Zu den Corona-Schutzmaßnahmen gehören unter anderem Hände waschen und Maske tragen, wie auf diesem Symbolbild verdeutlicht. Dadurch wird nicht nur die Infektion mit dem Coronavirus eingedämmt. © picture alliance/dpa
Ansteckende Krankheit

Wegen Corona: Nur halb so viele Norovirus-Fälle wie in den Vorjahren

Die gängigen Corona-Hygieneregeln haben einen positiven Nebeneffekt: Ansteckende Infektionskrankheiten neben Corona sind zurück gegangen. Die Norovirus-Infektion war 2020 eine davon.

Die Norovirus-Infektion ist eine hochansteckende Magen-Darm-Erkrankung. Heftiges Erbrechen und Durchfall sind die Symptome der Krankheit. Die Übertragung des Norovirus erfolgt von Mensch zu Mensch, es kann aber auch über Gegenstände oder Lebensmittel übertragen werden.

Im Jahr 2020 wurden im Kreis Borken weitaus weniger Fälle von Noroviren gemeldet als noch in den Jahren davor. Zum Vergleich: 2019 waren es 578 Norovirus-Fälle im Kreisgebiet, im Jahr 2020 mit 215 Fällen weniger als die Hälfte. Auch im Jahr 2018 lagen die Fälle deutlich höher. Da wurden 433 Norovirus-Fälle an den Kreis gemeldet.

Corona-Maßnahmen reduzieren Übertragung anderer Krankheiten

Ein Grund für den starken Rückgang ist unter anderem das Corona-Virus. „Dafür sind laut dem Gesundheitsamt auch die AHA-Regeln mitverantwortlich“, sagt Ellen Bulten, Pressesprecherin des Kreises Borken.

Zu diesen Regeln zählen Abstand halten, Hände waschen und Alltagsmaske tragen. „Sie helfen besonders bei der Reduzierung von Infektionskrankheiten, die unter anderem durch Aerosole oder Tröpfchen übertragen werden.“

Hauptansteckungszeit mit dem Norovirus ist normalerweise von Herbst bis Frühjahr. Die Magen-Darm-Erkrankung ist nicht die einzige meldungspflichtige Krankheit, die im Corona-Jahr im Kreis Borken zurückgegangen ist. „Bei mehreren Krankheiten sind die Infektionszahlen in 2020 rückläufig gewesen“, sagt Ellen Bulten.

Neben Norovirus auch andere Infektionskrankheiten rückläufig

Ein deutliches Beispiel ist die normale Grippe, auch Influenza genannt. Im Jahr 2018 wurden an den Kreis Borken 1.598 Fälle einer Influenza-Erkrankung gemeldet, 2019 waren es 861. Im vergangenen Jahr wurden lediglich 539 Influenza-Fälle gemeldet. Somit etwa ein Drittel der Gesamtfälle aus 2018.

Als weiteres Beispiel nennt der Kreis Borken die Campylobakter-Infektion. Dabei handelt es sich um eine bakterielle Durchfallerkrankung, die in der Regel über Lebensmittel oder eine unzureichende Händehygiene bei der Herstellung und Zubereitung verursacht wird.

Während 2019 445 Krankheitsfälle mit der Durchfallerkrankung gemeldet wurden, waren es 2020 mehr als Hundert Fälle weniger, nämlich lediglich 334. „Die Kontaktbeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie könnten auch in diesem Zusammenhang zu einem Rückgang der Infektionszahlen geführt haben“, sagt Pressesprecherin Ellen Bulten.

Die Corona-Schutzmaßnahmen konnten somit einen positiven Nebeneffekt in Hinsicht anderer ansteckender Infektionsmaßnahmen erzielen.

Über die Autorin
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In der Grafschaft Bentheim aufgewachsen, während des Journalismus-Studiums in NRW verliebt. Danach über 2 Jahre in Kanada gelebt und jetzt wieder zurück im Lieblingsbundesland. Seit 2020 Volontärin bei Lensing Media
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Anne Schiebener

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