Sobald der Bau an der Parallelstraße abgeschlossen ist, will die Volksbank Gronau-Ahaus die Planung für den Standort in der Ahauser Innenstadt vorantreiben. Das benachbarte ehemalige Modehaus Haverkamp hat die Bank bereits gekauft. Gespräche mit der Stadt Ahaus laufen. © Stephan Rape
Bilanz 2020

Volksbank Gronau-Ahaus steht zu Filialen – Pläne für Ahauser Innenstadt

Trotz Corona-Krise blickt die Volksbank Gronau-Ahaus auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Auch gibt es erste Ideen für die Ahauser Innenstadt. Klar ist, dass keine Filialen schließen sollen.

Es kommt Bewegung in die Planung rund um die Filiale der Volksbank Gronau-Ahaus in der Innenstadt Ahaus und das angrenzende ehemalige Modehaus Haverkamp. Wie Frank Overkamp, Vorstand der Volksbank Gronau-Ahaus, gegenüber unserer Redaktion bestätigte, hat die Volksbank das ehemalige Modehaus gekauft. „Wir können jetzt neben unserer Filiale auch über das ehemalige Modehaus verfügen“, sagt er am Rand eines Gesprächs über die Bilanz des vergangenen Geschäftsjahrs.

Frank Overkamp, Vorstand der Volksbank Gronau-Ahaus, blickt optimistisch in die Zukunft. Trotz aller Beschränkungen sei die Bank auf einem guten Weg.
Frank Overkamp, Vorstand der Volksbank Gronau-Ahaus, blickt optimistisch in die Zukunft. Trotz aller Beschränkungen sei die Bank auf einem guten Weg. © Volksbank Gronau-Ahaus © Volksbank Gronau-Ahaus

Klar sei, dass das jetzige Volksbankgebäude sowie das ehemalige Wohnhaus zwischen Volksbank und Domhof abgerissen werden. „Beide Gebäude sind abgängig und auch einfach nicht mehr schön“, erklärt Frank Overkamp.

Noch ist fraglich, ob Modehaus abgerissen wird

Ob auch das ehemalige Modehaus, das im vergangenen November geschlossen wurde, abgerissen wird, ist noch nicht klar. „Es ist möglich, dass es bestehen bleibt und in einen Neubau integriert wird“, so der Vorstand weiter. Auch die Zukunft der Einfahrt in die Tiefgarage sei noch offen. Die Bank befinde sich dazu gerade in Gesprächen mit der Stadt Ahaus. Mit möglichen Mietern sei noch nicht gesprochen worden. Entsprechend offen seien auch noch die Konzepte.

Das neue Beratungsgebäude an der Parallelstraße in Ahaus soll noch in diesem Frühjahr eröffnet werden. Im Moment hat der Bau dort noch Priorität. Je weiter die Arbeiten dort sind, desto mehr werde die Planung an anderen Standorten forciert – etwa in der Ahauser Innenstadt.
Das neue Beratungsgebäude an der Parallelstraße in Ahaus soll noch in diesem Frühjahr eröffnet werden. Im Moment hat der Bau dort noch Priorität. Je weiter die Arbeiten dort sind, desto mehr werde die Planung an anderen Standorten forciert – etwa in der Ahauser Innenstadt. © Volksbank Gronau-Ahaus © Volksbank Gronau-Ahaus

Momentan hat auch ein weiteres Bauprojekt der Volksbank noch Vorrang: An der Parallelstraße baut die Volksbank gerade ihr neues Beratungszentrum für Privat- und Firmenkunden. In diesem Frühjahr soll es bezugsfertig sein.

„Je weiter wir da kommen, desto mehr können wir uns um andere Projekte kümmern“, macht Frank Overkamp deutlich. Auch der Neubau der Filiale in Wüllen an der Hamalandstraße komme gut voran. Die Eröffnung dort ist für dieses Jahr geplant.

Immer mehr Bankgeschäfte online – Filialen sollen trotzdem bleiben

Insgesamt stehe die Bank fest zu ihrem Filialnetz – gerade auch in kleineren Orten. „So lange wir für alle Geschäftsstellen Mitarbeiter finden, bleiben sie auch geöffnet“, erklärt er. Momentan gebe es keine Überlegungen, einzelne Standorte zu schließen.

