Umzug nach Ahaus mit Hindernissen: Nicht nur Corona macht das Leben schwer

Corona-Kolumne

Der Umzug nach Ahaus gestaltete sich für unseren Redakteur nicht ganz wie geplant. Nicht nur die Corona-Maßnahmen waren ein Hindernis – auch falsche Planungen.

Ahaus

, 04.05.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wer in diesen Tagen bei Ikea einkaufen will, braucht Geduld.

Wer in diesen Tagen bei Ikea einkaufen will, braucht Geduld. © Johannes Schmittmann

Es soll Menschen geben, die gerne umziehen. In meinen Augen sind das dieselben Leute, die morgens um 7 Uhr direkt nach dem Aufstehen joggen gehen. Jedenfalls war für mich schon vor Corona jeder Umzug eine Qual: Wohlgemerkt nur von WG-Zimmer zu WG-Zimmer. Nun stand mit der Rückkehr in meine Heimatstadt Ahaus mein erster echter Umzug bevor. Und schnell wusste ich wieder, woher meine Abneigung stammt.

Erster Fehler war die eigentlich doch so kluge Überlegung, in Etappen umzuziehen. Mit zwei bis obenhin voll bepackten Bullis wollten wir die ersten Bücher, Kleidungsstücke und Möbel von Münster nach Ahaus bringen. Eine Woche später sollte dann der Rest folgen – ganz entspannt und ohne großen Stress. So weit der Plan. Doch vor Ort mussten wir uns eingestehen, dass es vielleicht sinnvoll gewesen wäre, die Wohnung vorher wenigstens einmal unmöbliert unter die Lupe zu nehmen.

Kleine Schönheitsfehler müssen ausgebessert werden

Die Wände und der Parkettboden hatten bei der ersten Besichtigung noch tipptopp gewirkt. Doch nun, nach dem Auszug der Vormieter, zeigte sich dann doch der ein oder andere Schönheitsfehler. Hier ein paar Löcher in der Wand, dort eine Schramme im Holzboden. Nichts Schwerwiegendes, aber schnell war klar: Wir müssen nochmal ran. Also alle Sachen aus den Bullis in das kleinste Zimmer gequetscht, Mutter und Schwester eingespannt, fünf Eimer Farbe und Versieglung geholt und ran ans Werk.

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Die Damen kümmerten sich um die Wände, ich mich um die Böden. Und zwischendurch immer wieder die Möbel von einem Raum in anderen verschieben. War echt genial die Idee mit den Etappen. Dank spontaner Urlaubsgenehmigung und kräftiger Unterstützung konnten wir am nächsten Wochenende endlich den Rest holen und einziehen. Dass für den Internetanschluss später erst noch eine Steckdose verlegt werden musste, wir beim Abschleifen unseres Küchentisches auf „deutschen Boden“ stießen, bei Ikea bürgerkriegsähnlichezustände herrschten und die neu gekaufte Waschmaschine im Schleudergang ein Erdbeben der Stärke 5,2 verursacht: geschenkt.

Wir sind angekommen in Ahaus, konnten sogar schon die ersten Sonnenstrahlen auf der Dachterrasse genießen. Jetzt fehlt eigentlich nur noch die Einweihungsparty. Obwohl: Danach dürfte ich dann wohl wieder Möbel rücken...