Ullis Weihnachtslädchen – mit Zwiebelmarmelade und viel Herz für Litauen

dzUllis Weihnachtslädchen

Man riecht Orangen und Nelken, es läuft süddeutsche Weihnachtsmusik und es gibt immer neue Kleinigkeiten zu entdecken. Ulrike Beckering sammelt mit Selbstgemachtem für den guten Zweck.

von Christin Lesker

Ahaus

, 02.12.2019, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es stapeln sich die Handarbeiten, es duftet nach Gebäck und Gewürzen und jeder Raum ist liebvoll mit Lichtern und selbst gemachter Dekoration hergerichtet. Wenn man in Ulrike Beckerings Weihnachtslädchen am Markt 2 in Ahaus nicht in Weihnachtsstimmung kommt, wo dann?

Jedes Jahr in der Adventszeit verwandelt die Rentnerin die ehemalige Praxis von Dr. Riepe in ihrem Haus in ein Wohlfühl- und Kaufparadies für alle, die zu Weihnachten nach liebevollen Kleinigkeiten mit dem gewissen Etwas suchen. „Die Leute müssen gar nicht nur zum Kaufen kommen. Viele trinken einfach einen Espresso mit mir und genießen die Ruhe", sagt Ulrike Beckering und schmunzelt.

Und ganz nebenbei tun sie noch Gutes, denn alle Einnahmen von Ullis Weihnachtslädchen helfen einer Gemeinde in Kaunas, Litauen. Am verkaufsoffenen Sonntag am 8. Dezember, bekommen alle Interessierten auch außer der Reihe die Chance, sich im Lädchen umzusehen.

Rente wird fürs Lädchen angezapft

Die 72-Jährige stemmt das gesamte Projekt aus ihrer Rente. „Ich stehe auf der guten Seite des Lebens, deshalb möchte ich teilen", erklärt sie. Und auch andere fühlen sich durch sie inspiriert, Gutes zu tun. „Manchmal, wenn ich Rollatoren für die Senioren in Kaunas kaufe, dann drücken Fremde mir Geld in die Hand, damit ich noch mehr kaufen kann.", erzählt die Ahauserin begeistert.

Außerhalb der Öffnungszeiten und schon lange vor der Eröffnung ihres Ladens am vergangenen Samstag steht die Rentnerin viel in der Küche. Dort stellt sie verschiedenste Leckereien für ihr Lädchen her. Auf die Frage, wie sie all das schafft, antwortet die 72-Jährige: „Das Jahr hat doch 365 Tage".

Die Dauerbrenner seit Jahren sind übrigens ihre Zwiebelmarmelade und der Himbeeressig. „Manche Leute lieben mein Himbeeressig so sehr, dass sie es sogar im Sekt trinken", erzählt die Rentnerin lachend.

Produkte aus der ganzen Welt

„Ich bin sehr weltoffen und schon immer viel gereist", erklärt Ulrike Beckering. „Andere liegen im Sommer in Marokko am Strand und lesen, ich sitze dort und sticke schon für mein Weihnachtslädchen".

In den Schürzen, Kissen oder Engelchen sind Materialien aus aller Welt verarbeitet. Von Märkten in Südfrankreich oder Italien bringt sie schöne Stoffe mit. Es gibt Gewürze und Öle von Reisen in Marokko. Oder auch Baumkuchen von eben dem litauischen Priester, für den sie die Spenden sammelt.

Seit 2011 kommt Virginius Veprauskas zwei Mal im Jahr aus Litauen zu Besuch. Dann holt er die Geld- und Sachspenden mit einem Transporter ab. „Für mich ist er wie ein Don Camillo", erzählt die Ahauserin, und der Gedanke an ihn treibt ihr ein Lächeln ins Gesicht. „Er hat den Schalk im Nacken, aber er tut alles für die bedürftigen Menschen in seiner Gemeinde.“

Neue Rampe an der Kirche

Mit den Spenden aus dem Weihnachtslädchen werden Kinder, Jugendliche und Senioren in Kaunas in Litauen unterstützt. In diesem Jahr soll eine Rampe für die kleine Kirche gebaut werden. Wegen der Treppen ist sie aktuell für alte Menschen und Rollstuhlfahrer schwer begehbar.

Wenn Ulrike Beckering wie in den letzten Jahren wieder rund 4000 Euro Spenden sammelt, werden auch die Rollstuhlfahrer bald wieder problemlos die Gottesdienste besuchen können.

Öffnungszeiten

  • Ulrike Beckerings Weihnachtslädchen am Markt 2 in Ahaus ist montags, dienstags, donnerstags und freitags von 14.30-18.30 Uhr geöffnet.
  • Mittwochs und samstags ist von 9.30 bis 13 und von 14 bis 18 Uhr geöffnet, sonntags geschlossen.
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