Drebbers kann wegen Brand nicht öffnen – Wirt sieht andere Probleme

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Ein Thekenbrand verhindert die Wiedereröffnung im Hotel-Restaurant-Café Drebbers. Die Corona-Pause dauert also für Christian Drebber an. Was er von anderen Wirten hört, bereitet ihm Sorgen.

Ahaus

, 14.05.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Als er gegen 4:30 Uhr die Tür zum Restaurant öffnete, sah Christian Drebber nichts als dichten Qualm. „Die Tür habe ich direkt wieder zugeschlagen und die Feuerwehr gerufen“, erzählt der Gastronom.

In der Nacht vom 1. auf den 2. Mai brannte die Theke bei Drebbers an der Wüllener Straße 19. „Es ist traurig, wie schnell ein Lebenswerk zerstört werden kann“, erzählt Christian Drebber. Hätte er den Brand 20 Minuten später entdeckt und hätten die Flammen noch weiter übergegriffen, dann stünde er jetzt vielleicht vor dem Ruin.

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Geweckt wurden der Gastronom und seine Familie durch den Rauchmelder. Zusammen mit Ehefrau Barbara Drebber und den drei Kindern lebt der Gastronom über dem Restaurant. Aber auch der zwölf Monate alte Familienhund Leo schlug rechtzeitig an. Verletzt wurde so niemand.

Christian Drebbers dankte der Ahauser Feuerwehr nach dem Einsatz: „Ihr könnt stolz nach Hause fahren.“ Diese sei mit Vorsicht und Bedacht vorgegangen: „Mit Atemschutzmasken und Wärmebildkamera haben sie unser Restaurant betreten, den Brandherd ausfindig gemacht und gezielt gelöscht“, so der 53-Jährige. Er ergänzt mit einem Augenzwinkern: „Zum Glück haben sie nicht einfach mit dem Schlauch reingehalten.“

Ein Kurzschluss in der Gläserspülmaschine löste den Brand aus.

Ein Kurzschluss in der Gläserspülmaschine löste den Brand aus. © Hendrik Bücker

Sachschaden in sechsstelliger Höhe

Ein Kurzschluss in der Gläserspülmaschine hat den Schwelbrand verursacht, wie festgestellt werden konnte. Der entstandene Sachschaden wird aktuell auf 150.000 bis 200.000 Euro beziffert. Hochwertige Ausstattung sei zerstört worden, Inventar müsse aufwändig gereinigt oder ersetzt werden. Außerdem müsse der komplette Innenraum neu gestrichen werden. Für die Schadenssumme kommt die Versicherung auf.

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„Wenn wir Pech haben, dann müssen wir zusätzlich die Decken austauschen“, sagt Christian Drebber. Das hinge davon ab, wohin der Qualm überall gelangt sei. Der Innenraum, die Möbel und das, was von der Theke übrig blieb, sind auch zwei Wochen nach dem Brand noch mit einer Schicht aus Ruß bedeckt. In der Nacht des Brandes sei die Luft mit Rauch gesättigt gewesen. Laut Feuerwehr sei es nur eine Frage der Zeit gewesen, bis sich alles entzündet hätte, so Drebber.

„Kommen stärker und schicker zurück“

Aktuell verschaffen sich die Sachverständigen noch einen Überblick, weshalb der Gastronom wahrscheinlich erst im Laufe der kommenden Woche mit den Renovierungsarbeiten beginnen kann. Mit einer Wiedereröffnung rechnet Christian Drebber voraussichtlich Anfang August. Doch eines sei sicher: „Wir kommen stärker und schicker zurück.“ Für ein neues Farbkonzept haben sich die Eheleute Drebber bereits entschieden.

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Vermutlich hat die Spülmaschine aus „Protest und Unterforderung“ aufgegeben, scherzt der 53-Jährige in einem Facebook-Eintrag. So wie alle Gastronomien durfte auch die Familie Drebber ihr Restaurant für mehrere Wochen nicht für Gäste öffnen. „Eigentlich haben wir uns auf die Wiedereröffnung aller Gastronomiebetriebe gefreut, denn auch wir hatten das Gefühl, dass uns so langsam die Decke auf den Kopf fällt“, erzählt Christian Drebber.

