Stephanus zu heftig gesteinigt

30.07.2008, 16:21 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ahaus Die eigentlich fröhlich geplante Fete des "Stephanus-Steinigens" am zweiten Weihnachtstag des vergangenen Jahres fand für fünf junge Leute aus Ahaus in der Nacht zum 27. Dezember ein unrühmliches und schmerzhaftes Ende durch eine Prügelei mit einer anderen Gruppe. Nach der Party hatten sich die Männer gegen zwei Uhr zum Gelände einer Tankstelle an der Wüllener Straße begeben, um sich dort am Nachtschalter etwas gegen den Hunger zu besorgen.

Situation eskaliert

Noch hatten sie viel Spaß, lachten und alberten herum, was der anderen dort bereits anwesenden Gruppe anscheinend missfiel. Sie provozierte die Männer, es kam zu Beleidigungen und einer Schubserei zwischen den beiden Parteien, die zu einer handfesten Prügelei eskalierte.

Ein 19-Jähriger bekam dabei einen kräftigen Schlag von einem der Angeklagten ab und erlitt eine Nasenprellung. Ein zufällig auf das Gelände fahrender PKW-Fahrer versuchte die Männer auseinander zu bringen und den Streit zu schlichten. Er erhielt von den Angeklagten einen Schlag ins Gesicht, bei dem seine Brille zu Bruch ging.

Nachspiel vor Gericht

Für zwei Männer der provozierenden Gruppe, 22 und 26 Jahre alt - beide aus Ahaus - folgte jetzt das Nachspiel vor dem Amtsgericht. Sie mussten sich wegen Körperverletzung verantworten.

Auf Anregung des Anwalts einer der Angeklagten stellte das Gericht, wenn auch mit erheblichen Bedenken, die Verfahren gegen die bisher noch unbescholtenen Männer vorläufig ein. Ungeschoren kamen sie dennoch nicht davon: Jeder muss als Auflage ein Monatsgehalt, 950 beziehungsweise 750 Euro, als Geldbuße zahlen. Davon jeweils 150 Euro Schmerzensgeld an den Verletzten sowie 100 Euro an den Schlichter für die zerstörte Brille. ek

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