Kann sich Hoffnungen auf den Einzug in den Bundestag machen: SPD-Kandidatin Sarah Lahrkamp, hier beim Straßenwahlkampf in Ahaus. © Nils Dietrich
Bundestagswahl

Und auf einmal ist Berlin für Sarah Lahrkamp zum Greifen nah

Sarah Lahrkamp tritt bei der Bundestagswahl für die SPD im Wahlkreis Borken - Steinfurt I an. Neuerdings hat die Mutter von vier Kindern realistische Chancen, es nach Berlin zu schaffen.

Es ist voll auf dem Oldenkottplatz am vergangenen Samstag. Das liegt weniger an den Passanten, von denen sind morgens 10.30 Uhr noch nicht so viele anzutreffen im Herzen von Ahaus.

Aber das Gedränge der politischen Parteien ist groß, von der CDU bis zur Linken haben alle ihre Wahlkampfstände aufgebaut. In weniger als zwei Wochen steht schließlich die Bundestagswahl an – da gilt es, Flagge zu zeigen in den Innenstädten der Region.

Schwieriges Pflaster für Sozialdemokraten

Das gilt auch für die Kandidatin der SPD, Sarah Lahrkamp. Sie ist am Samstag richtig in ihrem Element. Sagt sie selber, aber man sieht es ihr auch an.

Die 40-Jährige geht mit Flyer, Kugelschreiber und Luftballons bewaffnet auf die Leute zu: „Guten Tag, haben Sie schon einen Flyer?“ Von einem „Brauche ich nicht, danke“ lässt sie sich nicht abschrecken, weiter geht es zu den nächsten Flaneuren. „Ich bin Sarah Lahrkamp, schön, sie kennenzulernen.“

Es ist ein hartes Geschäft, dieses Buhlen um die Gunst der Wähler am Samstagvormittag in Ahaus, das eher nicht als Hochburg der Sozialdemokratie bekannt ist. „Das bereitet mir keine Probleme, ich habe Spaß mit den Menschen zu reden, das ist ein Angebot zum Gespräch“, so die Kandidatin.

Die Politikwissenschaftlerin sitzt bereits seit 17 Jahren in ihrem Heimatort Ochtrup im Stadtrat. Daher kenne sie das, mit dem Wahlvolk auf Tuchfühlung zu gehen.

Wahlkampzeiten sind stressige Zeiten, seit 10 Uhr ist sie in Ahaus, gleich im Anschluss geht es wieder in die Heimat nach Ochtrup zu einem parteiinternen Termin, danach steht noch Haustürwahlkampf auf dem Programm.

Der Ehemann entlastet sie heute, so etwas will ja auch koordiniert sein bei vier Kindern zwischen eineinhalb und 13 Jahren. „Wir haben zwei Omas vor Ort, die auch ganz doll mit einspringen“, verrät Sarah Lahrkamp das Geheimnis des Familienmanagements.

Überhaupt: Familienpolitik ist ihr Steckenpferd. „Es ist gut zu wissen, wie das ist mit vier Kindern“, erklärt die Mutter, die ihre Erfahrungen künftig auch in Berlin einbringen will.

Mit Berlin könnte es klappen

Apropos: Wie soll das laufen, wenn es mit dem Einzug in das Parlament klappen sollte? „Ich habe mit der Familie vorher gesprochen, wie man das macht“, berichtet Sarah Lahrkamp. Nur: „Man sollte antreten, um zu gewinnen.“

Und da sieht es ja neuerdings wesentlich besser aus. Die CDU haben die Sozialdemokraten zumindest in den Umfragen hinter sich gelassen. Das wäre im Frühjahr noch undenkbar gewesen.

Ein halbes Jahr später ist für Sarah Lahrkamp der Platz in Berlin in greifbare Nähe gerückt. Listenplatz 24 könnte für einen Sitz im Bundestag ausreichen. Die Kandidatin selbst gibt sich auf Nachfrage zurückhaltend: „Das kann ich nicht sagen. Fragen Sie mich am 27. September.“

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