„Wir planen Urlaub besser als den Tod“: Ahauser schreibt erstes Buch

Thema Tod

Frank Beckert aus Ahaus schreibt in seinem ersten Buch vom Umgang mit dem Tabu-Thema Tod. Ein einschneidendes Erlebnis vor zehn Jahren sorgte dafür, dass er Erfahrungen weitergeben kann.

Ahaus

, 24.11.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Frank Beckert ist ausgebildeter Trauerredner und hat gerade sein erstes Buch veröffentlicht.

Frank Beckert ist ausgebildeter Trauerredner und hat gerade sein erstes Buch veröffentlicht. © privat

Für sein erstes Buch hat sich Frank Beckert kein leichtes Thema ausgesucht. In „Der Sonne und dem Tod ins Auge sehen“ will der 55-jährige Ahauser dazu aufrufen, sich mit dem Thema Tod zu Lebzeiten auseinanderzusetzen.

„Der Tod wird in unserer Gesellschaft tabuisiert und verschwiegen. Das ist genau der falsche Weg“, stellt Frank Beckert fest. Dabei gibt er zu, dass er sich bis vor zehn Jahren selbst wenig mit dem Thema befasst hat.

Dann starb sein Sohn nach einer schweren Krankheit im Alter von 20 Jahren. „Da habe ich mich natürlich intensiv mit allen Höhen und Tiefen des Sterbens auseinandergesetzt“, sagt Frank Beckert.

Autor ist ausgebildeter Trauerredner

Für ihn war diese Erfahrung der erste Schritt. Das Thema ließ ihn nicht mehr los. Ende letzten Jahres hat Frank Beckert eine Ausbildung zum Trau- und Trauerredner absolviert und nimmt somit an einigen Trauerfeiern teil.

Seine persönlichen Erfahrungen nehmen in dem Buch einen großen Raum ein. „Dazu enthält mein Buch einige Ratschläge, die ich anderen geben will“, berichtet Frank Beckert.

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Er gibt ein Beispiel: „Vor kurzem habe ich noch mit einem Bestatter telefoniert und wir haben uns über die Unbekümmertheit beim digitalen Nachlass unterhalten“, erzählt der Autor.

Digitaler Nachlass wird zu leicht genommen

„Leute, die schon tot sind, laufen noch in den sozialen Medien rum. Darüber denken wir überhaupt nicht nach“, nennt Frank Beckert eines von vielen Problemen im Umgang mit dem Tod. Deswegen rät er dringend, sich um alles zu kümmern, was mit dem digitalen Nachlass zu tun hat.

Generell schlägt er vor: „Jeder sollte sich überlegen, was er will. Wie will ich beerdigt werden? Wenn man 25, 30 Jahre alt ist, macht man sich darüber keine Gedanken, aber man sollte sich schon damit beschäftigen.“

Kulturelle Unterschiede beim Sterben ein Thema im Buch

In „Der Sonne und dem Tod ins Auge sehen“ geht Frank Beckert auch auf die kulturellen Unterschiede im Umgang mit dem Tod ein. „Hier geht man mit einem Trauergesicht durch die Gegend. In Ghana gehört es dazu, den Verstorbenen mit lauter Musik zu feiern“, hat er bei einem Urlaub selbst erlebt.

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Das Schreiben seines ersten Buchs hat dem Ahauser viel Spaß gemacht. „Ich kann mir vorstellen, noch mehr Bücher zu schreiben“, lacht Frank Beckert. Gerade zu diesem Thema könne man sicher noch mehr in die Tiefe gehen.

„Man plant eigentlich seinen Urlaub besser als seinen Tod. Es wäre gut, wenn man seine Sachen, wenn es zu Ende geht, geordnet hätte“, fasst der Autor einen zentralen Aspekt seines Werks abschließend zusammen.

„Der Sonne und dem Tod ins Auge sehen“ ist im Tredition-Verlag erschienen und kann in den Buchhandlungen online bestellt werden. Die ISBN ist 978-3-347-15726-2. Die Hardcover-Ausgabe kostet 15,99 Euro und hat 144 Seiten.
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