Das Kreis-Gesundheitsamt hat am Montag fünf Corona-Neuinfektionen für Schwerte gemeldet. © picture alliance/dpa
Statistik

Vergleichsweise viele Ahauser mit Corona infiziert – ein Zufall?

In Ahaus haben sich vergleichsweise mehr Menschen mit dem Coronavirus angesteckt, als in Gemeinden und Städten im restlichen Kreis Borken. Einen Grund gibt es dafür aber nicht.

Die Zahl der Coronainfektionen im Kreis Borken geht langsam zurück. Auch die Zahlen in Ahaus liegen längst nicht mehr so hoch, wie noch vor ein paar Wochen. Allerdings sind hier die Zahl der Gesamtinfektionen und auch die der Todesfälle in den vergangenen Wochen und Monaten vergleichsweise hoch.

Ahaus zwei Mal an der Spitze der Statistik im Kreis

Gerechnet auf die Einwohnerzahl liegt Ahaus an der Spitze der Kommunen im Kreis: 2,81 Prozent der Bevölkerung haben oder hatten sich hier – Stand 3. Februar, 24 Uhr – mit dem Coronavirus infiziert.

Zum Vergleich: In Borken waren es 1,8 Prozent, in Gronau 2,69 oder in Bocholt 1,93 Prozent. Kleinere Gemeinden wie Legden (1,62 Prozent) oder Südlohn (1,54 Prozent) schneiden besser ab. Allerdings hat auch eine kleine Gemeinde wie Heek (2,4 Prozent) eine relativ hohe Zahl von Infektionen.

Ähnlich sieht es bei der Zahl der Todesfälle aus. Gerechnet auf die Zahl der Infizierten erscheint die Todesrate bei Ahausern mit einer Covid19-Infektion etwas höher als in den umliegenden Kommunen: 3,70 Prozent der Infizierten ist in den zurückliegenden Monaten an oder mit einer Infektion verstorben. Wieder der Vergleich mit der Umgebung: Borken (0,91 Prozent), Gronau (1,85 Prozent), Bocholt (2,77 Prozent), Südlohn (2,1 Prozent), Heek (1,92 Prozent). Legden verzeichnet in der Pandemie noch keinen Todesfall, der mit dem Coronavirus in Verbindung gebracht wird.

Doch was bedeutet die Statistik in der Realität? Gibt es Auffälligkeiten in Ahaus oder anderen Orten im Kreis? Karlheinz Gördes, Pressesprecher des Kreises Borken, sagt ganz klar: „Nein.“ Die unterschiedlichen Zahlen würden auf Zufällen beruhen.

„Zahlen sind reiner Zufall“

Dass ausgerechnet in Ahaus die Zahl der Todesfälle etwas höher liege als in den umliegenden Kommunen lasse sich auf keine Ursache zurückführen. „Es hätte genauso gut einen anderen Ort treffen können“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Besonderheiten habe der Kreis bei der Ausbreitung des Coronavirus nicht erkannt.

So hatte es auch schon Bürgermeisterin Karola Voß in ihrem zurückliegenden Live-Video bei Facebook formuliert. Damals – am 21. Januar – lag die Zahl der Infektionen in Ahaus noch bei 94, war aber bereits gegenüber den Vorwochen deutlich gesunken. „Wir in Ahaus sind durchaus im oberen Bereich, aber es ist nicht so einfach zu sagen, woran das liegt. Wir hatten zum Beispiel Einträge in Altenpflegeeinrichtungen, die dann direkt mit größeren Zahlen betroffen sind. Aber es ist immer schwer nachzuvollziehen, warum in der einen oder der anderen Stadt die Zahlen sich so entwickelt haben“, sagte sie da.

Kein Zusammenhang feststellbar

Auch Tobias Rodig, Pressesprecher des Klinikums Westmünsterland, sieht keinen Zusammenhang mit der Situation vor Ort. Das Ahauser St. Marienkrankenhaus etwa übernehme ja die Versorgung von Patienten mit dem Coronavirus aus dem gesamten Nordkreis.

Statistisch werden diese Fälle aber nicht der Stadt Ahaus, sondern den Herkunftsorten der Patienten zugerechnet. „Wenn es also etwas Auffälliges im Ahauser Krankenhaus gäbe“, sagt er und spricht überdeutlich im Konjunktiv, „hätte es ja Auswirkungen auf alle Zahlen im Nordkreis. Und die Zahlen sind ja kreisweit rückläufig.“

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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