So soll die neue Mensa am Alexander-Hegius-Gymnasium aussehen. 4,46 Millionen Euro sind für das Projekt veranschlagt. Die Ahauser Politiker wollen über diese Zahl noch einmal sprechen. © Tenhündfeld Architekten GmbH
Einstimmiger Beschluss

Über das Millionen-Projekt AHG-Mensa will die Politik noch einmal reden

Noch ist der erste Spatenstich für den 4,46-Millionen-Euro-Mensa-Neubau nicht erfolgt. Die Politik will keine Zeit verlieren und vorher noch einmal über Zahlen und den Bedarf sprechen.

Es ist eine der großen Investitionen der kommenden Jahre: Für die neue Mensa am Alexander-Hegius-Gymnasium will die Stadt rund 4,46 Millionen Euro ausgeben. So steht es im aktuellen Haushalt – so stand es aber auch schon im vergangenen Jahr in der Planung. Da war auch der Baubeginn noch für 2020 vorgesehen.

Begonnen hat der Bau ganz offensichtlich noch nicht. Woran hapert es? Beigeordneter Werner Leuker erklärt am Montag im Gespräch mit unserer Redaktion, dass eine ganze Reihe von Fragen hinter den Kulissen geklärt wurden. „Da sieht es natürlich nach außen so aus, als würde nichts passieren“, sagt er. In diesem Fall sei es beispielsweise die europaweite Ausschreibung der Arbeiten gewesen, die länger gedauert habe als zunächst gedacht. Die Vergabe der Arbeiten stehe jetzt an.

Politik will noch einmal über den Mensabau sprechen

Aber auch die Politik in Ahaus legt noch eine Ehrenrunde ein: Im Finanzausschuss haben die Politiker aller Fraktionen einstimmig dafür gestimmt, das Projekt im Bauausschuss noch einmal zu beraten.

„Es geht nicht um das ‚Ob’, sondern um das ‚Wie’. Wir werden die Mensa bauen“, beteuerte der CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Michael Räckers. Doch über die vergangenen Monate habe sich noch einiges entwickelt. Nicht nur durch das Coronavirus. Möglich sei in seinen Augen etwa, den Bau in einzelnen Modulen oder Abschnitten zu realisieren. Noch sei die Zeit dafür da. Der Schul- sowie der Bau- und Planungsausschuss sollten die Zahlen noch einmal abklopfen. „Mal sehen, vielleicht können wir uns ja günstiger aufstellen“, erklärte er.

Kurzfristige Umsetzung einerseits, bewusste Entscheidung andererseits

Gegenwind kam von der UWG: „Wie lange wollen wir das noch diskutieren?“, fragte deren Fraktionsvorsitzender Hubert Kersting. Alle Pläne seien lang und breit vorgestellt worden. „Die Mensa soll umgesetzt werden. Das muss jetzt kurzfristig passieren“, sagte er.

Jörg Blisniewski (CDU) bekräftigte den Standpunkt der Christdemokraten: „Wir sollten uns die Zeit nehmen“, sagte er. Die CDU wolle den Bau nicht verhindern. „Aber wir sollten das als ganz bewusste Entscheidung treffen.“ Das sei kostenbewusstes Handeln. „Wir reden hier schließlich über einen enormen Finanzbedarf“, erklärte er.

Bürgermeisterin Karola Voß nahm den Wunsch nach erneuter Beratung offen auf. Offenbar gebe es noch Bedarf, einzelne Details tiefer zu besprechen. Dem wolle sie nachkommen: „Wir wollen einen großen Rückhalt aus dem Rat für dieses Projekt“, sagte sie. Ihr gehe es auch darum, für die neue Mensa zu werben. „Wir wollen nicht den Eindruck vermitteln, dass wir da Schlösser bauen“, erklärte sie.

Und auch Michael Räckers bekräftigte noch einmal: „Wir möchten an der Position im Haushalt erst einmal nichts ändern. Sondern nur das Thema zeitnah besprechen.“

Diskussion soll keine neuen Verzögerungen bringen

Verzögerungen solle es durch diese Diskussionen für den Bau nicht geben, schätzte Werner Leuker gegenüber unserer Redaktion. Im Hintergrund werde ja weitergearbeitet – etwa an den Vergaben. Zu einem möglichen Baubeginn ließ er die Antwort dann aber doch im sehr Vagen: „So schnell wie möglich.“

An den ursprünglichen Eckdaten habe sich nichts verändert. „Die wurden in epischer Breite in der Politik diskutiert“, sagt er am Montag. Die sollen nun noch einmal vorgestellt werden. Auch damit die Politiker, die nach der Wahl im September 2020 neu in den Rat eingezogen sind, auf Stand seien. „Vielleicht wird auch in Details noch einmal nachgeschärft“, fügt er hinzu.

Der Bedarf für die Schüler sei wichtig. Langfristig. „Das vergangene Jahr unter Corona-Bedingungen haben wir für die Planungen praktisch ausgeblendet“, erklärt er. Das neue Gebäude solle den Bedarf ja langfristig decken. Und da gehe es um mehr als einen Ort, an dem Schüler vorbestelltes Essen einnehmen können. „Eine Mensa schafft ja auch viel Schulatmosphäre und Kommunikation“, macht er deutlich.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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