einen hohen Preis bezahlt. Zu Kompromissen sei man auf keinen Fall bereit. Beigeordneter Werner Leuker stimmte dem zu. „Ich bin vollkommen bei Ihnen“, sagte er in Richtung Benölken. Man beharre auf der geforderten und bezahlten Qualität. Faule Kompromisse gehe man nicht ein.

Planungsfehler?

Andreas Beckers von der UWG hakte nach: Wer denn den Planungsfehler mit den fehlenden Geländern und den zu schmalen Stühlen zu verantworten habe, wollte er wissen. Auftritt Dr. Margret Karras, Fachbereich Bildung, Kultur und Sport der Stadtverwaltung Ahaus: „Tja, ob es sich dabei um einen Planungsfehler handelt, ist ja mal dahin gestellt.“ In der Verwaltung sei man davon ausgegangen, dass es so – ohne Geländer – sicher gehe. Auch seien ja die ersten sieben Reihen komplett ohne Stufen – für diejenigen, die nicht mehr so gut zu Fuß seien. „Die Wirklichkeit hat uns da eingeholt“, sagte sie. Aber es sei eben auch schwierig: „Nicht jeder, der der nicht gut zu Fuß ist, sieht ein, dass es nicht sinnvoll ist, eine Karte in Reihe 24 zu kaufen“, klagte Karras. „Der TÜV hat die Halle abgenommen – ohne Geländer“, schob Werner Leuker nach. Mit den Geländern werde nun zusätzliche Sicherheit geschaffen.

Akustikschleifen sind im Weg

Wie genau die Geländer montiert werden können und wie breit sie werden, ist noch nicht endgültig klar: In den Stufen unter den Stühlen sind die Akustikschleifen für Menschen mit Hörgeräten montiert. „Da kann man nicht einfach so hineinbohren“, warnte Karras. Wenn die Stellen für die Bohrungen klar seien, würden die Abstandsstücke vom Lieferanten der Stühle nachgeliefert und fest verbaut. Schmale Metallstücke sollen die Verriegelungsmechanismen der Stühle so verbreitern, dass der Platz zwischen den Treppen durch Geländer und Stühle ausgefüllt wird. „Optisch ist das ja jetzt nicht zwingend ein Highlight“, formulierte Franz Benölken betont vorsichtig beim Blick auf ein Beispielfoto noch einmal seine Kritik. „Das sehen Sie nicht!“, erwiderte Dr. Margret Karras.

Andreas Dönnebrink (SPD) verwies dann noch darauf, dass es sich um eine Fehllieferung der Firma handele. Das bestätigte die Verwaltung. Und auch Petra Kreuziger (CDU) hakte da noch einmal ein: „Wenn ich etwas bestelle und das falsch geliefert wird, geht die Ware zurück und ich bekomme das, was ich bestellt habe“, sagte sie.

„Wir haben die Möglichkeit gegeben, nachzubessern“ räumte Werner Leuker ein. Erst danach sei eine Ersatzlieferung eine Option. Insgesamt sei die Verwaltung guter Hoffnung, dass das Problem in den nächsten Wochen gelöst sei.

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