Teles Pinte in Alstätte: Gastwirt Andre Hörst macht weiter

dzKneipe in Alstätte

Kneipier Andre Hörst hatte überlegt, Teles Pinte in Alstätte dauerhaft zu schließen. Gäste hatten sich nicht an die Corona-Beschränkungen gehalten. Nach reiflicher Überlegung macht der 45-Jährige jetzt aber weiter.

Alstätte

, 02.07.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es geht weiter mit Teles Pinte in Alstätte. Wirt Andre Hörst will die Kneipe in der Kirchstraße wieder öffnen. Mit dieser Ankündigung dürfte vielen Alstätter Kneipengängern ein Stein vom Herzen fallen.

Der 45-Jährige hatte vor knapp zwei Wochen öffentlich geäußert, vorläufig zu schließen – und das am vergangenen Wochenende in die Tat umgesetzt. Sogar von einer möglichen Kündigung des Pachtvertrages hatte der Alstätter vor 14 Tagen gesprochen. Diese Gedankenspiele sind aber vom Tisch.

Grund für die seinerzeitigen Überlegungen war die erstmalige Öffnung nach einer dreimonatigen Corona-Zwangspause. Am vorvergangenen Samstag hielten sich die Gäste zu späterer Stunde nicht mehr an die Corona-Vorgaben. „Da wurde längst nicht in jedem Fall die Maske beim Gang zur Toilette aufgesetzt.“

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Auch an die Abstandsregel von 1,5 Metern hätte sich nicht jeder Gast gehalten. „Zuerst schon, aber zu deutlich späterer Stunde und mit steigendem Alkoholpegel nicht mehr.“ Andre Hörst machte die Musik aus, forderte die Gäste auf, sofort zu bezahlen und schloss die Kneipe. „Ansonsten wäre das hier eskaliert, es waren einfach zu viele da.“

Viel Zuspruch für den Wirt

Auf seiner Facebook-Seite machte Andre Hörst seine Entscheidung und die Gründe dafür öffentlich. Das brachte ihm viel Zuspruch ein. „Leider meinen manche Leute, es wäre bereits vorbei mit Corona. Nur wenn alle Gäste sich an die Regeln halten, kann ein Betrieb weiterlaufen,“ lautete ein Kommentar.

Einer der Gäste, der auch an dem besagten Samstag bei ihm war, schrieb dem Wirt eine Nachricht per Whatsapp und entschuldigte sich, sollte er sich in Sachen Corona-Vorgaben falsch verhalten haben.

Gastwirt Andre Hörst vor seiner Kneipe in der Kirchstraße in Alstätte. Er hoff, dass sich seine Gäste an die Corona-Bestimmungen halten.

Gastwirt Andre Hörst vor seiner Kneipe in der Kirchstraße in Alstätte. Er hoff, dass sich seine Gäste an die Corona-Bestimmungen halten. © Christian Bödding

Knapp zwei Wochen machte sich Andre Hörst Gedanken über die Zukunft von Teles Pinte und natürlich über seine eigene. „Ich versuche es doch noch mal“, sagt er am Donnerstag im Gespräch mit unserer Redaktion. „Ich verdiene mein Geld in der Gastronomie.“

Nicht nur als Kneipier, sondern auch mit der von ihm gegründeten Gastro-Einkaufsgemeinschaft. Er habe eine Verantwortung auch gegenüber den anderen Gastronomen. „Und ich muss hier Miete bezahlen und Nebenkosten gibt es auch. Ich muss Geld verdienen.“

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Weil das so ist, wird Andre Hörst Teles Pinte am Freitag, 10. Juli, wieder öffnen. „Von 19 Uhr bis Mitternacht“, erklärt der Wirt. Der 45-Jährige hofft, dass sein Appell bei den Gästen gehört wurde. Denn übersehen kann man die Corona-Vorgaben in der Gaststätte nicht.

Überall kleben Hinweisschilder, auf der Theke steht mehrfach „Platz bitte freihalten“, es gibt Desinfektionsautomaten. „So, wie es sein muss“, sagt der Wirt. Gut 30 Gäste kann er unter diesen Vorgaben bewirten. „Vor Corona, in richtig guten Zeiten, wenn der Laden voll ist, sind es 100.“

„Bis Mitternacht ist alles handhabbar“

Wie Andre Hörst verhindern will, dass sich der Ausnahmezustand wiederholt? „Erst einmal durch die Öffnungszeit. Bis Mitternacht ist noch alles handhabbar.“ Eventuell werde auch mit einer Platzreservierung gearbeitet. „Da überlege ich noch.“ Sollte es dazu kommen, will Andre Hörst Informationen dazu auf seiner Facebook-Seite veröffentlichen.

„Ich hoffe auf die Einsicht der Gäste“, sagt Andre Hörst. „Sie wollen doch, dass Teles Pinte bestehen bleibt.“ Darauf habe ihn auch eine Frau aus Alstätte angesprochen. „Teles Pinte muss doch öffnen. Wo sollen die jungen Leute denn sonst hin“, habe sie ihm gesagt.

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