„Schuss aus der Hüfte“: Kritik an der Bürgermeisterin wegen Ehrenamtswoche

dzSondersitzung

Eine teils hitzige Debatte führte der Ahauser Rat bei seiner Sondersitzung über die „Woche des Ehrenamts“. Der Fraktionsvorsitzende der CDU vergriff sich dabei zwischenzeitlich im Ton.

Ahaus

, 02.08.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich schien bei den Planungen für die „Woche des Ehrenamts“, die vom 11. bis 20. September bundesweit gefeiert wird, alles in trockenen Tüchern. Natürlich mussten die ursprünglich in Ahaus angesetzten Aktivitäten wie eine Fahrt ins „Phantasialand“ oder die Mythos-Schalke-Tour wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden, doch Ersatz stand bereit.

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Der einberufene Arbeitskreis hatte sich überlegt, die Ehrenamtlichen der Stadt zum Essen einzuladen. Der konkrete Vorschlag: Jeder Ehrenamtliche, der sich anmeldet, erhält einen Gutschein im Wert von 15 Euro. Eingelöst werden kann er in jeder Ahauser Lokalität. Bedingung: Es muss während der Woche des Ehrenamts geschehen.

CDU kritisiert Bürgermeisterin scharf

Dass anschließend eine teils hitzig geführte Debatte entstand, hatte allerdings wenig mit der Idee an sich zu tun. Anlass zur Kritik sah die CDU an anderer Stelle. Fraktionsvorsitzender Thomas Vortkamp erklärte: „Die Dinge sind von Anfang an schlecht kommuniziert worden. Die Bürgermeisterin hat sich hingesetzt und zwei Vorschläge gemacht. Das ist aus der Hüfte geschossen und nicht durchdacht.“

Thomas Vortkamp vergriff sich während der Diskussion im Ton.

Thomas Vortkamp vergriff sich während der Diskussion im Ton. © CDU Ahaus

Man wolle die Aktion mit Blick auf das Ehrenamt zwar unterstützen, aber die Planungen seien gelaufen, „ohne mit dem Rat zu sprechen“. Als daraufhin Doris Zevenbergen, Mitglied des Arbeitskreises und eine der engsten Mitarbeiterinnen von Karola Voß, gut sichtbar den Kopf schüttelte, platze Thomas Vortkamp der Kragen.

Karola Voß nimmt Wind aus den Segeln

In ihre Richtung blaffte er: „Da brauchen Sie gar nicht die Augen zu verdrehen. Sie wurden nicht gefragt. Sie sind hier, um das Protokoll zu führen – und sonst nichts.“ Das ließ Karola Voß nicht so im Raum stehen: „Ich versuche immer, mit allen höflich umzugehen. Ich würde mir wünschen, dass so auch mit meinen Mitarbeitern umgegangen wird.“

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Allerdings räumte auch sie Fehler ein: „Ich habe mitbekommen, dass der Rat sich übergangen gefühlt hat. Und sollte der Eindruck entstanden sein, ich hätte die Aktion für meinen Wahlkampf nutzen wollen, tut es mir leid.“ Diese Kritik war geäußert worden, weil bereits ein Schreiben mit ihrer Unterschrift an alle Ahauser Gastronomen verschickt worden war.

Zur Grundidee gab es zwar auch von anderen Fraktionen kleinere Kritikpunkte, am Ende einigte man sich aber einstimmig darauf, den 15-Euro-Gutschein auf den Weg zu bringen. Weil auch die lokale Gastronomie profitiere, sei es eine Win-Win-Situation. Der Deckel liegt, wie im Haushaltsplan vorgesehen, bei 25.000 Euro. Auf Antrag der CDU wurde ebenfalls beschlossen, dass die Arbeitsgruppe ihre Ergebnisse regelmäßig dem zuständigen Ausschuss präsentiert.

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