Urlaub während Corona: Anderes Bundesland, andere Regeln

Coronavirus-Kolumne

Eine Fahrradtour entlang der Mosel durfte unser Redakteur genießen. Eine besondere Herausforderung stellte dabei der deutsche Föderalismus dar.

Ahaus

, 08.06.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Unser Redakteur zeigte sich begeistert von der Mosel-Tour.

Unser Redakteur zeigte sich begeistert von der Mosel-Tour. © Johannes Schmittmann

Fahrräder generalüberholt, Rucksäcke gepackt, ab in die Bahn Richtung Eifel. Mit einem meiner besten Freunde durfte ich für einige Tage den idyllischen Moselradweg von Trier bis Koblenz befahren (ich berichtete). Es war mein erster (Kurz-)Urlaub während der Corona-Pandemie. Ein besonderer in jeder Hinsicht.

An die Masken in der Öffentlichkeit hatten wir uns zwar schon gewöhnt, fünf Stunden Fahrt mit der Bahn waren allerdings eine andere Hausnummer – gerade bei den heißen Temperaturen zu Beginn der vergangenen Woche. Interessant: Während in Nordrhein-Westfalen die Schaffner häufig beide Augen zudrückten, wenn ein Passagier die Regelungen nicht ganz so genau befolgte, griffen die Kollegen in Rheinland-Pfalz hart durch und drohten unseren Sitznachbarn mehrmals mit Geldbußen. Anderes Bundesland, andere Regeln. Das galt nicht nur in der Bahn.

Kleiner Umweg vor dem ersten Zwischenstopp

Als wir gegen Abend (nach „kleinem“ Umweg) unseren ersten Zwischenstopp Leiwen erreichten, empfing uns Peter Löwen auf seinem Weingut. Der Winzer ist normalerweise regelmäßig im Westmünsterland. Nach eigenen Angaben stammt mehr als ein Drittel seiner Kunden aus Ahaus und Umgebung. Er erklärte uns bei einem Glas Weißburgunder nicht nur, wie hart sein Weingut zum Beispiel die Absage der hiesigen Schützenfeste trifft, sondern auch einige der rheinland-pfälzischen Sonderregeln.

Anders als bei uns in NRW ist es hier zum Beispiel noch immer nicht erlaubt, dass Gaststätten länger als bis 22.30 Uhr geöffnet haben. Auch die Kontaktbeschränkung gilt bei unseren südlichen Nachbarn noch weitgehend. Statt zehn Personen aus zehn Haushalten, dürfen sich dort nur sechs Personen aus maximal zwei verschiedenen Haushalten treffen. Zum Glück hatten mein Kumpel und ich sowieso einen echten Senioren-Urlaub geplant: Früh ins Bett, früh aufstehen, rauf aufs Rad. Jedem, der noch nicht da war, sei gesagt: Eine viel schönere Strecke als den Moselradweg kann man sich nicht ausmalen.