Bei Pastoralreferent Dirk Müller laufen die organisatorischen Fäden für die Sternsingeraktion in Ahaus und Graes zusammen. Wegen des Coronavirus' kommen die Sternsinger in diesem Jahr nur per Video in die Haushalte. Der Segen wird per Brief verteilt. Auch Spenden sind möglich. © Stephan Rape
Heilige Drei Könige

Sternsinger kommen in diesem Jahr nur per Youtube-Video und Post

Sie gehören normalerweise zu den ersten Besuchern im neuen Jahr: Doch auch die Sternsinger in Ahaus und Graes müssen sich dem Coronavirus beugen. Ihr Segen wird per Post und Youtube verteilt.

Theresa (8), Franziska (7) und Amarachi (7) sind in diesem Jahr die einzigen drei Sternsinger in Ahaus und Graes, die sich mit Umhang und Kronen verkleidet haben und das Sternsinger-Lied an einer Haustür singen. Wegen der Corona-Pandemie hat die Gemeinde St. Mariä Himmelfahrt auch die Sternsinger-Aktion auf komplett neue Beine gestellt.

Per Youtube-Video mit den drei Mädchen sollen das Sternsinger-Lied und der Segensspruch doch noch möglichst viele Haushalte erreichen. Dazu verteilen Mitglieder der Gemeinde in den Tagen um den Jahreswechsel Briefe an alle Haushalte. Darin finden sich neben zwei Infoflyern zur Sternsingeraktion und dem Aufkleber mit dem Segenszeichen auch ein weiterer Umschlag. Der ist für die Spenden gedacht.

Spenden können entweder in einer der drei Kirchen in Ahaus und Graes abgegeben werden. Dort seien „Sternsinger-Ecken“ eingerichtet, erklärt Pastoralreferent Dirk Müller, bei dem die Sternsinger-Planungen in der Gemeinde zusammenlaufen. In diesen Ecken gebe es auch weitere Segensaufkleber und Infomaterial.

Spenden werden wohl niedriger ausfallen als üblich

Er macht sich allerdings nichts vor: Die gesammelten Spenden werden in diesem Jahr wohl nicht so großzügig ausfallen wie bisher. „Normalerweise sammeln die Kinder an den Haustüren rund 16.000 bis 17.000 Euro ein. Das wird in diesem Jahr definitiv flacher werden“, sagt er.

Spenden können außerdem im Umschlag auch in den Briefkasten des Pfarrhauses St. Marien, Marienstraße 5, eingeworfen oder überwiesen werden. Die Kontoverbindung oder eine Möglichkeit, direkt online zu spenden, gibt es auf der Internetseite der bundesweiten Sternsinger-Aktion (www.sternsinger.de/spenden).

Dieser QR-Code führt direkt zum Youtube-Video der Sternsingeraktion 2020/2021 in der Gemeinde St. Mariä-Himmelfahrt.
Dieser QR-Code führt direkt zum Youtube-Video der Sternsingeraktion 2020/2021 in der Gemeinde St. Mariä-Himmelfahrt. © Gemeinde St. Mariä Himmelfahrt © Gemeinde St. Mariä Himmelfahrt

Normalerweise machen sich rund 50 bis 60 Kinder rund um den Dreikönigstag Anfang Januar auf den Weg zu den Ahauser Haustüren, um dort ihr Lied zu singen und den Segen „Christus Mansionem Benedictat“ (Christus segne dieses Haus) zu verteilen. Dass das in diesem Winter so nicht passieren kann, ist der Gemeinde schon lange klar.

Noch im Oktober sollte Aktion normal geplant werden

Wie Pastoralreferent Dirk Müller im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt, habe er noch im Oktober dafür geworben, die Aktion normal durchzuführen. „Vom Bistum aus hätten wir es zu dem Zeitpunkt noch gedurft“, blickt er zurück. Auch für ihn persönlich sei es da noch kein Problem gewesen. Schließlich würden sich die Kinder ja an der frischen Luft bewegen.

Doch schon da bekam er aus den Reihen des Organisationsteams Gegenwind. Allein die Treffen zur Vorbereitung oder Einkleidung der Kinder hätten ja gar nicht stattfinden können. Auch die Gruppen hätten ja nur gemeinsam losziehen können, wenn sie aus höchstens zwei Haushalten kämen.

Beim Blick zurück sagt er kurz nach Weihnachten: „Es war die richtige Entscheidung.“ Denn noch in der Woche vor den Weihnachtsfeiertagen kam die Absage der normalen Aktion vom Generalvikariat. Mit Blick auf Hygieneregeln und Infektionszahlen sei eine normale Sternsingeraktion nicht denkbar. Auch der Aussendungsgottesdienst der Sternsinger im Aachener Dom fand am Dienstag mit gerade einmal zwölf Kindern statt.

Freiwillige verteilen 5500 Briefe mit Segensaufklebern

„Hätten wir bis dahin mit der normalen Aktion geplant, hätten wir gar nicht so schnell umschwenken können“, sagt Dirk Müller. Die Aktion hätte ausfallen müssen. Schließlich mussten für die Aktion allein 5500 Briefe vorbereitet und verteilt werden. Das übernehmen in diesem Jahr Freiwillige aus der Gemeinde, die dann jeweils rund 80 Briefe in den Bezirken verteilen. Bis zum 6. Januar sollen sie in jedem Briefkasten eingetroffen sein.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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