Wände gegen Gaffer: Ahauser Feuerwehr nimmt Gaffern die Sicht auf Unfallstellen

dzAhauser Feuerwehr

Die Feuerwehr Ahaus freut sich über neue Gafferwände. Die Feuerwehrleute machen damit Unfallstellen schnell zu Schutzzonen. Für das Löschen von E-Autos haben sie sich auch etwas ausgedacht.

von Andreas Bäumer

Ahaus

, 06.12.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Idioten bezeichnet Hans-Georg Althoff, erster Beigeordneter der Stadt Ahaus, jene Gaffer, die Unfallopfer fotografieren und die Bilder dann ins Internet stellen. Sie begehen eine Straftat und stören die Abläufe der Feuerwehr, der Rettungssanitäter und der Polizei.

Obwohl bald wohl auch das Fotografieren von Unfalltoten strafrechtlich verfolgt werden kann, ist dies nicht die Priorität der anwesenden Retter. Sie wollen in Ruhe arbeiten können und würden am liebsten die Vorbeirollenden gänzlich ignorieren.

Eine schnelle Hilfe gegen Gaffer

Dabei helfen den Feuerwehrleuten in Ahaus und Umgebung nun sieben Gafferwände, die sie einfach transportieren und geschwind aufstellen können. Diese Wände zeigten Feuerwehrchef Berthold Büter und sein Stellvertreter Dirk Honekamp am Mittwochabend den Löschzügen, Hans-Georg Althoff und der Redaktion.

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Dieter Mohn von der Firma German Inflatible und Erfinder dieser Gafferwände erklärte den Auf- und Abbau. Sechs der Wände sind acht Meter breit und zwei Meter hoch und wiegen zwölf Kilogramm. Sie werden ähnlich aufgebaut wie ein Zelt und das in unter zwei Minuten, so berichtet Dirk Honekamp. Verpackt könnten sie unter den Sitzen eines Rettungsfahrzeuges untergebracht werden.

Bevor die Ahauser Feuerwehrleute solche Wände hatten, nutzten sie gegen Gaffer Wärmedecken. Diese messen zwei mal ein Meter. Um acht Meter abzugrenzen, mussten acht bis zehn Feuerwehrleute solche Decken halten. Anderes konnten sie in dieser Zeit nicht tun.

Gafferwände bilden eine Schutzzone

Als einige Feuerwehrmänner und Dieter Mohn zusätzlich die große Version aufbauten, fiel noch etwas auf. Die Wand misst insgesamt 20 Meter in der Breite, besteht aus einem aufblasbaren Stoffröhren-Skelett und dazwischen aufgehängten feinen Stoffbahnen. Die Gafferwände verwandelten eine simulierte Unfallstelle in eine Schutzzone, in der das Rettungsgeschehen geordnet und unbegafft ablaufen konnte.

Diese große Gafferwand wird mit einem Gebläse aufrecht gehalten, ganz ähnlich einer Hüpfburg. „Wir versuchen, diese Technologie aus der Spielzeug-Ecke herauszuholen“, erklärt Erfinder Dieter Mohn. Bevor er nach eigenen Erfahrungen bei einem Autobahn-Unfall 2017 die Gafferwände erdachte, hat seine Firma zum Beispiel aufblasbare Kinoleinwände hergestellt. Ein bisschen Show ist auch bei den Gafferwänden dabei, schmücken sie doch die Umrisse einiger lokaler Sehenswürdigkeiten.

Selbst entworfen und gebaut

Für die Gafferwände hat sich die Abteilung Technik der Ahauser Feuerwehr erfolgreich auf die Suche nach einem geeigneten Hersteller gemacht. Beim Abrollbehälter Löschunterstützung (AB-LU) nahmen einige Handwerker aus der Abteilung die Sache selbst in die Hand. Sie haben ihn selbst konstruiert und gebaut.

Wände gegen Gaffer: Ahauser Feuerwehr nimmt Gaffern die Sicht auf Unfallstellen

Diese Mulde, auch Abrollbehälter Löschunterstützung genannt, haben Mitglieder der Abteilung Technik der Feuerwehr Ahaus entworfen und gebaut. © Andreas Bäumer

Es ist eine vom Lkw abrollbare Mulde, die mit Wasser gefüllt werden kann. So kann darin ein E-Auto gelöscht werden. Das Fahrzeug kann zuvor mithilfe einer Rampe und einer Winde in den Behälter gezogen werden. Dirk Honekamp, Leiter der Abteilung (Technik), stellte auch diese Mulde mit hilfreichem Zubehör vor.

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