Eine App für Musiker ermöglicht es, dass einzelne Stimmlagen gemeinsam proben können. © privat
Frauenchor

Sängerinnen der Alstätter „Young Voices“ proben am heimischen Computer

Der Alstätter Chor „Young Voices“ meistert die derzeitigen Abstandsregeln kreativ: Die Sängerinnen können sich nicht mehr zur Probe treffen. Dafür wird online geübt und der Kontakt gepflegt.

Die Sängerinnen der „Young Voices“ können ihrem Hobby seit Monaten nur noch unter der Dusche oder beim Autofahren nachgehen – eine gemeinsame Probe der über 100 Chormitglieder würde jede Coronavorschrift sprengen. Das gilt natürlich auch für die Generalversammlung, die eigentlich im Januar stattgefunden hätte.

Aus den Augen und Ohren verlieren sie sich dennoch nicht. „Unsere Vorsitzende Katharina Gerwing hat ein Video erstellt und dieses in unsere Whatsapp-Gruppe gestellt. Darin hat sie Fotos als Jahresrückblick gesammelt und eine kleine Vorschau auf das nächste Jahr gegeben“, erzählt Jennifer Klein.

Kontakt reißt nicht ab

Klar, ohne Versammlung konnte es auch keine Vorstandswahlen geben, aber das war für die „Young Voices“-Sängerinnen kein Problem. „Alle sind bereit, dem Vorstand weiterhin treu zu bleiben“, sagt Jennifer Klein. Das gilt auch für sie selbst in ihrem Amt als Schriftführerin.

Aber auch darüber hinaus haben sich die Sängerinnen immer wieder etwas einfallen lassen, damit der Kontakt auch ohne gemeinsame Proben und Auftritte nicht abreißt. In der Vorweihnachtszeit haben einige Chormitglieder zum Beispiel eine Art Online-Adventskalender gestaltet, bei dem jeden Tag ein neues „Türchen“ mit Fotos, Videos, Rätseln, Gedichten, Rezepten und Geschichten geöffnet werden konnte. Regelmäßig hat sich auch Chorleiterin Martraud Leeners mit kurzen Videos und Nachrichten an ihre Sängerinnen gewandt.

App zum gemeinsamen Singen

In den nächsten Wochen wollen sich die „Young Voices“ auf mögliche Auftritte vorbereiten – in der Hoffnung, dass die mit steigenden Temperaturen und Impfzahlen im Sommer wieder möglich sind. Natürlich auch nicht gemeinsam in einem Saal, sondern jede einzeln am heimischen Computer.

Eine spezielle Musiker-App macht es möglich, dass die einzelnen Stimmlagen oder der gesamte Chor angeleitet von Martraud Leeners ein Lied einstudieren können. Hören können sich die Sängerinnen dabei gegenseitig allerdings nicht.

Freude auf Wiedersehen

„Man kann nicht synchron einsetzen, weil die Töne durch die Datenübertragung zeitversetzt ankommen“, haben Jennifer Klein und ihre Chorkolleginnen bereits nach den ersten Testläufen festgestellt. Trotzdem sei das eine Möglichkeit, neue Lieder einzustudieren.

„Wenn wir dann irgendwann alle wieder zusammenkommen dürfen, werden wir sehen, was wir online gelernt haben“, hoffen alle Sängerinnen, dass das normale Chorleben wieder beginnt. Bereit dafür sind sie: „Wenn es wieder losgehen darf, sind wir spontan!“

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