Katrin Orthaus vor ihrem neuen Salon an der Wesheimstraße, mit dem sie mitten im Lockdown den Schritt in die Selbstständigkeit wagt. Die 32-jährige Friseurmeisterin blickt trotz der Einschränkungen sehr optimistisch in die Zukunft. © Stephan Rape
Friseurmeisterin

Trotz Lockdown wagt Katrin Orthaus den Schritt in die Selbstständigkeit

Katrin Orthaus ist Friseurmeisterin. Sie macht sich gerade mit einem Salon in Wessum selbstständig. Ihr Eröffnungstermin fällt mitten in den Lockdown. Doch darin sieht sie sogar eine Chance.

Katrin Orthaus wagt einen großen Schritt. Die 32-jährige Friseurmeisterin macht sich selbstständig – mit einem eigenen Betrieb an der Wesheimstraße in Wessum. Die Selbstständigkeit an sich wäre schon genug, doch genau genommen macht Katrin Orthaus gleich zwei gewagte Schritte auf einmal: Ihre Selbstständigkeit fällt mitten in den Lockdown.

Am 1. Februar soll ihr zukünftiges Geschäft an der Wesheimstraße fertig sein. Gerade sind die Handwerker noch mit dem Ladenbau beschäftigt. Der Friseursalon gleicht noch einer großen Baustelle. „Aber ich bin mir sicher, dass zum 1. Februar alles fertig ist“, sagt die 32-Jährige, die aus Ahaus stammt und in Wüllen wohnt.

Zeitpunkt für die Selbstständigkeit passte bisher nicht

Die Idee für die Selbstständigkeit habe sie schon seit Jahren. Nur konkret sei es nie geworden. Auch nicht, als sie vor fast zwei Jahren ihre Meisterprüfung abgelegt hat. Sie blieb Angestellte. Fast zwölf Jahre hat sie so gearbeitet. „Der Zeitpunkt passte einfach nicht“, sagt sie. Das habe sich erst zwischen dem ersten und dem jetzigen Lockdown geändert.

In den Räumen an der Wesheimstraße gab es schon einmal einen Friseursalon. Katrin Orthaus wagt dort aber einen kompletten Neuanfang. Ihren Salon hat sie deswegen
In den Räumen an der Wesheimstraße gab es schon einmal einen Friseursalon. Katrin Orthaus wagt dort aber einen kompletten Neuanfang. Ihren Salon hat sie deswegen „2.0“ genannt. © Stephan Rape © Stephan Rape

Berufserfahrung, private Situation, Unterstützer, ein Geschäftslokal – da habe die Gelegenheit praktisch auf dem Silbertablett vor ihr gelegen. „Und ich habe zugegriffen“, sagt sie strahlend. Noch vor dem Lockdown habe sie unterschrieben. Mit dem Lockdown kam natürlich ein herber Dämpfer. Doch die Gedanken wischt sie beiseite: „Ich bin total zuversichtlich, dass das hier gut klappt“, erklärt sie.

Geplante Eröffnung fällt mitten in den Lockdown

Und das, obwohl die geplante Eröffnung am 1. Februar mitten in den Lockdown fällt und natürlich auch der neue Friseursalon geschlossen bleiben muss. „Aber ich wollte jetzt auch nicht mehr von meiner Idee zurück“, sagt sie.

„Ich versuche die Vorteile in der Situation zu sehen“, erklärt Katrin Orthaus: So habe sie länger Zeit, um Werbung zu machen. Auch die Mund-zu-Mund-Propaganda im Ort könne länger wirken. Ohnehin habe sie damit gerechnet, dass die ersten Monate noch etwas ruhiger werden. Das sei also eingeplant.

Hoffnung auf großen Bedarf nach dem Lockdown

Und dann ist da noch ein Vorteil: „Die Menschen können ja im Moment nirgends zum Friseur“, sagt sie und freut sich dabei fast ein kleines bisschen. Entsprechend groß sei also nach dem Lockdown das Bedürfnis, sich professionell die Haare schneiden zu lassen. Dabei biete sie in ihrem Salon – wenn sie dann öffnen darf – die ganze Bandbreite an: Damen- wie Herren- oder Kinderschnitte. Erst einmal startet sie als Einzelkämpferin.

Ihr Schwerpunkt seien aber Haarverlängerungen und -verdichtungen. Dabei achte sie auf möglichst nachhaltige Produkte: So versucht sie Verpackungen einzusparen und Produkte zu verwenden, die sowohl auf natürliche Inhaltsstoffe setzen als auch ohne Tierversuche auskommen.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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