Streit bei der Trennung eskaliert: Ehefrau erleidet Verletzung an der Hand

dzAmtsgericht Ahaus

Weil sich eine 25-jährige Ahauserin von ihrem Ehemann trennen will, kommt es zum Streit. Bei einer Auseinandersetzung verletzt sie sich an der Hand. Über die Details besteht Uneinigkeit.

Ahaus

, 17.06.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein junges Paar aus Ahaus hat im Frühjahr des vergangenen Jahres geheiratet. Nur ein halbes Jahr später kam es zum Bruch. Am Tag der Trennung eskalierte ein Streit. Laut der 25-jährigen Ehefrau schmiss ihr Partner sie dabei auf das Bett, setzte sich auf sie und entriss ihr gewaltsam den Schlüssel der gemeinsamen Wohnung. Fotos dokumentieren später eine blutende Wunde an der Hand.

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Der 29-Jährige stand wegen des Vorfalls nun vor dem Amtsgericht Ahaus. Dort schilderte er auf Nachfrage des Richters aber eine etwas andere Sicht auf die Ereignisse vom 20. November 2019: „Es stimmt, dass ich ihr den Schlüssel aus der Hand gerissen habe. Dass sie verletzt wurde, war keine Absicht. Die anderen Punkte sind aber einfach nicht wahr.“

Frage des Richters bleibt unbeantwortet

Mit den anderen Punkten meinte er den Vorwurf, sie auf das Bett geschmissen, sie festgehalten und sich auf sie gesetzt zu haben. Die Frage des Richters, warum seine Noch-Ehefrau solche Unwahrheiten verbreiten sollte, konnte er allerdings nicht beantworten. Allgemein beteuerte er: „Ich wollte keine Gewalt anwenden.“

Das sah der Richter anders: „Wenn sie ihr den Schlüssel aus der Hand reißen, wenden sie Gewalt an. Auch wenn es keine besonders gefährliche Gewalt ist.“ Außerdem wies der Vorsitzende den 29-Jährigen darauf hin, dass er kein Recht dazu gehabt hätte, ihr überhaupt den Schlüssel abzunehmen: „Es war auch die Wohnung Ihrer Frau.“

„Ich hatte Angst um meine Sachen“

Der Angeklagte rechtfertige sein Verhalten jedoch: „Ich hatte Angst um meine Sachen. Mein Geld und mein Gold hatte sie mir schon weggenommen. Ich glaube, sie war immer nur darauf aus.“ Die 25-Jährige widersprach diesen Ausführungen bei ihrer Vernehmung entschieden. Das Gold habe man ihr zum einen zur Hochzeit geschenkt, zum anderen habe es nie das Bankschließfach verlassen.

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Vom Geld, das sie angeblich genommen haben soll, wisse sie ebenfalls nicht: „Ich habe es nie zu Gesicht bekommen. Von dem Kredit, aus dem das Geld stammen soll, habe ich nur durch Zufall erfahren. Komischerweise hat er das Ersparte bei der Agentur der Arbeit nicht angegeben.“ Den Gerichtssaal nutzte sie auch für weitere Anschuldigungen gegen den 29-Jährigen.

Sachverhalt kann nicht endgültig geklärt werden

Er habe ihr schon während der gemeinsamen Zeit damit gedroht, ihr bei einer Trennung „das Leben zur Hölle“ zu machen. Nach der Trennung habe er ihr und ihrer Familie nachgestellt und über verschiedene Kanäle gedroht. „Ich werde bis heute beobachtet und tyrannisiert. Die Anzeigen dazu sind ebenfalls raus“, sagte sie dem Richter.

Endgültig geklärt werden, konnte der Sachverhalt nicht. Auf Empfehlung des Vorsitzenden zog der 29-Jährige seinen Einspruch gegen den zuvor verhängten Strafbefehl allerdings zurück. 50 Tagessätze à 10 Euro muss er nun zahlen.

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