Veränderte Reisepläne: Mosel und Weimar statt Bratislava und Wien

Coronavirus-Kolumne

Die Pfingst-Tour unseres Reporters fällt ins Wasser. Ersatz ist aber schon geplant. Über die Alternativen hätte er vor ein paar Monaten noch müde gelächelt. Jetzt ist die Vorfreude groß.

Ahaus

, 25.05.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mosel statt Mexiko: In diesem Jahr muss die traditionelle Pfingst-Tour unseres Reporters (2.v.l.) zwei Nummern kleiner ausfallen.

Mosel statt Mexiko: In diesem Jahr muss die traditionelle Pfingst-Tour unseres Reporters (2.v.l.) zwei Nummern kleiner ausfallen. © Johannes Schmittmann

Manchmal braucht es nicht viel, damit eine Tradition entsteht. 2014 beschlossen zwei Kumpel und ich, über Pfingsten eine alte Schulfreundin in Ulm zu besuchen. Am frühen Sonntagmorgen setzten wir uns in den geliehenen 90er-Jahre-Benz und machten uns auf den Weg Richtung Süden. In der Universitätsstadt verbrachten wir zwei ereignisreiche Tage und beschlossen dann, noch ein bisschen weiter die „Gegend“ zu erkunden. Nächster Halt: Bodensee.

Weil wir die Zeit etwas aus den Augen verloren hatten, trudelten wir erst gegen 22 Uhr in Lindau ein. Bevor wir eine Unterkunft ansteuern konnten, hatten uns schon die Ordnungshüter im Visier. Voll beladener schwarzer Mercedes, BOR-Kennzeichen, drei männliche Insassen: „Führerschein und Fahrzeugpapiere, bitte!“ Obwohl wir nichts zu Verbergen hatten, dauerte die Kontrolle relativ lange - zu lange.

Zu spät für den Campingplatz

Denn als wir fertig waren und die werten Herren nach dem Weg zum nächsten Campingplatz fragten, erhielten wir als Antwort nur ein leicht spöttisches Lächeln. Der letzte habe vor einer halben Stunde geschlossen. Google bestätigte diese Auskunft. Was nun? Bei einer spontanen Abstimmung – außer mir war auch ein Alstätter mit an Bord – setzte sich die Westmünsterland-Fraktion gegen den Sauerländer durch: auf nach Bella Italia.

Aus diesem ersten, ziemlich abenteuerlichen Kurztrip entstand eine Pfingst-Tradition. Berlin, Prag, Krakau, Kalifornien und Mallorca folgten als Destinationen. Dieses Jahr hätten Wien und Bratislava auf dem Plan gestanden. Doch der Besuch bei den Habsburgern fällt Corona-bedingt ins Wasser.

Apropos Wasser: Mit einem aus der Gruppe fahre ich am Wochenende immerhin für drei Tage von Trier bis Koblenz die Mosel hinunter. Mit dem Rest der Gruppe geht es ein paar Wochen später, sofern es die Gesetze zulassen, nach Weimar. Klingt erstmal nach Klassenfahrt – aber auf denen sind schließlich die besten Geschichten passiert.