Umbau der Josefskirche in Ahaus verzögert sich um mehrere Monate

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Der Umbau der Josefskirche an der Fuistingstraße verzögert sich. Vor allem die Finanzen spielen eine große Rolle, erklären die Verantwortlichen von Kirchengemeinde und Zentralrendantur.

Ahaus

, 13.01.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Schon im September 2019 sollte der Umbau der Josefskirche an der Fuistingstraße starten. Im Sommer 2020 sollte alles fertig sein. Sollte – denn der Umbaubeginn verzögert sich um mindestens noch ein halbes Jahr und das hat gleich mehrere Gründe.

Darüber berichteten Pfarrer Stefan Jürgens und Heinz Gewering, Verwaltungsleiter der Zentralrendantur Ahaus-Vreden, im Gespräch mit unserer Redaktion. Pfarrer Jürgens informierte zudem die Gläubigen auch am Sonntag beim Neujahrsempfang im Karl-Leisner-Haus.

Begrenzte Finanzmittel

Zunächst sei es darum gegangen, den Kostenrahmen einzuhalten, erklärte Heinz Gewering. So darf der Umbau die Summe von 900.000 Euro nicht überschreiten. Der Kirchengemeinde stehen nur begrenzte Finanzmittel zur Verfügung, unter anderem durch den Verkauf des Josef-Cardijn-Hauses. „Verwaltungsmühlen mahlen langsam, weil viele mitreden wollen“, erklärte Heinz Gewering.

In der Zeit zwischen der Vorstellung der ersten Pläne und der exakten Kostenberechnung seien die allgemeinen Baukosten gestiegen. So sei beispielsweise der Brandschutz ein Punkt gewesen, den man bei der ersten Kalkulation unterschätzt habe.

Pfarrer Stefan Jürgens stellte auf dem Neujahrsempfang die für die Josefskirche geplanten Umbaumaßnahmen vor.

Pfarrer Stefan Jürgens stellte auf dem Neujahrsempfang die für die Josefskirche geplanten Umbaumaßnahmen vor. © Janny Heisterborg

Heinz Gewering: „Wenn man dann an anderen Stellen an einer Kostenreduzierung arbeiten muss, dann dauert das.“ Mehrfach hätten sich der Bauausschuss des Kirchenvorstandes und der Kirchenvorstand getroffen, um nach Einsparmöglichkeiten zu suchen. „Das ist manchmal etwas schwierig, weil man ja schon eine Planung im Kopf hat.“

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Trotz diverser Einsparungen, „an der Funktionalität und der pastoralen Qualität haben wir nichts weggenommen“, sagte Pfarrer Jürgens. „Wir haben an einigen Stellen die Dinge etwas einfacher gestaltet.“ Man könne zum Beispiel eine Wand aus Echtholzplatten bauen, „man kann aber auch Rigipsplatten nehmen. Das ist billiger und sieht vielleicht noch besser aus.“

Leichtbauwände im Kirchenschiff

An den grundlegenden Plänen des Ahauser Architekturbüros Farwick und Grote werde sich nichts ändern, sagten Jürgens und Gewering. Im Kirchenschiff ist ungefähr auf Höhe der Orgelbühne ein Einbau geplant.

Bis zum Taufbecken werden Leichtbauwände eingezogen, die dann die Gruppenräume unterteilen. Hinzu kommen Toilettenanlagen sowie eine Küche. Die Turmkapelle soll künftig als Jugendraum dienen.

Zum Neujahrsempfang hatte die katholische Kirchengemeinde ins Karl-Leisner-Haus geladen.

Zum Neujahrsempfang hatte die katholische Kirchengemeinde ins Karl-Leisner-Haus geladen. © Janny Heisterborg

Die katholische Kirchengemeinde und die Zentralrendantur warten derzeit auf die kirchenaufsichtliche Genehmigung und Freigabe der Baumaßnahme durch das Generalvikariat. „Danach können wir starten“, erklärte Heinz Gewering. Der Bauantrag sei schon bei der Stadt Ahaus eingereicht worden.

Baubeginn voraussichtlich im Sommer

Wann genau mit dem Umbau begonnen wird, dazu mochten Pfarrer Jürgens und Heinz Gewering noch keine Aussage treffen. „Wir wissen nicht, ob noch Nachfragen vom Bistum kommen“, sagte der Verwaltungsleiter. „Wir gehen davon aus, dass es im Sommer losgeht.“

So sah es auch Pfarrer Jürgens: „Wir gehen davon aus, noch bis zum Sommer Gottesdienste in der Josefskirche feiern zu können und dann umzubauen.“

Die Bauzeit schätzte Heinz Gewering auf etwa sieben bis acht Monate. Wenn 2021 in der Josefskirche die Osternacht gefeiert werden könne, dann sei das sportlich, sagte Pfarrer Jürgens. Er berichtete beim Neujahrsempfang nicht nur vom Umbau der Josefskirche, sondern nahm auch eine weitere „Baustelle“ in den Blick.

Das Pfarrheim an der Marienstraße wird umgebaut. Geplant ist ein Anbau, der unter anderem Platz für Büroräume bieten soll.

Das Pfarrheim an der Marienstraße wird umgebaut. Geplant ist ein Anbau, der unter anderem Platz für Büroräume bieten soll. © Christian Bödding

Die Kirchengemeinde plant, das Pfarrhaus an der Marienstraße 5 zu vergrößern und zu sanieren. „Dort wird ein Büro angebaut“, erklärte Pfarrer Jürgens. „Heute arbeitet man ja getrennt nach Front- und Backoffice.“

Mehr Platz für die Mitarbeiter

Vorne würden die Menschen mit ihren Anliegen begleitet. Im hinteren Bereich „kann man auch mal etwas wegarbeiten, ohne dabei gestört zu werden.“ Neben Büroräumen wird auch eine Teeküche eingerichtet, auch Toiletten für die Mitarbeiter sind vorgesehen.

Die Pfarreisekretärin Carola Beike (l.) wurde verabschiedet und die neue Pfarreisekretärin Gabi Vöcking (r.) der Pfarrgemeinde vorgestellt.

Die Pfarreisekretärin Carola Beike (l.) wurde verabschiedet und die neue Pfarreisekretärin Gabi Vöcking (r.) der Pfarrgemeinde vorgestellt. © Janny Heisterborg

Das Haus stamme aus den 50er-Jahren, berichtete Pfarrer Jürgens. Es habe einige Schönheitsreparaturen gegeben, „aber jetzt wird es vom Keller bis zum Dach auf den heutigen Stand gebracht.“ Der Umbau solle möglichst schnell angegangen werden. Stefan Jürgens wird in das Pfarrhaus einziehen, sobald die Baumaßnahme abgeschlossen ist.

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Die Pläne zum Umbau der Josefskirche, die sein Vorgänger Heinrich Plaßmann auf den Weg brachte, findet Stefan Jürgens „genial“.

Die Josefskirche werde ein multifunktional zu nutzender Gemeinderaum. Die Kirche könne sowohl liturgisch als auch seelsorglich genutzt werden.

Stefan Jürgens: „Wir können der Gemeinde liturgische Angebote attraktiv machen, wenn man hinterher einen Treffpunkt im selben Haus hat. Gleichzeitig gibt es viele Treffen in der Kirche, die dadurch einen religiöseren Charakter bekommen, weil sie eben in einer Kirche stattfinden.“

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