Überraschung bei McDonald´s in Ahaus: Touchscreen-Nutzung hat sich seit Corona-Ausbruch erhöht

dzMcDonald‘s Ahaus

Auf Oberflächen wie Touchscreens können sich viele Viren und Bakterien sammeln. Dennoch sind die Bildschirme beim McDonald´s in Ahaus seit dem Ausbruch des Coronavirus beliebter geworden.

Ahaus

, 18.03.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Seit einigen Jahren sind bei McDonald‘s und anderen Fastfood-Lokalen die Touchscreen-Monitore zum Bestellen gar nicht mehr wegzudenken. Doch gerade diese Bildschirme gelten als Oberflächen, auf denen sich zahlreiche Bakterien und Viren tummeln. Beatrix Jansen, Franchise-Nehmerin des Ahauser McDonald‘s, erzählt, was in ihrem Lokal unternommen wird, damit sich das Coronavirus nicht weiter ausbreitet.

2018 kam bei einer Untersuchung der London Metropolitan University heraus, dass die Bedienterminals von sechs McDonald’s-Restaurants in London und zwei in Birmingham mit Bakterien belastet waren, darunter der Darmkeim Enterococcus faecalis und der als Krankenhauskeim gefürchtete Staphylococcus. Diese können schwerwiegende Infektionen auslösen, wenn sie beispielsweise mit Wunden in Kontakt kommen.

Einige Mitarbeiter bleiben zuhause, um ihre Kinder zu betreuen

Auch Viren können auf den Oberflächen von Touchscreens, wie zum Beispiel auf Smartphones, und auch auf Türklinken und Haltegriffen in Bussen und Bahnen überleben. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung warnt im Hinblick auf Influenza-Viren, dass die Erreger auf Oberflächen haften und von dort über die Hände weitergereicht werden.

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Angst vor dem Coronavirus verspüre sie bei ihren Mitarbeitern bislang keine, sagt Beatrix Jansen. Eine allgemeine Verunsicherung gebe es allerdings schon. Frei nehmen wollte sich bislang aber noch niemand aus Sorge oder Angst vor einer Ansteckung. „Aber natürlich haben wir auch Mitarbeiter, die nun ihre Kinder betreuen müssen.“

Die wären dann aktuell mehr zuhause als sonst. Insgesamt beschäftigt die gebürtige Stadtlohnerin etwa 40 Personen in Ahaus. In Coesfeld und Nottuln hat sie noch zwei weitere Filialen. Die Folgen des Coronavirus seien in allen Lokalen spürbar.

Neuartiges Coronavirus kann auch auf unbelebten Flächen überleben

„Es ist nichts los hier“, sagt sie. „Das ist eher selten bei uns.“ Die Umsätze seien dadurch natürlich auch zurückgegangen. Einen Anstieg bei den Drive-In-Kunden, die gar nicht das Lokal betreten müssen, gebe es allerdings bislang nicht. Zumindest nicht so stark, dass man es merken würde.

Doch die Nutzung der Touchscreen-Bildschirme habe sich verändert, erzählt sie. Überraschenderweise gebe es nun aber mehr Kunden, die lieber den Bildschirm mehrfach berühren als ihre Bestellung persönlich bei einem Mitarbeiter aufzugeben.

Dabei geht das Robert-Koch-Institut (RKI) davon aus, dass das neuartige Sars-CoV-2-Virus ähnliche Eigenschaften wie andere Coronaviren hat und folglich auf unbelebten Oberflächen, wie Metall, Glas oder Plastik, „eine gewisse Zeit“ überleben kann. So sei das strukturell ähnliche Virus Sars-CoV-1 bis zu sechs Tage auf Plastik infektiös geblieben. Flächendesinfektionsmittel, die als „begrenzt viruzid“ deklariert sind, machen das Virus unschädlich, so das RKI.

Verschärfte Hygienevorschriften seit dem Corona-Ausbruch

Auch ein 19-jähriger Mann aus Epe, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, hat am Touchscreen-Bildschirm bestellt. „Weil es einfacher ist“, sagt er. Über die möglichen Viren oder Bakterien, die sich auf einem solchen Bildschirm sammeln könnten, habe er bislang noch gar nicht nachgedacht, gesteht er.

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Generell habe er aber keine große Angst vor dem Coronavirus, sagt er. „Das ist zwar ein Problem, aber ich habe eigentlich keine Sorgen.“ Er halte sich an die generellen Hygienevorschriften und wasche sich vor allem regelmäßig und lang genug die Hände.

Bei McDonald‘s sei Hygiene schon immer ein wichtiges Thema gewesen, erzählt Beatrix Jansen. Doch seit dem Ausbruch des Coronavirus gebe es noch mal verschärfte Richtlinien für alle Filialen des erfolgreichen Fastfood-Unternehmens. So müssen nun beispielsweise die Bildschirme, aber auch die Türklinken oder Ausgabestellen noch häufiger gereinigt werden als früher.

Nicht jeder Kunde möchte sich in eine Liste eintragen

Zudem gebe es die strikte Anweisung, Mitarbeiter, die durch Husten auffallen oder sich unwohl fühlen, direkt nach Hause zu schicken. „Die Schichtführer sind gehalten, darauf genau zu achten“, erklärt Jansen. Zudem gibt es noch weitere staatliche Regulierungen. Tische müssen einen gewissen Abstand zueinander haben.

Doch im Ahauser McDonald´s ist es nicht möglich, die fest verschraubten Tische mal eben auseinander zu rücken. Daher bleiben nun einige Tische frei. Auf ihnen klebt ein Zettel mit dem Hinweis, dass einige Tische aufgrund des Coronavirus frei bleiben müssen.

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Und jeder Kunde, der im Laden etwas bestellt, muss sich mit seinen Kontaktdaten in einer Liste eintragen. Für den Fall, dass jemand später positiv auf das Virus getestet wird. Das passe allerdings nicht jedem, sagt Beatrix Jansen. Einige würden dann auch wieder gehen, ohne etwas bestellt zu haben. „Aber das ist ja eine Auflage, dagegen können wir ja nicht einfach verstoßen“, sagt sie.

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