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Die durch die Corona-Pandemie bedingte Schließung sei auch für Familie Drebber eine Katastrophe gewesen. Zwar habe man das Hotel unter strengen Auflagen für Berufstätige weiter betreiben dürfen, aber von einer Auslastung sei man weit entfernt gewesen. „Firmen schieben ihre Verträge und Handelsreisende arbeiten eher aus dem Homeoffice“, so der Gastronom und Hotelier.

Christian Drebber rechnet mit der Wiedereröffnung voraussichtlich Anfang August.

Christian Drebber rechnet mit der Wiedereröffnung voraussichtlich Anfang August. © Hendrik Bücker

Unter Gastronomen herrscht Verunsicherung

Da er sich in einem ständigem Austausch mit anderen Ahauser Gastronomen befindet, weiß Christian Drebber, dass die Situation in Bäckereien, Cafés, Eisdielen, Kneipen oder Restaurants auch nach Wiedereröffnung alles andere als einfach sei. „Ich habe mich mit vielen Wirten unterhalten und es herrscht allgemein große Verunsicherung“, sagt Drebber.

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Demnach werden den Ahauser Gastronomen aus der Bevölkerung viele Fragen gestellt, die sie selbst nicht mit absoluter Gewissheit beantworten können: „Dürfen Kegelbahnen benutzt werden?“, „Wie werden Saalvermietungen für kleine Hochzeitsgesellschaften gehandhabt?“ oder „Was sage ich dem Stammtisch, der sich endlich wieder wie gewohnt treffen möchte?“ sind nur einige Beispiele, die Christian Drebber nennt.

Aber auch Detailfragen zu den Auflagen werfen Fragen auf. Nicht jeder Gastronom verfüge beispielsweise über anderthalb Meter breite Gänge zwischen den Sälen oder zu den Toiletten.

Anfeindungen gegen Wirte und Mitarbeiter

Christian Drebber hört aber auch von Anfeindungen gegen Wirte und deren Mitarbeiter. „Mir wird von Gästen erzählt, die die Meldebögen nicht ausfüllen wollen oder nur unleserliche Kritzeleien hinterlassen“, so der Gastronom.

Dabei steht eines für Christian Drebber fest: „Ich möchte nicht mit meinen Gästen darüber diskutieren. Wer sich nicht daran hält, muss gehen. Es handelt sich dabei um Auflagen, die wir als Gastronomen erfüllen müssen. Tun wir das nicht, dann sind wir am Ende die Gelackmeierten.“

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Ein Bürgermeister, der Interesse an seiner Stadt hat, sorge für die Gastronomie, ist Drebber überzeugt. Darum schrieb er Bürgermeisterin Karola Voß am vergangenen Dienstag kurzerhand eine Nachricht über den Nachrichtendienst von Facebook. Karola Voß habe sich zuvor bei ihm nach dem Brand erkundigt, erzählt der 53-Jährige. Der Kontakt mit der Bürgermeisterin sei schnell und unproblematisch verlaufen.

Infoveranstaltung für Gastronomen

„Es ist wichtig, eine verträgliche Lösung für alle Gastronomen zu finden“, so Drebber. Darum haben er und Karola Voß einen Termin vereinbart, an dem alle offenen Punkte und Fragen der Ahauser Gastronomen geklärt werden sollen. Christian Drebber lädt alle Gastronomen aus Ahaus, Alstätte, Graes, Ottenstein, Wessum und Wüllen ein, zu erscheinen. Die für Gastronomen interne Informationsveranstaltung findet am Montag, 18. Mai, um 15 Uhr im Ratssaal der Stadt Ahaus statt.

Am Montag, 18. Mai, findet um 15 Uhr im Ratssaal der Stadt Ahaus eine interne, nicht-öffentliche Informationsveranstaltung für Ahauser Gastronomen mit Bürgermeisterin Karola Voß statt. Außerdem werden der Erste Beigeordnete Hans-Georg Althoff und Ordnungsamtsleiter Michael Gerling anwesend sein.
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