Sexualtäter muss 20 Monate in Haft

Jugendschöffengericht

AHAUS / STADTLOHN Zu einer Freiheitsstrafe von 20 Monaten ohne Bewährung wegen sexuellen Missbrauchs eines siebenjährigen Mädchens in Ahaus hat das Jugendschöffengericht am Dienstag einen 39-jährigen Mann aus Stadtlohn verurteilt.

von Von Johannes Kratz

, 05.01.2010, 16:12 Uhr / Lesedauer: 1 min
Sexualtäter muss 20 Monate in Haft

Durch eine Kontaktanzeige hatte der Stadtlohner im Jahr 2007 die Mutter des Mädchens kennen gelernt und ein paar Mal bei ihr übernachtet. An einem Vormittag hatte ihm die Frau ihre Tochter anvertraut, weil sie zur Arbeit musste. Der Angeklagte war zunächst ins Kinderzimmer gegangen und hatte danach dem Mädchen vorgeschlagen, sich mit ihm im Schlafzimmer der Mutter ins Bett zu legen. Dabei war es dann zu den sexuellen Handlungen an dem Kind gekommen. Der genaue Tathergang war nicht zu ermitteln, da das Kind in seinen Aussagen bei der Polizei und beim Glaubwürdigkeitsgutachten unterschiedliche Details zu Protokoll gegeben hatte. Inzwischen hat sich der 39-Jährige schriftlich bei dem Kind entschuldigt und 1000 Euro als Schmerzensgeldzahlung angeboten.

Ein psychiatrischer Gutachter bescheinigte dem Angeklagten zur Tatzeit eine erhebliche Alkohol- und Drogenabhängigkeit. Eine verminderte Schuldfähigkeit könne nicht ausgeschlossen werden. Der Staatsanwalt fordert in seinem Plädoyer eine Haftstrafe von 20 Monaten ohne Bewährung, da der Beschuldigte wegen Drogendelikten einige Vorstrafen aufweist und Bewährungsauflagen nicht eingehalten hat. Auch die Verteidigung sah eine Haftstrafe ohne Bewährung als Sühne für die Tat als angemessen an und plädierte zudem für die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt, damit er seine Suchtprobleme langfristig lösen könne.

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