Problemzone Königstraße: Wo sich Autos und Fahrradfahrer auf engem Raum treffen, steigt die Unfallgefahr. © Hendrik Bücker
Straßenverkehr

Verkehrsunfälle: Hier knallt es in Ahaus am häufigsten

Ob Königstraße oder Adenauerring: An bestimmten Stellen in Ahaus häufen sich die Unfälle – besonders an Kreisverkehren. Das hat auch mit nicht immer eindeutigen Verkehrsregelungen zu tun.

Vorweg die gute Nachricht: Im vergangenen Jahr registrierten die Behörden in Ahaus weniger Verkehrsunfälle und weniger Verletzte. So zählte die Polizei 147 Unfälle mit Personenschaden in 2020 – das entspricht einem Rückgang von 13 Prozent. Der allerdings wird auch auf die Corona-Pandemie zurückgeführt. Weniger Verkehr bedeutet auch weniger Unfälle.

Die statistischen Ämter des Bundes und der Länder geben darüber hinaus noch einen Unfallatlas heraus. Der zeigt exakt auf, wo es in den jeweiligen Orten geknallt hat. Die Polizei erfasst bei der Unfallaufnahme nämlich auch die geographischen Koordinaten des Unfallortes. Aufgeführt werden nur Ereignisse mit Personenschaden.

Unfälle häufen sich in Kreisverkehren

Der Blick auf die Karte für Ahaus zeigt deutlich, dass sich das Unfallgeschehen an bestimmten Stellen häuft. Ein Beispiel: Im Bereich des Kreisverkehrs Fuistingstraße/Adenauerring sowie daran anschließend der Wessumer Straße hat es vergleichsweise häufig geknallt.

Auffällig hier: In mehreren Fällen waren sowohl Autos als auch Fahrräder involviert. Herbert Moritz, Sprecher der Ahauser Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), sieht bei den Kreisverkehren ein grundsätzliches Problem: „Habe ich jetzt Vorfahrt oder nicht?“

Die teilweise unterschiedlichen Regelungen seien, so Herbert Moritz weiter, nicht immer für alle Verkehrsteilnehmer verständlich. Viele Senioren sind seiner Ansicht nach im Zuge des E-Bike-Booms auf den Geschmack gekommen, hätten aber kaum Erfahrung als Zweiradfahrer im Straßenverkehr.

Die Fuistingstraße ist auch an anderer Stelle ein Unfallschwerpunkt. An der Kreuzung Hessenweg sowie an der Ecke Bahnhofstraße gab es jeweils Unfälle, bei denen Auto- und Radfahrer involviert waren.

Allein auf dem Teilstück des Hessenwegs zwischen Annen- und Kampstraße verzeichnete die Polizei vier Unfälle. Dreimal waren PKW und Fahrrad, einmal war ein Motorrad involviert.

Ein weiterer Hotspot ist – wenig überraschend – der Bereich zwischen Wüllener-/Königstraße und der Wallstraße. Hier ist das Verkehrsaufkommen naturgemäß besonders hoch und die Verkehrssituation nicht immer übersichtlich. Hier sind neben Unfällen mit Fahrradfahrern in mehreren Fällen auch Fußgänger betroffen gewesen.

Problemzone Königstraße

Herbert Moritz weist hier auf ein besonderes Problem in der Königstraße hin: Da die Parkplätze am Straßenrand so dicht am Fahrradweg sind, sei hier die Gefahr sogenannter „Dooring“-Unfälle besonders groß. Hiervon spricht man, wenn Autofahrer die Tür unachtsam öffnen und dabei einen Zusammenstoß mit vorbeifahrenden Fahrradfahrern verursachen.

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