Info-Abend: UWG zeigt Wege zum eigenen Tiny-House in Ahaus auf

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Platz ist in der kleinsten Hütte, doch ganz so klein sollte sie auch nicht sein. Als alternative Wohnform kommt das Tiny-House in Mode. Die UWG Ahaus will den Weg dafür bereiten.

Ahaus

, 15.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Alternative Wohnformen wie Tiny-Houses (Kleinsthäuser) sind in Ahaus ein wichtiges Thema – sagt die UWG-Fraktion. Sie lädt alle Interessierten am Mittwoch, 20. November, um 19.30 Uhr zu einer Informationsveranstaltung im Logo, Parallelstraße 1, ein.

An diesem Abend werden Diplom-Ingenieur Klause Hestert (Tiny House Rhein Ruhr) und Gerald Kampert (Planungsamt Stadt Dortmund) informieren und für Fragen zur Verfügung stehen. Wir haben vorab UWG-Ratsherr Andreas Beckers zum Thema „Tiny-Houses“ in Ahaus befragt.


Warum ist sich die UWG sicher, dass es in Ahaus ein Interesse an Tiny Houses gibt?

Weil das für viele ein Ernst zu nehmendes Thema ist. Gerade die Personengruppe „55+“ und auch Jüngere wollen vielfach von den großen Eigentumsgrundstücken mit hohem Gartenanteil und großer Wohn- und Nutzfläche weg.

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Wenn die Kinder aus dem Haus sind, wenn das Ende der beruflichen Tätigkeit heranrückt, gibt es bei einigen Leuten durchaus Überlegungen, den Fokus nicht mehr unbedingt auf Garten- und Hausarbeit zu legen, sondern auf mehr Freizeit, Aktivitäten, Reisen.

Bei vielen Tiny-House-Eigentümern ist es so, dass sie neben der „festen Bleibe“ mit Anschrift und Meldeadresse noch eine weitere Wohnung im Ausland oder ein Wohnmobil ihr Eigen nennen.


Die UWG beackert das Thema nicht zum ersten Mal, wie sieht es mit der Unterstützung von Seiten der Verwaltung aus?

Ein schwieriges Thema. Als wir im Dezember 2018 unseren Antrag in den Rat eingebracht haben, waren wir angenehm überrascht, dass das Thema fraktionsübergreifend positiv aufgenommen wurde.

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Im Planungsausschuss dagegen spürte man schon wieder die Skepsis von Seiten der Stadt. Das Vorhaben, ein Tiny-House in der Stadt zu positionieren, um den Bürgern die Möglichkeit zu eröffnen, so ein kleines Haus einmal haptisch zu erfahren, ist ebenfalls von der UWG ausgegangen.

Die Kommunikation und Abstimmung mit dem Ordnungsamt, aber auch mit Ahaus Marketing und Touristik, war aber einwandfrei. Die Problematik für uns ist hauptsächlich, dass wir die aktuell 68 Interessenten nicht erreichen können, die sich bei der Bedarfsabfrage der Verwaltung meldeten. Wir gelangen datenschutzrechtlich nicht an die E-Mail Adressen.

Wen will die UWG mit der Informationsveranstaltung erreichen?

Grundsätzlich alle Bürger, die sich über Tiny-Houses informieren und vielleicht mit dem Gedanken spielen, sich räumlich zu verändern. Ferner Architekten, ausführende Firmen oder auch einfach nur die Leute, die das Thema spannend finden und Denk-Anstöße zu diesem Themenkomplex suchen.

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Die Veranstaltung soll nicht ausdrücklich nur für Ahauser und natürlich die Bewohner der Ortsteile sein. Ebenso sind Interessierte aus der Umgebung eingeladen.

Um was genau wird es bei der Info-Veranstaltung gehen?

Bei der Veranstaltung geht es darum, Berichte und Erfahrungen aus erster Hand zu bekommen. Und das von versierten Fachleuten. Wir konnten zwei Referenten für uns gewinnen, die in dieser Thematik zuhause sind und die bereits Aspekte aus einem gewissen Erfahrungsschatz vermitteln können.

Es geht dabei nicht nur darum, Tiny-Houses zu verherrlichen und diese als die alleinige Wohnform der Zukunft anzupreisen. Es geht auch darum, die unter Umständen langen Wege und Unwägbarkeiten auf dem Weg zum eigenen Tiny-House aufzuzeigen. Gleichzeitig jedoch auch Mut zu machen, diesen innovativen Weg zu gehen und nicht einfach aufzugeben, wenn schon der Start holprig ist.

Wo wäre nach Ansicht der UWG in Ahaus Platz für eine Tiny-House-Siedlung?

Die Aufgabe haben wir der Stadt Ahaus aufgegeben. Das ist grundsätzlich eine Angelegenheit des Planungsamtes. Allerdings ist mittlerweile fast ein Jahr vergangen, aber Vorschläge von Seiten der Verwaltung sind bis dato nicht genannt worden.

Die Interessenten, die sich aufgrund der Bedarfsabfrage der Stadt gemeldet haben, monieren das auch. Unserer Meinung nach wäre der richtige Standort für eine „Siedlung“, wie wir sie vorgeschlagen haben, im Stadtgebiet zu suchen.

Zumindest sollte die infrastrukturelle Anbindung an die Stadt vorhanden sein. Gleiches sollte adäquat auch für die einzelnen Ortsteile zutreffen.

Für wie viele Tiny-Houses sollte in einem ersten Verfahren in Ahaus Platz geschaffen werden?

In unseren Überlegungen und auch so im Antrag formuliert, sind wir von der Entwicklung und dem Bau von ungefähr 15 Tiny-Houses ausgegangen. Das sollte im ersten Schritt reichen.

Dass sich allerdings 68 Personen melden, die ein ernsthaftes Interesse am Leben und Wohnen in einem kleinen Haus oder einer Siedlung, besser ist der Begriff Tiny-Dorf, haben, hat uns im ersten Step überrascht und gleichwohl auch erfreut.

Das Optimum wäre dann beispielsweise eine halbkreisförmige oder fast kreisförmige Ansiedlung der einzelnen Tinys, wobei im inneren Kreis eine Gemeinschaftsfläche gebildet wird.

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