Umgestaltung des „Filetstücks“ von Alstätte stößt auf Kritik

dzDorfplatz

Der Dorfplatz in Alstätte ist das Filetstück der Gemeinde. Er soll nun umgestaltet werden und zahlreiche Alstätter Bürger fühlen sich bei den Planungen übergangen.

von Rupert Joemann

Ahaus

, 18.11.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Franz Winter ist sauer. Sauer darüber, dass die Pläne über die Umgestaltung des Dorfplatzes in den Stadtentwicklungsausschuss am Dienstag, 1. Dezember, um 19 Uhr im Ratssaal eingebracht werden, ohne dass die Alstätter ihre Meinung dazu im Vorfeld hätten äußern können.

Jetzt lesen

„Wir Bürger sind überhaupt nicht informiert worden“, so Winter. Das erinnere ihn an die Vorgehensweise beim Abriss des Kriegerehrenmals, der Windmühle sowie der Bahntrasse. Winter steht mit dieser Haltung nicht alleine da. Auch andere Alstätter äußerten sich kritisch.

Negative Folgen befürchtet

Der Dorfplatz sei die letzte Grünfläche im Ortskern, ein Filetstück für Generationen. Der dürfe nicht verschwinden. Dieser Meinung seien viele Alstätter, so Franz Winter. Die trauten sich allerdings nicht, sich öffentlich zu äußern. Er habe das Gefühl, dass der Ort bei diesem Thema gespalten sei.

Neben dem Wegfall als Veranstaltungsfläche sehen die Kritiker auch durchaus negative Folgen zumindest für Teile der Kaufmannschaft im Ortskern. Ein größerer Discounter mit einem breiteren Warenangebot könnte zum Beispiel im Bereich Back- und Fleischwaren den heimischen Betrieben noch mehr Konkurrenz machen.

Problem Parkplätze

Ein weiteres Problem sei die Parkplatz-Situation. Einige Unternehmen hätten für ihre Erweiterungen zwar Ablöse für Parkplätze zahlen müssen, es seien im Ortskern aber keine neuen Parkplätze entstanden.

Sollte der Dorfplatz bebaut werden, richte sich die Zahl der ausgewiesenen Parkplätze wahrscheinlich nur am Bedarf der dortigen Unternehmen aus, so die Befürchtung der Kritiker. Der Dorfplatz als Puffer fiele weg.

Stellfläche wird benötigt

Schon heute werde der Platz aber regelmäßig zum Beispiel bei Beerdigungen als Stellfläche genutzt. Müsste es zu einer Vergrößerung der Verkaufsflächen kommen, sei auch eine Auslagerung der Betriebe in andere Ortsbereiche denkbar. Hierfür böte sich aus Franz Winters Sicht die ehemalige Hofstelle Wigber an.

Die Familie Wigber war mit ihrem Hof 2018 nach Lünten gezogen. Die Planungen der Stadt sehen vor, dass hier und entlang der alten Bahntrasse Gewerbe angesiedelt werden soll. Derzeit ist das Areal im Regionalplan jedoch als reine landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen.

17 Anregungen

Im September 2017 hatte die Stadtverwaltung in einer Bürgerversammlung Pläne zur Bebauung des Dorfplatzes vorgestellt. Dabei stand das Schaffen eines zentralen Versorgungsbereichs im Mittelpunkt. Dazu wäre eine Bebauung entlang der Kirchstraße von der Haaksbergener Straße bis zum Gästehaus von Bredeck-Bakker nötig. Dieses wurde 2018 verworfen, weil der Gewerbeverein den zentralen Versorgungsbereich als nicht mehr so wichtig ansah.

Bei einer interaktiven Bürgerbeteiligung im Januar 2018 gab es laut Verwaltung 17 Anregungen, Ideen, Wünsche und Kritikpunkte zur Umgestaltung des Dorfplatzes. Außerdem seien zehn Kommentare erfasst worden, so die Stadt damals.

Arbeitskreis soll informiert werden

Seit 2018 hat der Arbeitskreis, den der Planungsausschuss im September 2017 initiiert hatte, nicht mehr getagt. Das Gremium soll jedoch noch vor der Sitzung des Planungsausschusses über die Pläne informiert werden.

Jetzt lesen

In dem 20-köpfigen Arbeitskreis sitzen Vertreter des Gewerbevereins, des Heimatvereins, der Bürger-Gesellschaft Alstätte-Dorf, der politischen Fraktionen und der Verwaltung.

Lesen Sie jetzt