In der Garage von Petra Kreuziger hängt eine der 135 Homeladeboxen der Stadtwerke Ahaus. Die fördern die Elektromobilität mit Stromgutschriften und einem besonderen Tarif. © Stadtwerke Ahaus
Elektroautos

Stadtwerke fördern Elektromobilität: Eigene Ladebox nicht überall möglich

Fahrer von Elektroautos können sich eine eigene Ladebox zu Hause aufhängen. Die Stadtwerke bieten verschiedene Modelle an. Der Standort muss aber individuell geprüft werden.

In Ahaus waren zum Jahreswechsel 310 Elektroautos auf den Straßen unterwegs. Die Stadtwerke Ahaus verzeichnen inzwischen außerdem 135 Ladeboxen, die in Privathaushalten montiert sind. Mit ihnen ist es möglich, die Elektrofahrzeuge unabhängig von öffentlichen Ladesäulen wieder aufzuladen.

Eine davon hängt bei Petra Kreuziger in der Garage. Sie ist im vergangenen Dezember auf Elektromobilität umgestiegen. Der Umweltschutz stand dabei für die Ahauserin an erster Stelle. Durch eine eigene PV-Anlage und den Stromspeicher kann sie ihr Elektroauto teilweise sogar mit Strom aus eigener Erzeugung laden. Auch der finanzielle Aspekt habe letztendlich durch die steigenden Benzinpreise einen Einfluss auf die Entscheidung für Elektromobilität gehabt. Mit der Homeladebox der Stadtwerke Ahaus dauere der Ladevorgang vier bis fünf Stunden.

Eigene Ladebox ist nicht in jedem Haushalt möglich

Eine generelle Aussage dazu, wie viele dieser Ladeboxen die Strom-Infrastruktur in den Wohngebieten von Ahaus verträgt, können die Stadtwerke auf Nachfrage nicht treffen. Schließlich erhöhen sie die Stromabnahme gegenüber den normalen Hausanschlüssen deutlich. Eine Technik, die nicht vorgesehen war, als die Leitungen in den bestehenden Wohngebieten gelegt wurden.

„Das wird individuell geprüft“, erklärt Jana Potthoff von der Unternehmenskommunikation der Stadtwerke im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Stadtwerke betonen, dass es verpflichtend sei, die Installation einer Homeladebox bei den Stadtwerken Ahaus zu melden. Nur so könne die erhöhte Netzbelastung geplant und ausgeglichen werden. Bei einer Ladebox mit einer Leistung ab zwölf Kilowatt muss zusätzlich eine Netzprüfung vorgenommen werden, um sicher zu gehen, dass das Versorgungsnetz für eine derartige Leistung geeignet ist.

Nachfrage an öffentlichen Säulen ging 2019 und 2020 zurück

In den vergangenen Jahren wurde auch in die öffentliche Ladeinfrastruktur investiert. Mit 15 öffentlichen Ladesäulen sei Ahaus im Vergleich zu anderen Städten im Kreis Borken gut aufgestellt. Seit 2019 ist der Verbrauch an den Ladesäulen in Ahaus allerdings zurückgegangen und hat sich auch 2020 nur langsam wieder stabilisiert. Auch diese Entwicklung könne man laut Annalena Auer auf die vermehrte Nutzung von Homeladeboxen zurückführen.

Sie berät bei den Stadtwerken Ahaus Kunden in Sachen Elektromobilität. Und verweist neben dem höheren Komfort auch auf mögliche Förderungen.

Die Kosten für privat genutzte Homeladeboxen unterstütze etwa die KfW mit 900 Euro pro Ladepunkt, solange die Gesamtkosten insgesamt über 900 Euro liegen. Zu den Kosten zählen Anschaffung, Installation und die Einrichtung eines Energiemanagement-Systems zur Steuerung des Ladesystems. Allein das Gerät kostet bei den Stadtwerken Ahaus 699 Euro bei elf Kilowatt Leistung und oder 799 Euro für die größere 22-Kilowatt-Version.

Stromgutschrift und eigener Tarif für Elektrofahrzeuge

Voraussetzung für die Förderung ist der Betrieb der Boxen mit Naturstrom. Kunden der Stadtwerke Ahaus fallen automatisch in diese Kategorie, sie werden grundsätzlich nur mit Naturstrom versorgt. Das KfW-Programm hat keine feste Laufzeit, aber ein vorgegebenes Budget von 200 Millionen Euro. Seit Beginn der Aktion im Dezember 2020 waren bereits nach vier Wochen 135 Millionen Euro verplant.

Auch die Stadtwerke Ahaus fördern Elektromobilität zusätzlich: Kunden, die sich eine Homeladebox oder ein Elektroauto anschaffen, bekommen 250 kWh Strom gutgeschrieben. Zusätzlich bieten die Stadtwerke einen Autostromtarif: Verglichen mit der Grundversorgung können Kunden damit 9,23 Cent pro Kilowattstunde sparen. Voraussetzung hierfür ist eine separate Messeinrichtung.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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