Und das, obwohl durch die Corona-Krise das klassische Schaltergeschäft weiter zurückgegangen sei: „Rund 90 Prozent der Überweisungen wurden 2020 online in Auftrag gegeben“, sagt Frank Overkamp. Eine positive Entwicklung, wie er findet: „Dadurch haben wir mehr Zeit für Beratungstermine.“

Auch die Zahlung per EC-Karte oder Smartphone hat in der Pandemie neue Rekorde erreicht: Um 25 Prozent sind diese bargeldlosen Verfahren gewachsen. Auch zukünftig soll es aber in allen Orten möglich bleiben, alle Bankgeschäfte auch persönlich mit einem Berater zu erledigen. „Das ist uns eine Herzensanliegen“, sagt er.

Anwohner vor Automatensprengungen schützen

Etwas gedulden müssen sich noch die Volksbankkunden in Ammeloe und Lünten: Dort wurden die Selbstbedienungsfilialen nach den Automatensprengungen im Sommer auf Empfehlung des Landeskriminalamtes geschlossen.

„Diese Warnung vor organisierten Banden gilt immer noch“, erklärt Frank Overkamp. Deswegen sei die Volksbank Gronau-Ahaus gerade auf der Suche nach alternativen Standorten. Dabei gehe es um Gebäude ohne direkte Anwohner.

„Wenn dort dann wieder ein Automat gesprengt würde, hätten wir es mit Geld- und Sachschaden zu tun – aber kein Mensch würde gefährdet“, sagt er. Im Gespräch seien etwa hochwertige Containerlösungen.

Auch der Vredener Hauptstandort am Kirchplatz soll an die Winterswyker Straße verlegt werden. Dort sei ebenfalls ein Neubau geplant.

Insgesamt zieht Frank Overkamp ein positives Fazit unter das vergangene Geschäftsjahr. Trotz aller Schwierigkeiten durch Kontaktbeschränkungen und Lockdown: Beratungsangebote per Telefon oder Video seien deutlich ausgeweitet worden und wurden reichlich genutzt.

Die Marge aus dem zinsabhängigen Geschäft ist im Geschäftsjahr 2020 weiter zurückgegangen: Auswirkungen der anhaltenden Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Die Volksbank Gronau-Ahaus habe die gesunkenen Margen teilweise durch die Ausweitung des Geschäftsvolumens ausgleichen können.

750 neue Baufinanzierungen genehmigt

Auch die Nachfrage nach gewerblichen Investitionsdarlehen lag leicht unter dem Vorjahresniveau. „Wegen der coronabedingten Unsicherheiten“, findet der Vorstand schnell eine Erklärung.

Allerdings wurden 60 Millionen Euro für die staatlich garantierten Corona-Darlehen genehmigt. Insgesamt wurden an jedem Arbeitstag in der Bank rund drei Millionen Euro neue Darlehen für Firmen- und Privatkunden zugesagt. Insgesamt waren es 785 Millionen Euro.

Vor allem wegen der weiter hohen Nachfrage nach selbst genutztem oder vermietetem Wohneigentum: Alleine etwa 750 Baufinanzierungen wurden genehmigt. Die Volksbank blickt nun auf Kundenkredite über rund drei Milliarden Euro.

Mitglieder bekommen in diesem Jahr keine Dividende

Wegen der Pandemie habe die Zentralbank der deutschen Genossenschaftsbanken im Geschäftsjahr 2020 nach einer Vorgabe der EZB keine Dividende an ihre Mitgliedsinstitute ausgeschüttet. Unter anderem dadurch falle der Bilanzgewinn der Volksbank Gronau-Ahaus nach dem derzeitigen Stand für 2020 mit 5,1 Mio. Euro deutlich geringer aus als im Vorjahr (rund sieben Millionen Euro). Dennoch blicke die Bank zuversichtlich auf die kommenden Jahre.

Die inzwischen fast 35.000 Mitglieder der Volksbank Gronau-Ahaus müssen auf die Auszahlung einer Dividende in diesem Jahr verzichten. Dazu haben sich die Vertreter der Mitglieder in zwei schriftlichen Versammlungen entschlossen. Sie folgen damit einer Empfehlung der Bankenaufsicht. Pro 100 Mitgliedern in der Volksbank wird ein Vertreter gewählt.

„Auch wenn wegen der guten Eigenkapitalbasis und Ertragskraft der Bank die Dividendenzahlung uneingeschränkt möglich gewesen wäre“, betont Frank Overkamp. Die hatten Vorstand und Aufsichtsrat demnach so auch eigentlich vorgeschlagen. Der Plan ist, dass die Dividende um einen Bonus aufgestockt wird und ausgezahlt wird, sobald es aufsichtsrechtlich wieder erlaubt ist.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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