Zwischenlager Ahaus

Weniger Atommüll aus Frankreich soll in Ahaus gelagert werden

Statt 152 Castorbehältern mit Atommüll sollen nur noch 30 ausgediente Behälter aus Frankreich im Ahauser Zwischenlager eintreffen. Der Bundestag soll das am Donnerstag beschließen.
Insgesamt 329 Castorbehälter mit hochradioaktiven Brennelementen lagern im Zwischenlager in Ahaus. © Victoria Garwer

Deutschland arbeitet an einer neuen Lösung für die Rücknahme radioaktiver Abfälle aus der Wiederaufarbeitung in Frankreich. Davon würde auch Ahaus profitieren: Statt 152 Behältern mit mittelradioaktiven Metallresten der aufgearbeiteten Brennelemente sollen nun nur noch 30 leere, ausgediente Brennelemente-Transportbehälter nach Ahaus gebracht werden. Das hat Dr. David Knollmann, Referent Standortkommunikation in Ahaus bei der Gesellschaft für Zwischenlagerung, am Mittwochnachmittag mitgeteilt.

Statt bis zu 17 Transporten rolle demnach nur noch ein Atom-Transport aus Frankreich nach Deutschland. Die Rückführung könne damit bis im Jahr 2024 abgeschlossen werden.

Schwierigkeiten hätten Transport bis in die 2040er-Jahre verzögert

Wegen technischer Schwierigkeiten bei der dafür vorgesehenen Behälterbauart TGC27 sei es dem beauftragten französischen Konsortium nicht gelungen, zeitgerecht zugelassene Behälter dieser Art für die Rückführung zur Verfügung zu stellen. Nach letztem Stand wäre es zu einer Verzögerung bis in die 2040er-Jahre gekommen. Diese Verzögerung war insbesondere für die französische Seite nicht akzeptabel und sie forderte schon länger eine Lösung.

Die zuständigen Ausschüsse des Bundestages hätten am Mittwoch eine gesetzliche Grundlage auf den Weg gebracht, die am Donnerstag im Plenum beschlossen werden soll.

Deutsche Kraftwerksbetreiber zur Rücknahme verpflichtet

Wie David Knollmann weiter mitteilt, seien deutsche Kernkraftwerksbetreiber verpflichtet, radioaktive Abfälle aus Frankreich zurückzunehmen, die dort bei der Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente aus deutschen Kernkraftwerken entstanden sind.

Die ursprüngliche Planung sah so aus: Fünf Castor-Behälter mit verglasten mittelradioaktiven Abfällen sollten bis 2024 aus Frankreich ins Zwischenlager an den Standort Philippsburg gebracht werden. 152 Behälter mit hochdruckverpressten mittelradioaktiven Metallresten der aufgearbeiteten Brennelemente sollten bis 2024 im Zwischenlager Ahaus eintreffen.

Andere Abfälle werden nach Philippsburg gebracht

Statt fünf Castor-Behältern mit verglasten mittelradioaktiven Abfällen sollen drei bis fünf dieser Castor-Behälter samt Inhalt an den Standort Philippsburg gebracht und aufbewahrt werden. Der Transport der 152 Behälter in Richtung Ahaus fällt komplett aus.

Deutschland nehme in der Summe die gleiche Radioaktivität aus Frankreich zurück wie ursprünglich vereinbart. Allerdings seien das Abfallvolumen und so auch die Zahl der Transporte geringer. Die französische Seite wiederum hat einen Mehraufwand für die Endlagerung in Folge eines größeren Abfallvolumens und erhält dafür einen Ausgleich durch die deutschen Energieversorgungsunternehmen.

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