Anschauungsobjekt: Ein Tiny-House eines Anbieters aus Bad Bentheim auf dem Rathausplatz in Ahaus. © Christian Bödding
Wüllen-Nord II

Wüllener Baugebiet: 4000 Quadratmeter für Tiny Houses, falls Bedarf besteht

Im Baugebiet Wüllen-Nord II ist Platz für Kleinsthäuser vorgesehen. Allerdings nur, falls Bedarf besteht. Schon Ende Februar kann Bewegung in die Sache kommen. Dann berät die Politik darüber.

Tiny Houses, also sogenannte „Klein(st)häuser“, beschäftigen die Ahauser Politik schon lange. Seit 2018 rührt vor allem die UWG die Werbetrommel für diese moderne Wohnform. Und einen Teilerfolg kann die Wählergemeinschaft bereits verbuchen. Konkret geht es um das Neubaugebiet Wüllen-Nord.

Nach aktuellem Stand ist vorgesehen, dass es dort eine Fläche für Tiny Houses geben wird (wir berichteten). Der Bebauungsplan wird dem Stadtrat – sollte Corona mitspielen – in der Sitzung am Donnerstag, 25. Februar, in der Entwurfsfassung zur Offenlage vorgestellt. Danach folgt die Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung. Im Anschluss daran werden die Anregungen abgewogen und dem Rat zum Satzungsbeschluss vorgelegt.

4000 Quadratmeter große Fläche

Bis dahin werden noch Monate vergehen. Einige Eckdaten sind aber schon jetzt bekannt. So ist für die Tiny Houses eine gut 4000 Quadratmeter große, zusammenhängende Fläche vorgesehen. Genau an dem Ort, wo aktuell noch eine alte Hofstelle liegt. Diese wird aber so oder so abgerissen. Einen Automatismus, dass Platz für Tiny Houses eingeräumt wird, gibt es nämlich nicht.

Zunächst wird geschaut, ob überhaupt ausreichend Bedarf besteht. Bisher gibt es „nur“ 80 Bürgerinnen und Bürger, die sich unverbindlich bei der Verwaltung gemeldet haben. Nachgehakt, wie ernsthaft das Interesse ist, hat die Stadt Ahaus bisher nicht.

Auf Anfrage erklärte die Pressestelle schriftlich: „Die Flächen und die Flächengrößen werden nach Beschluss des Bebauungsplans bedarfsgesteuert vergeben.“ Ob bei großer Resonanz die Zuweisung der Tiny-House-Grundstücke über das reguläre Vergabeverfahren anhand verschiedener Kriterien läuft, ist unklar. „Diese Frage ist noch nicht geklärt“, schreibt die Pressestelle.

Petition gewinnt weitere Unterstützer

Unabhängig davon spalten die Pläne für das Baugebiet Wüllen-Nord II weiterhin das Dorf. Einerseits warten gerade junge Familien sehnlichst auf Grundstücke, auf der anderen Seite stört einige Wüllenerinnen und Wüllener die geplante Fällung von insgesamt 37 Bäumen.

Über 580 Unterstützer, Stand 1. Februar, hat die Petition „Dorfidylle bald Dorfgeschichte? Wüllener, stoppt die geplante Beseitigung unserer Baumbestände!“ bisher gefunden.

Unter anderem auf dieser Fläche soll das Baugebiet Wüllen-Nord II entstehen. Aktuell ist geplant, die Wallhecke inklusive der zehn Kopfweiden dafür zu fällen.
Unter anderem auf dieser Fläche soll das Baugebiet Wüllen-Nord II entstehen. Aktuell ist geplant, die Wallhecke inklusive der zehn Kopfweiden dafür zu fällen. © Johannes Schmittmann © Johannes Schmittmann

Ihnen ist nicht nur die Fällung der zehn alten Kopfweiden ein Dorn im Auge, sondern auch die geplante Entfernung mehrerer Eichen. Diese stehen aktuell auf dem alten Gehöft. Also genau dort, wo in Zukunft die Fläche für die Tiny-House-Grundstücke liegen könnte.

Über den Autor
1991 in Ahaus geboren, in Münster studiert, seit April 2016 bei Lensing Media. Mag es, Menschen in den Fokus zu rücken, die sonst im Verborgenen agieren.
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Johannes Schmittmann

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