Winterzauber in der Innenstadt läuft wegen Coronavirus nur auf Sparflamme

Weihnachtsdekoration

Die Vorweihnachtszeit in der Ahauser Innenstadt muss wegen der Corona-Pandemie auf viele lieb gewonnene Traditionen verzichten. Holzhütten sollen zumindest einen Teil der Weihnachtsatmosphäre retten.

Ahaus

, 19.11.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Weihnachtsbeleuchtung lief am Donnerstagmittag nur im Testbetrieb. Sie soll ohne große Veranstaltung eingeschaltet werden. Auch der übrige Winterzauber läuft wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr nur in einer sehr abgespeckten Variante.

Die Weihnachtsbeleuchtung lief am Donnerstagmittag nur im Testbetrieb. Sie soll ohne große Veranstaltung eingeschaltet werden. Auch der übrige Winterzauber läuft wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr nur in einer sehr abgespeckten Variante. © Stephan Rape

Keine Rodelbahn, keine Eisbahn, keine Veranstaltungen und vorläufig auch keine Speise- oder Getränkestände in der Innenstadt: Der Winterzauber in der Ahauser Innenstadt wird in im Corona-Winter 2020 ein ganz anderes Bild abgeben, als es die Passanten in der Vorweihnachtszeit von der Ahauser Fußgängerzone gewohnt sind.

Claudia Platte, Geschäftsführerin von Ahaus Marketing und Touristik, stellte die Planungen am Mittwochabend im Rat vor. Dreh- und Angelpunkt sind 24 neue Hütten sein, die an verschiedenen Stellen aufgestellt werden. Mit ihnen könne man flexibel auf das Pandemiegeschehen reagieren.

24 Hütten sollen weihnachtliche Atmosphäre verbreiten

„Wir möchten sowohl Bürgern als auch den Einzelhändlern in der Stadt Mut machen“, sagte Claudia Platte. Die Idee: Sollten die Corona-Bestimmungen es zulassen, könnten sich Familien in den Hütten treffen oder dort aufhalten. Natürlich nur unter Einhaltung der Kontaktbeschränkungen. Sollte auch das in der Vorweihnachtszeit wegen der Pandemie nicht möglich sein, können die Hütten schnell mit Holzelementen verschlossen werden und dann „nur“ noch als weihnachtliche Dekoration dienen. „Das hängt eben auch davon ab, ob in der Vorweihnachtszeit die Gastronomie öffnen darf oder nicht“, erklärte Claudia Platte.

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Die Kosten taxierte sie mit rund 2000 Euro pro Hütte. Geld, das ohnehin in diesem Jahr für den Winterzauber vorgesehen war. Wahrscheinlich in der zweiten Dezemberwoche sollen sie angeliefert und dann direkt aufgebaut werden. Sie wären dann auch zukünftig für Veranstaltungen – nicht nur im Winter – verfügbar.

Hölzerne Tore und Weihnachtsbeleuchtung

Zusätzlich werden hölzerne Tore an vier Zugängen zur Fußgängerzone aufgestellt. Vor dem Rathaus ist außerdem ein kleines Karussell geplant. Einen offiziellen Beginn der Weihnachtsbeleuchtung gebe es nicht. „Die wird einfach irgendwann in den nächsten Tagen eingeschaltet“, erklärte Claudia Platte.

Im Rat stieß das Konzept auf ein geteiltes Echo: Die Planung sei zwar eine gute Idee, doch einige Politiker sorgten sich um die Sicherheit. „Wer will kontrollieren, dass sich dort nicht große Gruppen treffen?“, fragte Hermann-Josef Haveloh (WGW). Für ihn sei das im Moment nicht in Ordnung. Auch für Heinz-Josef Kappelhoff (CDU) stellten die Hütten ein falsches Signal dar: „Wir haben auch den Weihnachtsmarkt abgesagt. So gerne ich das befürworten möchte, kann ich das im Moment nicht“, erklärte er.

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Annegret Heijnk (UWG) stellte sich hinter die Planung: So könnten die Passanten einen Teil von Normalität und vorweihnachtlicher Stimmung in der Innenstadt erleben. Auch Dietmar Eisele (Grüne) und Jörg Blisniewski (CDU) sprachen von einer guten Alternative. Eisele betonte allerdings, dass die schnelle Reaktion auf veränderte Umstände extrem wichtig sei. Dann sei es eine gute Alternative für die ausgefallenen Dinge. „Gerade die Kinder brauchen die weihnachtliche Atmosphäre“, sagte er.

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Einzig Norbert Frankemölle (WGW) ließ sich nicht überzeugen. Auf Anraten der Stadt habe der Wüllener Nikolausverein in diesem Jahr alle Veranstaltungen abgesagt. Nun gehe es in die Gegenrichtung. Die Idee mit den Hütten sei sehr gut, allerdings sei der Startpunkt mitten im Teil-Lockdown nicht in Ordnung.

Auftrag ohne Ausschreibung an Ahauser Unternehmen

Thomas Vortkamp (CDU) wollte gegen Ende der Diskussion noch wissen, wie denn der Produzent der Hütten ausgewählt worden sei. Etwa mit einer kleinen Ausschreibung. Claudia Platte antwortete: Als GmbH müsse AMT die Aufträge nicht ausschreiben. Viel mehr habe man sich an das Unternehmen gewandt, das auch schon die Holzfassaden produziert habe. Dieker Objekteinrichtungen hat die Hütten entwickelt (www.paxport.de).

Eine Entscheidung mussten die Politiker nicht fällen. Ihr Stimmungsbild war aber eindeutig: Bei einer Gegenstimme und drei Enthaltungen stimmten sie für das Konzept.

Längere Öffnungszeiten und Wochenmarkt

  • Als kleine Attraktion – statt der Veranstaltung „Ahaus leuchtet auf“ öffnen die Geschäfte in der Fußgängerzone am Freitag, 20. November, bis 21 Uhr.
  • Auch verkaufsoffene Sonntage in der Vorweihnachtszeit sind noch geplant.
  • Der Wochenmarkt bleibt auch in der Vorweihnachtszeit am Mahner. Am 19. sowie 23. Dezember sollen die Öffnungszeiten ausgeweitet werden, um auch dort eine große Ansammlung von Menschen zu vermeiden.
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